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Medien
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Kann Schwarzsein seriös sein? |
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Women of Color im deutschen Fernsehen |
| Nkechinyere Mbakwe |
Einleitung
Wie verhält es sich somit heute mit der Verteilung Schwarzer im deutschen Fernsehen? In welchen Bereichen agieren schwarze Moderatorinnen und Moderatoren, insbesondere Frauen, vor der Kamera?
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Zur Person |
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Nkechinyere Mbakwe, nach ihrem Studium der Sozial- und Medienwissenschaften in Hannover absolvierte die Diplom-Sozialwissenschaftlerin 2001 ein Praktikum und ein weiteres Studium in New York. Seit 2002 ist sie in Berlin als professionelle Sängerin (Joy Denalane, Hattler, Della Miles) tätig. |  |
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 |  | Mit Hilfe dieses Aufsatzes wird der Frage nachgegangen, welches Bild von Schwarzen in Moderationspositionen vermittelt wird. Im Zentrum steht an dieser Stelle die schwarze Frau, da sich an ihrem Beispiel bei näherer Betrachtung sehr deutlich zeigt, was eine Analyse des schwarzen Moderators nur erahnen ließe: Das Sinnbild der erotischen schwarzen Frau findet im Fernsehen gezielteren Einsatz als das des schwarzen Mannes.
Positiv zeigt sich, dass immer mehr Schwarze im deutschen Fernsehen zu sehen sind. Doch zappt man durch das hiesige Fernsehangebot, fällt auf, dass afro-deutsche Moderatorinnen und Moderatoren ausschließlich im Unterhaltungssektor von Bedeutung sind: Sie präsentieren Musiksendungen, Sexmagazine und Talkshows. Schwarze bedienen Trends.
Was haftet dem Bild der schwarzen Frau in der deutschen Gesellschaft an? Wird ihre Hautfarbe gezielt als Kriterium zur Vermarktung einzelner Sendungsformate eingesetzt? Werden ihr 'anspruchsvollere', möglicherweise seriösere Themengebiete und Programmbereiche im Fernsehen nicht zugebilligt? Ist eine schwarze Nachrichtensprecherin in Deutschland überhaupt denkbar? Oder kann davon ausgegangen werden, dass es in absehbarer Zeit keine schwarze Nachrichtensprecherin im deutschen Fernsehen geben wird, da dieser Form der Berichterstattung Seriosität und Glaubwürdigkeit anhaftet und Schwarze in der Gesellschaft diesem Bild, allem Anschein nach, nicht entsprechen?
Wichtig erscheinen diese Aspekte besonders deshalb, da – neben den Programmen der Unterhaltung – Nachrichtensendungen ähnlich hohe Einschaltquoten erzielen. Sie sind die Visitenkarten der jeweiligen Sender. Die ARD als älteste Rundfunkorganisation der Bundesrepublik setzte 1976 mit Dagmar Berghoff die erste Nachrichtensprecherin im deutschen Fernsehen ein. Dies blieb in der Öffentlichkeit nicht ohne Folgen: Diskutiert wurde, ob Frauen generell in der Lage seien, den ernsten Charakter der Nachrichten zu symbolisieren, und ob männliche Zuschauer durch ihre Präsenz nicht zu sehr vom Inhalt der Sendung abgelenkt werden. Heute gilt auch die Nachrichtensprecherin und Moderatorin weitgehend als seriös; sie ist aus dem deutschen Fernsehen nicht mehr wegzudenken. Kann dies mit der Zeit auch für schwarze Frauen gelten? Kann Schwarzsein seriös sein? Oder steht es in der westlichen Gesellschaft allein für Entertainment?
30. Juli 2004 |
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