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DVU

Die National-Zeitung und das Weltbild der DVU


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Joachim Wolf
nationalzeitung
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National-Zeitung, Foto: Kulick
"Jede Woche lesen, was andere verschweigen" – mit diesem Slogan wirbt die National-Zeitung, die vom bis 2009 amtierenden DVU-Vorsitzenden Gerhard Frey herausgegeben wird und deshalb als eine Art Sprachrohr der Partei gelten kann. "Leser der National-Zeitung wissen die Wahrheit." versprach das Blatt zeitweise. Wie sieht die vermeintliche Wahrheit aus, die alle anderen verschweigen, die die DVU aber kennt? Eine Untersuchung am Beispiel des National-Zeitungs-Jahrgangs 2006.

Feindbild "Fremdbestimmung":

Ihrem Slogan "Leser der National-Zeitung wissen die Wahrheit" entsprechend finden sich in der National-Zeitung viele Überschriften wie "Wem gehört Merkels Herz wirklich?" oder "wem die Kanzlerin wirklich dient". Die Frage, wem Merkels Herz "wirklich gehört", wird dabei durch eine Bilderserie beantwortet, auf der die Bundeskanzlerin den israelischen Premierminister Olmert bei einem Treffen in Berlin herzlich begrüßt - unter anderem mit einer Umarmung und einem Wangenkuss (Nr. 51/57. Jahrgang, 22. Dezember). Ein anderes Bild zeigt Bundeskanzlerin Merkel bei einer ebenfalls herzlichen Umarmung mit dem "US- jüdischen Milliardär und Medienmogul Haim Saban" (Bildunterschrift). Hier ist als Überschrift zu lesen: "Wem dient Merkel wirklich?" (Nr. 48 / 56. Jahrgang, 24. November 2006). Und in einer dritten Ausgabe wird wiederum unter der Überschrift "Wem die Kanzlerin wirklich dient" über ein Treffen der Kanzlerin mit dem US-Präsidenten und über eine Rede, die sie vor dem "American Jewish Commitee" (AJC) gehalten hat, berichtet. Der Autor, Bruno Wenzel, spricht dabei im Zusammenhang mit Merkels Auftritt vor dem AJC unter anderem von einer "geradezu hündischen Ergebenheit (der Kanzlerin) gegenüber jüdischen und israelischen Interessen" (Nr. 20/56. Jahrgang, 12. Mai 2006). Dies lässt sich dabei durchaus auch auf die anderen beiden genannten Beispiele beziehen.

Überhaupt ist im 56. Jahrgang der National-Zeitung viel von der Unterwerfung unter "fremde Interessen" die Rede – nicht nur im Zusammenhang mit den USA oder Israel, sondern auch im bezug auf die NATO, auf Auslandseinsätze der Bundeswehr und auf die Europäische Union (EU). So schreibt der Parteivorsitzende und Herausgeber der National-Zeitung, Gerhard Frey, in einem Artikel: "Die Nato hatte ihren Sinn, als die Sowjetmacht uns bedrohte. Heute aber dient sie dazu, die Deutschen an von fremden Mächten bestimmte Fronten zu dirigieren" (National Zeitung Nr. 50/56. Jahrgang, 8. Dezember 2006). Und der Bremer DVU-Abgeordnete Tittmann verkündet in einem Interview, die Bundeswehr sei "keine Söldnertruppe für fremde Interessen" (Nr. 40 / 56. Jahrgang, 29. September 2006). Auch die EU ist in den Augen dieses Blattes ein "Instrument der Entrechtung und Aussaugung Deutschlands", ein "antideutsche(s) Instrumentarium" und ein "wahre(s) Killermonster (…), das Menschen in die Knechtschaft von Lobbyismus und Machtgier zwingt" (Alles: National-Zeitung Nr. 49/56. Jahrgang, 1. Dezember 2006).

Dabei wird die deutsche Politik im Weltbild der National-Zeitung allerdings nicht nur von außen, sondern auch von innen "fremdbestimmt". So ist beispielsweise in einem Artikel zu lesen: "Man könnte glauben, in der Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland gäbe neben der klassischen Dreiteilung Legislative, Exekutive und Judikative eine vierte Gewalt, eine, die noch über den staatlichen Organen steht. Die Rede ist vom Zentralrat der Juden". Als Begründung für die Behauptung heißt es: "Ständig brechen sie ("die Chefs des jüdischen Zentralrats") den Stab über Stellungnahmen staatlicher Amtsträger, die ihnen nicht passen. Und das mit großem Erfolg: nicht nur springen ihnen sofort Politiker und Medien untertänigst zur Seite, auch die Gescholtenen selbst zeigen sich meist zerknirscht und geloben Besserung" (Nr. 37/56. Jahrgang, 8. September 2006).

Und auch der neu gewählten Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, wird in der selben Ausgabe vorgeworfen, sie habe, "(…)kaum ins Amt gewählt", das getan, "was auch schon einige ihrer Vorgänger taten: sie mischte sich lautstark in die deutsche Politik ein. Über alles und jedes wurden Urteile und Bewertungen abgegeben, die frei von Sachverstand waren. Kein Bereich blieb außen vor, an allem hatte die neue Oberaufseherin etwas auszusetzen" (Nr. 37/56. Jahrgang, 8. September 2006).


16. März 2007

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Redaktion
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Antisemitismus
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Antisemitismus ist eine antimoderne Weltanschauung, die in der Existenz der Juden die Ursache aller Probleme der heutigen Welt sieht. Das Dossier beleuchtet Geschichte und Gegenwart der Judenfeindschaft und hilft, sie zu entlarven.
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