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Maßnahmen
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100.000 Watt-Solar-Initiative für Schulen in NRW |
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| Kurt Berlo / Anja Bierwirth / Dieter Seifried |
Einführung
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Solaranlage auf dem Willibrord-Gymnasium in Emmerich/Niederrhein. Durch die "Solar & Spar-Maßnahmen" spart die Schule gut 100.000 Euro Strom- und Wärmekosten. Foto: Wuppertal Institut
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Der Alltag in deutschen Schulen ist für Kinder und Lehrer oft anstrengend, das ist keine Neuigkeit. Aber es sind nicht immer nur straffe Lehrpläne und hohe Schülerzahlen in den Klassen, die sich auf die Lernatmosphäre auswirken. Auch der Zustand des Schulgebäudes und das Raumklima in den Klassenzimmern beeinflussen Konzentrationsfähigkeit, Lernfähigkeit und die Atmosphäre in der Klasse. Der Alltag an deutschen Schulen wird für viele Schüler und Lehrer durch den schlechten Zustand der Gebäude noch zusätzlich erschwert: Die Atemluft in den Klassenzimmern ist verbraucht, die Lüftungsanlage oft defekt oder ganz stillgelegt, die alten Neonröhren an den Zimmerdecken flackern und in den Umkleiden der Turnhalle kommt der Putz von der Decke. So kommt es vor , dass sommers wie winters die Schüler in überhitzen Klassenräumen sitzen: Im Sommer heizt die Sonne die Räume übermäßig auf, im Winter die Heizung, die sich nicht mehr richtig regulieren lässt. Also werden in den Pausen die Fenster aufgerissen, um die kalte Winterluft herein zu lassen. Im Sommer hilft auch das Fensteraufreißen nicht.
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Zur Person |
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Kurt Berlo geb. 1952; Studium der Betriebswirtschaftslehre und Raumplanung, Promotion zum Thema "Kommunale Einflussmöglichkeiten auf die Gestaltung der Energieversorgungswirtschaft"; Projektleiter in der Forschungsgruppe "Energie, Verkehrs- und Klimapolitik" am Wuppertal Institut und geschäftsführender Gesellschafter der Solar&Spar-Contract GmbH, Wuppertal. Forschungsschwerpunkte: Kommunalpolitische Handlungsstrategien im Energiebereich, Strategische Handlungsoptionen von Energieversorgungsunternehmen, Bürgercontracting für Solar- und Sparmaßnahmen an Schulen.
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 |  | Viele der rund 40.000 Schulen und 50.000 Kindertagesstätten, die sich im Besitz der deutschen Kommunen befinden, sind inzwischen 40 Jahre und älter. Doch notwendige Sanierungen an den Gebäuden unterbleiben aus den verschiedensten Gründen. Viele von ihnen leiden inzwischen sehr unter dem anwachsenden Modernisierungs- und Instandsetzungsrückstand.
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Zur Person |
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Anja Bierwirth geb. 1973; Studium der Architektur (Dipl.-Ing.) und Umweltwissenschaften; Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe "Energie, Verkehrs- und Klimapolitik" am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Schwerpunkte: Kommunale Energie- und Klimaschutzpolitik, Energetische Gebäudesanierung.
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 |  | Dabei lassen sich mit der energetischen Sanierung dieser Gebäude gleich mehrere Vorteile nutzen: Es werden erhebliche Energieeinsparpotenziale ausgeschöpft, die einen Beitrag zum Erreichen der nationalen Klimaschutzziele leisten, die Investitionen stärken die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in der Region, ein angenehmes Raumklima schafft eine verbesserte Lernatmosphäre für Schüler und Lehrer, und die Betriebskosten der Gebäude sinken. Doch wer soll die Sanierung bezahlen, angesichts leerer städtischer Kassen? Hier setzt das Konzept von Solar&Spar an.
