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"Schock ohne Therapie"
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Demografischer Wandel in Deutschland

Wirtschaft und Arbeit

Ein Teil der Bevölkerung hat die Folgen von radikalen wirtschaftlichen Umbrüchen und Bevölkerungsrückgang bereits zu spüren bekommen - ob im Ruhrgebiet, in Brandenburg oder in Thüringen. Der Osten Deutschlands erlebte nach 1989 einen beispiellosen industriellen Kahlschlag. Hier lasse sich "allerhand lernen über Regionen, die für globalisierte Wirtschaftskreisläufe uninteressant geworden und im Status der 'funktionalen Irrelevanz' angekommen sind", schrieb die ZEIT (Nr. 40/2005). So kann der Blick nach Osten Erkenntnisse vermitteln - auch für andere Regionen Deutschlands.

Hintergrund: Jörg Roesler

"Schock ohne Therapie"

Vorschläge zur Umgestaltung des Wirtschaftssystems der DDR gab es zur Zeit der "Wende" viele. Umgesetzt wurde das neoliberale Konzept der Bundesregierung - aus vornehmlich politischen Gründen. Der Aufwertungsschock durch die Währungsunion stürzte die schwächelnde DDR-Wirtschaft in eine schwere Krise.

Hintergrund: Jörg Roesler

Rettung industrieller Kerne

Das Absinken des Industrieanteils, der in der DDR 1989 dem der Bundesrepublik von Anfang der 70er Jahre entsprach, wurde zunächst von Fachleuten auf die leichte Schulter genommen. Umso bestürzter musste man dann erkennen, dass die Deindustrialisierung sich nicht an irgendwelche imaginären Grenzen hielt, sondern bald ein nie erwartetes Ausmaß erreichte.

Positionen: Franz Lehner

"Gesellschaftliche Probleme sind Chancen, Geld zu verdienen"

Als "kontrollierten Sinkflug" bezeichnet Prof. Dr. Franz Lehner, Präsident des Instituts Arbeit und Technik in Gelsenkirchen, den Industrieabbau im Ruhrgebiet. Im Osten dagegen sei "vieles zusammengebrochen". Den fortschreitenden Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft könne man offensiv begegnen.

Panorama: Sebastian Kauer

Aufbaumythos und Abrissbagger

Mit der Grundsteinlegung für das Eisenhüttenkombinat Ost begann auch der Bau von Eisenhüttenstadt. Parallel zum Werk wuchs die Stadt in weniger als 40 Jahren auf 53.000 Einwohner. Nach der deutschen Wiedervereinigung kam die abrupte Kehrtwende: Die "Modellstadt" verlor fast 30 Prozent ihrer Bevölkerung.

Positionen: Klaus-Peter Schmid

Die einsamen Inseln

Der Grundsatz, wonach die Schwächsten am stärksten gefördert werden, gilt nicht mehr. Wer dem Osten helfen will, muss differenzierter fördern. Jena zum Beispiel braucht keine stärkere Unterstützung als eine strukturschwache Stadt im Ruhrgebiet, für die Uckermark verspricht allenfalls die Konzentration auf wenige Schwerpunkte Erfolg.

Positionen: Wolfgang Engler

Der Herbst der guten Arbeit und der Osten Deutschlands

Die ostdeutschen Erfahrungen seit dem Umbruch von 1989/90 sind äußerst aufschlussreich: Massive Abwanderung und drastisch sinkende Geburtenraten ließen die Bevölkerung rapide schrumpfen und noch rapider altern. Doch die Zurückgebliebenen konnten daraus keinen Vorteil ziehen.

Positionen: Uwe Rada

Sonderwohlfahrtszone-Ost

Diese Einheit ist gescheitert, und einen Aufschwung Ost wird es niemals geben. Warum nicht eine Zeit lang die Fördergelder in der bisherigen Höhe weiter gewährleisten, sie aber nicht zum Bau beleuchteter Kuhwiesen benutzen, sondern ihren Einsatz den Bürgern überlassen? Ein Plädoyer für mehr Mut, sich auf Experimente einzulassen.


 

Am Tagebau Schleenhain bei Leipzig (Foto: C. Revilla)

Flash-Animation


Stadtumbau in Eisenhüttenstadt

Eisenhüttenstadt im Wandel: Bis 2010 wird die ostdeutsche Stadt ihr Aussehen erheblich verändert haben.

Panorama: Sandra Schmid

Mehr als Sand und Kiefern

Oft wird Brandeburg im Zusammenhang mit gescheiterten Großprojekten wie etwa Cargolifter, dem Lausitzring oder der Chipfabrik in Frankfurt (Oder) genannt. Doch hier findet sich auch Deutschlands "Wachstumsspitzenreiter": Der Landkreis Teltow-Fläming.

Panorama: Sonja Ernst

Ein Bergmann ist kein Nanotechniker

Die Montanindustrie prägt Gelsenkirchen bis heute - auch politisch, sozial und kulturell. Die Realitäten des Strukturwandels anzuerkennen, fällt manchem noch immer schwer. "In 100 Jahren Montangeschichte haben sich die Menschen daran gewöhnt, dass alles groß, stark und schwer ist", so der Sozialwissenschaftler Stefan Goch, Experte für den Strukturwandel in Nordrhein-Westfalen.

Panorama: Marcus Krämer

Gesprächskreis Ost: Angst vor der Spritze

Anfang 2004 beherrschte das Thema "Aufbau Ost" die Medien. Die Diskussion über die Vorschläge des "Gesprächskreises Ost" um den ehemaligen Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD) war zwar heftig, aber ergebnislos - die geforderte Abkehr vom "Gießkannenprinzip" hieße, ganzen Regionen die Förderung zu kürzen.

Positionen: Klaus-Peter Schmid

Vom Osten lernen

In Ostdeutschland behaupten sich manche Industrieunternehmen besser als die im Westen. Denn in der Krise haben Ossis den Wessis eines voraus: die Umbruchkompetenz. So nennt Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck die Erfahrungen im Umgang mit der Wende. Wer heute noch da ist, der hat sich schon einmal durchgebissen.
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