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Dossier Parteien
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Fakten

Bis gegen Ende der 1970er Jahre / Anfang der 1980er Jahre gewannen die Bundestagsparteien kontinuierlich neue Mitglieder. In den Folgejahren gingen die Mitgliedszahlen aller Bundestagsparteien aber deutlich zurück.

Die SPD erreichte ihren Höhepunkt 1976 mit 1.022.000 Mitgliedern. Der bisher niedrigste Stand war im Jahr 2008 mit 520.969 Mitgliedern. Bei den Zahlen ist zu beachten, dass nach einer EDV-Umstellung Anfang 1998 die Datenbank insgesamt 5240 Mitglieder weniger als vor der Umstellung umfasste.

Die geringste Anzahl an Parteimitgliedern hatte die CDU Anfang der 1950er Jahre, die Mitgliedszahlen lagen unter 250.000. Bis 1983 stieg die Zahl der Mitglieder beständig bis auf 735.000. Seitdem verzeichnete die CDU einen Rückgang ihrer Mitglieder: Im Jahr 2008 waren 528.972 Bundesbürger Mitglied dieser Partei.

Für die Jahre 1946/47, 1949 bis 1951 und 1958 bis 1961 liegen keine Angaben über die Anzahl der CDU-Mitglieder vor. Am 31. Dezember 1990 waren erst wenige ostdeutsche CDU-Mitglieder in der zentralen Mitgliederkartei erfasst, die Erfassung wurde im September 1991 abgeschlossen. Verlässliche Zahlen liegen daher erst zum 31. Dezember 1991 vor.

Im Vergleich zu den meisten anderen Bundestagsparteien verläuft die Kurve der CSU seit 1981 relativ konstant. Ihre höchste Mitgliederzahl erreichte die Partei in den Jahren der Wende 1989/90 mit 186.000 Mitgliedern. Seitdem sind die Mitgliederzahlen auf 162.533 im Jahr 2008 zurückgegangen. Für die Jahre 1951/52 und 1954 bis 1959 liegen keine Daten zur Höhe der CSU-Mitgliedszahlen vor.

Nach dem Fall der Mauer verzeichnete die FDP 1990 einen Zuwachs auf 179.000 Mitglieder. Im Verlauf der 1990er-Jahre sowie im neuen Jahrtausend gab es aber auch bei der FDP einen Rückgang der Mitgliedszahlen. 2008 waren noch 65.600 Bundesbürger FDP-Mitglied. Für die Jahre 1953 bis 1996 liegen keine Angaben zur FDP-Mitgliederstruktur vor.

Die westdeutschen Grünen vereinigten sich 1993 mit dem ostdeutschen Bündnis 90 zur gemeinsamen Partei Bündnis 90/Die Grünen. Ähnlich wie bei der CSU sind die Schwankungen der Mitgliedszahlen vergleichsweise gering. 1998, im Jahr des Regierungswechsels von der schwarz-gelben zur rot-grünen Koalition, verzeichneten Bündnis 90/Die Grünen die höchsten Mitgliederzahlen mit 50.000 Parteiangehörigen. Bis 2008 ging die Mitgliedszahl auf 45.088 zurück.

DIE LINKE (ehemals Linkspartei.PDS) verbuchte ebenfalls 1990 ihre bisher höchste Mitgliederzahl mit 281.000 Menschen. In diesem Jahr bestanden allerdings noch keine westdeutschen Landesverbände. Die Zahl der westdeutschen Mitglieder wird auf etwa 600 geschätzt. Bei DIE LINKE machte sich der Rückgang der Mitgliedszahlen am stärksten bemerkbar: 2008 sind zwar noch 75.968 Bundesbürger eingetragene Parteimitglieder, allerdings profitierte die Partei 2007 von dem Zusammenschluss mit der westdeutschen "Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit".

Datenquellen

1946-1969: Recker, Marie-Luise/Tenfelde, Klaus (Hrsg.), 2005: Handbuch zur Statistik der Parlamente und Parteien in den westlichen Besatzungszonen und in der Bundesrepublik Deutschland, Teilbände II-IV, Düsseldorf.

1970-1989: Jesse, Eckard, 1997: Die Demokratie der Bundesrepublik Deutschland. Baden-Baden, S. 194.

1990-2008: Niedermayer, Oskar, 2009: Parteimitglieder seit 1990. Arbeitshefte aus dem Otto-Stammer-Zentrum, Nr. 15, Berlin. Auf: www.polsoz.fu-berlin.de

Fehlende Angaben in Niedermayer (2009) für Bündnis 90/Die Grünen und DIE LINKE wurden durch Angaben der Parteien zur Mitgliederstärke (Stand Dezember 2008) ergänzt.

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Im Schaubild werden die Mitgliederzahlen in Dreijahresschritten wiedergegeben. Für die Jahre 1946-1969 werden nur die Daten aus der Literatur übernommen, die unmittelbar auf Quellen beruhen. Die Angaben für diesen Zeitraum werden nicht vollständig jeweils zum Jahresende erhoben, die Vergleichbarkeit ist somit eingeschränkt.


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