
Arbeitsmigration |
| Marianne Haase/Jan C. Jugl |
Arbeitsmigration, Brain Drain und Entwicklung
Neben dem Bedarf an Arbeitskräften aus Drittstaaten wird von Seiten der EU-Kommission zunehmend das Problem des "brain drain? thematisiert. Es bedeutet, dass Herkunftsländer in die (Aus-)Bildung junger Menschen investieren, woraufhin diese in andere Staaten immigrieren. Den Herkunftsländern gehen damit sowohl die (Bildungs-)Investitionen als auch die für den heimischen Arbeitsmarkt dringend benötigten qualifizierten Arbeitskräfte verloren. Dies behindert die Entwicklung der Herkunftsstaaten, während typische Einwanderungsregionen von der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte profitieren. Um diesem Problem zu begegnen, schlägt die Kommission Möglichkeiten der Rückkehr hochqualifizierter Immigranten in ihre Heimatregionen vor. Die Rückkehr könnte sogar den Effekt des "brain gain" haben: Zurückkehrende Drittstaatsangehörige bringen neu gewonnenes Wissen mit, das sie während ihres Arbeitsaufenthaltes in der EU angesammelt haben, womit sie die Entwicklung ihres Herkunftslandes unterstützen können. Die Kommission hat Initiativen ergriffen, um eine Verschärfung des "brain drain"-Problems zu verhindern und stattdessen "brain gain" oder die sogenannte "brain circulation" zu ermöglichen.
Synergieffekte zu Migration und Entwicklung
Die Mitteilung "Migration und Entwicklung - konkrete Leitlinien" vom 1. September 2005 formulierte den Anspruch der Europäischen Kommission, Synergieeffekte zwischen der Migrations- und der Entwicklungspolitik herzustellen. Vor dem Hintergrund des absehbaren Arbeitskräftemangels, der Verhinderungen weiteren "brain drains" und um mehr Kohärenz zwischen der Migrations- und der Entwicklungspolitik herzustellen, schlug die Kommission folgende Maßnahmen vor:
Der Geldtransfer von in den Mitgliedstaaten lebenden Drittstaatsangehörigen in ihre Heimatländer spielt in vielen Ländern eine bedeutende Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung. So machten beispielsweise in Lesotho Überweisungen von im Ausland lebenden Lesothern im Jahr 2001 25,6% des Bruttoinlandsproduktes aus. In Kenntnis der entwicklungspolitisch herausragenden Bedeutung von Auslandsüberweisungen ist die Kommission bestrebt, kostengünstigere, schnellere und sichere Überweisungsmöglichkeiten zu schaffen.
Ebenso im Kontext der Entwicklungspolitik steht die Idee der zirkulären Migration und der Mobilität von Intelligenz. Die Rückkehr eines Migranten kann insofern zur Entwicklung beitragen, als in der Europäischen Union erlerntes "know how" im Herkunftsland angewandt werden kann, womit es zur wirtschaftlichen Entwicklung beiträgt.
05. November 2007 |
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