Die bpbBestellenNewsletterPressePartnerImpressumKontakt

Home
   
FAQ Index


Themen
Internationale Politik
Innerstaatliche
Konflikte
Geschichte, Definition, Tendenzen
Internationale Politik
Konfliktporträts
Einführung
­Afghanistan
Äthiopien
Baskenland
Birma
China - Tibet
China - Xinjiang
Elfenbeinküste
Georgien
­Irak
­Jemen
Kaschmir
­Kolumbien
Kongo
­Kosovo
Kurdenkonflikt
Libanon
Libyen
Mexiko
Nahost
Nordirland
Nordkaukasus
Nord-Uganda
Pakistan
Simbabwe
Somalia
Süd-Thailand
Sudan -
Darfur
Syrien
Tadschikistan
Konzepte, Strategien und Tätigkeitsfelder
Friedens-
konsolidierung
Glossar
Weitere bpb-Angebote
Publikationen
Veranstaltungen
Wissen
Lernen
ZMI Universität Giessen Arte netzeitung.de Arte ZMI Universität Giessen taz Kulturstiftung des Bundes Berliner Konferenz Universität Duisburg-Essen Köln International School of Design
Suche
Dossier bpb.de

Konfliktporträts

Libanon


 1 / 2 
weiter
Heiko Wimmen
Die Geschichte des Libanon ist geprägt von einem Wechsel zwischen Phasen friedlicher Machtteilung und erbitterten Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Es besteht weiter die Gefahr, dass regionale Konflikte zur Verschärfung der inneren Gegensätze und Gewalt führen.

Mitglieder der Hisbollah auf einer Parteiveranstaltung zum "Märtyrer-Tag" der Hisbollah im November 2009. Foto: AP
Mitglieder der Hisbollah auf einer Parteiveranstaltung zum "Märtyrer-Tag" der Hisbollah im November 2009. Foto: AP

Aktuelle Situation

Der Libanon ist politisch in zwei Lager gespalten. Die Hisbollah und ihre Verbündeten, die seit Juni 2011 die Regierung stellen, sehen das Land als Teil einer Allianz gegen eine "israelisch-amerikanische Hegemonie" im Nahen und Mittleren Osten. Die pro-westliche Opposition betrachtet die Hisbollah und ihre beträchtlichen Waffenarsenale als Gefahr für die äußere und innere Sicherheit und warnt vor neuerlicher Verwicklung in regionale Konflikte.

Zur Person
Heiko Wimmen
Heiko Wimmen ist Promotionsstipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung an der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Er arbeitet zu Bedingungen sozialer Mobilisierung in ethnisch und religiös diversen Gesellschaften. Von 2004 bis 2009 war er Programm-Manager des Beirut-Büros der Heinrich Böll Stiftung, zuvor Journalist am gleichen Ort.

Das pro-westliche Lager musste trotz eines knappen Sieges in den Parlamentswahlen vom Juni 2009 nach intensiver Vermittlung durch Syrien und Saudi-Arabien erneut eine "Regierung der Nationalen Einheit" mit der Hisbollah und ihren Verbündeten bilden. Diese Regierung zerbrach im Januar 2011 über unvereinbare Positionen zur Kooperation mit dem "Sondertribunal für Libanon" (STL). In dessen im August 2011 veröffentlichten Anklageschrift werden prominente Hizbollah-Vertreter als Beteiligte an der Ermordung des ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten, Rafik El-Hariri, im Februar 2005 benannt. Erst nach langwierigen Verhandlungen konnten die Hisbollah und ihre Verbündeten im Juni 2011 eine Regierung unter Najib Mikati bilden. Deren Stabilität und Effizienz wird jedoch weiterhin von Gegensätzen über das Hariri-Tribunal sowie durch Streit um Ämter und Einfluss beeinträchtigt.

Das libanesische Kabinett unter Präsident Michel Suleiman im November 2009. Foto: AP
Grossansicht des Bildes
Das libanesische Kabinett unter Präsident Michel Suleiman im November 2009. Foto: AP
Die Ereignisse des "Arabischen Frühlings" führten auch im Libanon zu Demonstrationen gegen das herrschende politische System. Diese wurden jedoch rasch von Hisbollah und ihren Verbündeten für ihre eigenen politischen Ziele vereinnahmt und kamen bald zum Erliegen. Fortdauernde Unruhen im Nachbarland Syrien erhöhen die Spannungen im Libanon: die schiitische Hisbollah hat eindeutig ihre Unterstützung für das in Syrien herrschende, mit dem Iran verbündete Assad-Regime ausgedrückt, das sunnitisch dominierte Hariri-Lager sympathisiert mit der gleichfalls sunnitisch geprägten Widerstandsbewegung. Eine Eskalation in Syrien könnte auch Zwischenfälle zwischen libanesischen Schiiten und Sunniten provozieren.

Ursachen und Hintergründe des Konflikts

Erziehung, Sozialisation und besonders die (selektive) Erinnerung an in der Vergangenheit erlittenes Unrecht
Libanon
Grossansicht des Bildes
Libanon
Karte: CIA The World Factbook

bewirken eine oft bedingungslose Identifikation junger Libanesen mit der Religionsgemeinschaft, in die sie hineingeboren wurden. Die Wirkung solcher kollektiver Identitäten wird durch das Prinzip des religiös-konfessionellen Proporzes verstärkt: Arbeitsplätze, Staatsaufträge und Sozialleistungen werden anteilig an die verschieden Religionsgemeinschaften vergeben. Soziale und ökonomische Verteilungskämpfe sind damit immer auch religiös-konfessionelle Auseinandersetzungen.

Die so zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen kultivierten Ressentiments werden von den politischen Führern systematisch zur politischen Mobilisierung eingesetzt. In Zeiten regionaler Stabilität geht es dabei vor allem um Anteile an Macht und Ämtern. Wenn jedoch die Spannungen in der Region zunehmen, nutzen ausländische Akteure die Zerrissenheit des Libanon und die Schwäche seiner Institutionen, um das strategisch gelegene Land durch Bündnisse mit lokalen Kräften auf ihre Seite zu ziehen. Solche Bündnisse verlaufen oft entlang religiöser und konfessioneller Linien: So kooperiert der Iran mit dem schiitisch dominierten Regierungslager, Saudi-Arabien mit der sunnitisch geprägten Opposition.


01. November 2011

 1 / 2  weiter


 
Druck-Version
Artikel versenden
Redaktion
Hintergrund aktuell (26.05.2008)
Libanon: Suleiman neuer Präsident
Libanon: Suleiman neuer Präsident
Das politische Machtvakuum im Libanon ist beendet. Regierung und Opposition haben den General Michel Suleiman zum neuen Präsidenten gewählt. Die schiitische Hisbollah wird künftig stärker Einfluss auf die Politik nehmen.
Libanon: Suleiman neuer Präsident
Links ins Internet

Auswärtiges Amt: Länder- und Reiseinformationen

AKUF-Kriegstypen

Themen | Wissen | Veranstaltungen |
Publikationen | Lernen |
Die bpb | Bestellen | Newsletter | Presse | Partner |
Impressum | Datenschutz | Kontakt | Home