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Zur Person |
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Dieter Seifried geb. 1948; Dipl.-Ing. (Fachrichtung Energie- und Kraftwerkstechnik) und Dipl.-Volkswirt, war langjähriger Mitarbeiter des Freiburger Öko-Instituts und ist heute Inhaber des Büros Ö-quadrat, Freiburg, Geschäftsführer der ECO-Watt GmbH, Freiburg, und freier Mitarbeiter des Wuppertal Instituts. Schwerpunkte u.a.: Weiterbildung im Bereich Energieeffizienz, Energiearmut, Realisierung von Effizienztechniken in Schwellenländern, Örtliche und regionale Klimaschutzkonzepte.
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 |  | Das Solar&Spar-Konzept
Der Ausgangspunkt des Konzepts ist die Erkenntnis, dass eine effiziente Energienutzung prinzipiell wirtschaftlich ist. Die erheblichen Betriebskosten, die durch den hohen Energiebedarf dieser Gebäude entstehen, belasten insbesondere die Städte und Gemeinden, die sich in einer Haushaltsnotlage befinden. Mit den Energiekosten steigt auch die Belastung für die Kommunen, und umso weniger Kapital steht für notwendige Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung – eine Zwickmühle. Dabei können die Investitionen für eine energetische Sanierung durch die deutlich niedrigeren Energiekosten der sanierten Gebäude in einigen Jahren wieder eingespart werden. Und steigende Energiekosten fallen dann deutlich weniger ins Gewicht.
Deshalb startete das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie im Jahr 2000 mit finanzieller Unterstützung des Düsseldorfer Wirtschaftsministeriums ein Vorhaben, um die Energieeffizienz und die Solarenergie an Schulen voranzubringen. Grundidee der "100.000 Watt-Solar-Initiative" ist, dass an ausgesuchten nordrhein-westfälischen Schulen pro Schüler 50 W solare Stromerzeugung installiert, und 50 W an der Beleuchtungsleistung eingespart werden. So werden pro Schüler insgesamt 100 W Leistung an herkömmlicher Stromerzeugung hinfällig. Bei einer Schule mit ca. 1.000 Schülerinnen und Schülern kann so ein 100.000 Watt-Solar-Einsparkraftwerk geschaffen werden.
Inzwischen wurden im Rahmen des Solar&Spar-Projekts vier Schulen saniert: das Aggertal-Gymnasium in Engelskirchen, das Willibrord-Gymnasium in Emmerich, die Gesamtschule Berger Feld in Gelsenkirchen und die Europaschule in Köln. Rund 70 Prozent der nötigen Investitionen wurden dabei von der jeweils eigens gegründeten Bürgercontracting-Gesellschaft erbracht. Der Rest wurde über zinsgünstige Kredite, normale Bankdarlehen sowie über Bundes- und Landeszuschüsse finanziert.
Und was ist Bürgercontracting?
Viele Städte und Gemeinden wissen zwar längst, dass die energetische Sanierung eines Gebäudes die Energiekosten senkt, und sie so im Endeffekt Geld sparen, doch können sie die anfänglichen Investitionen für die Sanierung nicht aufbringen. Beim Contracting nun kommt ein Geldgeber von außen (siehe hierzu auch Glossar: Contracting), der die Sanierung des Gebäudes erstmal bezahlt: der Contractor. Mit der Sanierung werden die Energiekosten des Gebäudes deutlich gesenkt, und die Stadt spart Geld. Einige Jahre lang (wie lang genau wird vorher vertraglich festgelegt) bekommt der Contractor nun einen Teil dieser Einsparungen – üblich sind 80 oder 90 Prozent – wodurch seine (Vor-) Leistungen finanziert werden. Die restlichen 10 bis 20 Prozent spart die Stadt gleich nach der Sanierung, und wenn der Contracting-Vertrag abgelaufen ist, kommen der Stadt die gesamten Einsparungen zugute.
10. August 2009 |
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30. Juli 2010
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Informationen zur politischen Bildung |
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Umweltpolitik
Treibhauseffekt, Nahrungsmittelknappheit und das Wachstum der Erdbevölkerung: Die Welt steht vor großen umweltpolitischen Herausforderungen. Politiker, Medien und Umweltaktivisten diskutieren mögliche Lösungen für diese und weitere Probleme. Wie kann der Mensch das System Erde schützen? Das Heft gibt Antworten. |
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