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Dossier WM 2010

Fußball WM in Südafrika

Als im April 1994 mit den ersten freien und demokratischen Wahlen in Südafrika die Zeit der Apartheid endgültig vorbei war, verkündete der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu zuversichtlich den Aufbau einer Rainbow Nation. Das Bild des Regenbogens sollte das harmonische Miteinander der Ethnien, Stämme und Kulturen symbolisieren. Mit Nelson Mandela wurde eine Symbolfigur des Antiapartheidkampfes erster Präsident, der seine Hand zur gesellschaftlichen Versöhnung ausstreckte und dadurch weltweit zu einer Ikone der Freiheit und des Friedens wurde.

Sechzehn Jahre später stand Südafrika als Gastgeber der ersten Fußballweltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent erneut im Licht der internationalen Öffentlichkeit. Doch der Glanz des Regenbogens ist mittlerweile stark verblasst. Zwar genießt Südafrika dank seiner wirtschaftlichen Kraft den Status einer Regionalmacht im südlichen Afrika, aber im Inneren ist es geplagt von hoher Kriminalität und wachsender sozialer Ungleichheit.

Mit der WM hoffte das Land auf neuen Glanz. Doch konnte das internationale Millionenspektakel die großen Erwartungen der Südafrikaner erfüllen?
Redaktion Redaktion

Dossierinhalt

Presseschau

Die Presseschau zur Fußball-WM. Die Website indirekter-freistoss.de sammelt, sortiert und kommentiert täglich für die Bundeszentrale die besten Texte aus Zeitungen und Online-Angeboten.

Christian Putsch


Matthew Booth - Der Farblose

Matthew Booth ist der einzige weiße Spieler in Südafrikas Nationalmannschaft. Seine Popularität steht für die Hoffnungen auf eine Stärkung der Regenbogennation. Booth selbst sagt, er nehme Hautfarbe gar nicht mehr wahr.

Christoph Bieber


Schaufenster Südafrika

Bei der Fußball-WM konkurrieren Adidas, Nike und Puma mit unterschiedlichen Ideen und gleich hohem immensen Investment um einen milliardenschweren Markt. Eine große Rolle kommt den Stars um Ronaldo und Rooney zu.


 

Fußball begeistert - Amateurspieler in Südafrika. (Bild: AP)

Andreas Mehler


Afrikas WM? Von wegen!

Dass die Fußball-WM einen ganzen Kontinent repräsentiert und mit Glück erfüllt, ist ein falscher Mythos. Immerhin ist die WM eine Chance für die Medien, ihr Afrika-Bild zu differenzieren.

Bartholomäus Grill


Einen Monat lang die Menschlichkeit feiern

Die Fußball-WM ist eine große Gelegenheit für Südafrika, der Welt sein heiteres, friedliches, buntes und demokratisches Gesicht zu zeigen.

Colleen Dardagan


Südafrika braucht keine WM

Trotz Wirtschaftskrise feiert die Fifa ein teures Fest auf einem armen Kontinent und auf Kosten eines Lands, das sich größten Problemen ausgesetzt sieht. Eine Fußball-WM ist das letzte, was Südafrika braucht.

Johannes Dieterich


Problemfall Sponsoringrichtlinien

Die Hoffnung des südafrikanischen Mittelstands auf bessere Zeiten wird die WM nicht erfüllen. Dank einer rigiden Marken- und Sponsorenpolitik kassiert die Fifa alleine. Zu Lasten der heimischen Wirtschaft.

Matshelane Mamabolo


Wie schade, dass wir nicht jedes Jahr eine WM austragen dürfen!

Der Titel bei der Rugby-WM 1995 im eigenen Land war eine Wegmarke in der Geschichte Südafrikas. Dass sich der Erfolg nun wiederholt, ist unwahrscheinlich, doch auch in den nächsten vier Wochen werden Schwarz und Weiß gemeinsam feiern.
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