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Hintergund aktuell (30.01.2006)

Debatte um Einbürgerungstest

Der Fragenkatalog, mit dem Baden-Württemberg seit Jahresbeginn die Gesinnung einbürgerungswilliger Muslime prüft, bleibt umstritten. Gefragt wird unter anderem nach der Einstellung zur Gleichberechtigung von Frau und Mann, zur Religionsfreiheit, zur Homosexualität oder zum Terrorismus. Berechtigtes Misstrauen oder Islamophobie?

Gemeinsam lernen
Pause im Deutschkurs in der VHS Berlin-Schöneberg © Susanne Tessa Müller
Der so genannte "Gesprächsleitfaden für die Einbürgerungsbehörden", der vom Innenministerium in Stuttgart entwickelt worden ist, umfasst 30 Fragen. Ziel des Leitfadens ist nach Angaben des Ministeriums herauszufinden, "ob bei Muslimen generell davon auszugehen ist, dass ihr Bekenntnis bei der Einbürgerung auch ihrer tatsächlichen inneren Einstellung entspricht". Auch Hessen hatte die Einführung eines solchen Tests zunächst erwogen, ist jedoch mittlerweile von diesem Vorhaben wieder abgerückt.

Mehr zum Thema
Emanuel Richter, Professor für "Politische Systeme", plädiert in seinem Essay "Die Einbürgerung des Islams" für eine Kultur, die Ausgrenzung ablehnt und sich dem Diskurs öffnet. Das Autorenteam Jürgen Leibold, Steffen Kühnel und Wilhelm Heitmeyer analysiert empirische Ergebnisse zur Islamophobie in Deutschland. Des Weiteren vergleicht Ralph Ghadban, Professor für Islam und Sozialarbeit, Reaktionen auf muslimische Zuwanderer in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden.

Emanuel Richter
Die Einbürgerung des Islams – Essay
Die Nationalstaaten in Europa pflegen die Fiktion einer homogenen nationalen Kultur. Die Migration seit 40 Jahren belehrt sie darüber, dass alle Gesellschaften mit Verschiedenartigkeit umzugehen haben.

Jürgen Leibold / Steffen Kühnel / Wilhelm Heitmeyer
Abschottung von Muslimen durch generalisierte Islamkritik?
Es gibt Hinweise dafür, dass generalisierte Islamkritik in der deutschen Mehrheitsgesellschaft einen verstärkenden Effekt auf vorhandene Abschottungsmuster der türkisch-muslimischen Minderheiteingruppe hat. Differenzierte Kritik und strukturelle Integration sind erforderlich.

Ralph Ghadban
Reaktionen auf muslimische Zuwanderung in Europa
Anders als nach dem Zweiten Weltkrieg wird heute auf die Zuwanderung von Muslimen in Europa ablehnend reagiert. Die Abwehr unterscheidet sich in den einzelnen Ländern in Abhängigkeit von der jeweils herrschenden Tradition.
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08. Februar 2012
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