Die bpbBestellenNewsletterPressePartnerImpressumKontakt

Home
   
FAQ Index


Themen
Internationale Politik
Innerstaatliche
Konflikte
Geschichte, Definition, Tendenzen
Internationale Politik
Konfliktporträts
Einführung
­Afghanistan
Äthiopien
Baskenland
Birma
China - Tibet
China - Xinjiang
Elfenbeinküste
Georgien
­Irak
­Jemen
Kaschmir
­Kolumbien
Kongo
­Kosovo
Kurdenkonflikt
Libanon
Libyen
Mexiko
Nahost
Nordirland
Nordkaukasus
Nord-Uganda
Pakistan
Simbabwe
Somalia
Süd-Thailand
Sudan -
Darfur
Syrien
Tadschikistan
Konzepte, Strategien und Tätigkeitsfelder
Friedens-
konsolidierung
Glossar
Weitere bpb-Angebote
Publikationen
Veranstaltungen
Wissen
Lernen
ZMI Universität Giessen Arte netzeitung.de Arte ZMI Universität Giessen taz Kulturstiftung des Bundes Berliner Konferenz Universität Duisburg-Essen Köln International School of Design
Suche
Dossier bpb.de

Konfliktporträts

China - Tibet


 1 / 2 
weiter
Kristin Kupfer
Nach den Unruhen im März 2008 wurde der Tibet-Konflikt in politisches Fahrwasser gelenkt. Dennoch halten in den autonomen tibetischen Regionen die Proteste an. Die vom Dalai Lama vertretene Autonomielösung lehnt die chinesische Führung als "Eingriff in die territoriale Integrität" ab.

Buddhistische Mönche demonstrieren für die Unabhängigkeit Tibets von China (Gansu/China, 09.04.2008). Foto: AP
Buddhistische Mönche demonstrieren für die Unabhängigkeit Tibets von China (Gansu/China, 09.04.2008). Foto: AP
Aktuelle Situation

Nach dem Aufstand der Tibeter Mitte März 2008 ist die Lage in den von der ethnischen Minderheit bewohnten Gebieten der westlichen Provinzen Gansu, Sichuan, Yunnan und Qinghai sowie der autonomen Region Tibet weiterhin angespannt. Besonders im Umfeld des tibetischen Neujahrs (Losar) und der Jahrestage ist es immer wieder zu Demonstrationen von Mönchen, Nonnen und Schülern sowie Selbstverbrennungen von Geistlichen gekommen.

Am 12. März 2008 hatten chinesische Sicherheitskräfte friedliche Proteste von Mönchen aus Klöstern um Lhasa anlässlich des 50. Jahrestags des tibetischen Aufstands vom 10. März 1959 gewaltsam aufgelöst. Daraufhin randalierten am 14. März Tibeter gegen Läden von Han-Chinesen. Nach Angaben des tibetischen Zentrums für Menschenrechte und Demokratie (Tibetan Center for Human Rights and Democracy, TCHRD) in Dhramshala kamen 120 Menschen ums Leben. Die chinesische Regierung spricht von 19 Toten. Nach den auf die Krawalle folgenden Repressionen weiteten sich die tibetischen Proteste auf die Nachbarprovinzen aus.

Zur Person
Kristin Kupfer
Dr. Kristin Kupfer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am sinologischen Institut der Alberts-Ludwigs-Universität Freiburg. Von Mai 2007 bis Februar 2011 hat sie als freie Journalistin in Beijing gearbeitet.

Laut dem TCHRD und staatlichen Medien sind mindestens vier Tibeter wegen Beteiligung an den Protesten hingerichtet und drei weitere zu Todesstrafen mit Aufschub verurteilt worden. Dutzende erhielten bis zu lebenslängliche Haftstrafen. Berichtet wird zudem von der Intensivierung der sog. patriotischen Erziehungskampagnen der Pekinger Behörden. Damit sollen Klostergemeinschaften, Bildungseinrichtungen und Bürger dazu gebracht werden, die religiös-politische Rolle des Dalai Lama zu verleugnen.

Ursachen und Hintergründe

Ethno-politische Auseinandersetzungen bilden den Kern des Tibet-Konflikts. Die Akteure vertreten unterschiedliche Vorstellung in Bezug auf Ausmaß und Grad der Souveränität sowie des Einflusses der chinesischen Politik in der tibetischen Region. Diese umfasst außer der autonomen Region am Himalaya auch Teile der Provinzen Qinghai, Gansu, Sichuan und Yunnan. Sie macht rund ein Viertel des chinesischen Territoriums aus. Der Dalai Lama, das geistige Oberhaupt der Tibeter, spricht sich im Rahmen eines "mittleren Weges" gegen die Unabhängigkeit, aber für eine weitreichende Autonomie eines einheitlichen Verwaltungsraums aller historischen tibetischen Siedlungsgebiete aus.

China
Grossansicht des Bildes
China
Karte: CIA The World Factbook

Im März 2011 hat der Dalai Lama seinen Rückzug aus dem politischen Leben verkündet. Der in Harvard studierte Rechtswissenschaftler Lobsang Sangay wurde im April zum neuen Oberhaupt der exiltibetischen Regierung in Dhramshala (Indien) gewählt. Sangay, der selbst noch nie in Tibet war, gilt als Unterstützer des "mittlere Weges" des Dalai Lama. In der Exilgemeinschaft finden sich auch andere Stimmen. Der 1970 gegründete tibetische Jugendkongress mit nach eigenen Angaben weltweit 35.000 Mitglieder setzt sich für eine "Befreiung Tibets von der chinesischen Herrschaft" und politische Unabhängigkeit ein. Die chinesische Regierung lehnt dies als "Eingriff in die territoriale Integrität" ab. Sie will die politische Kontrolle über die autonome Region Tibet und die anderen Siedlungsregionen behalten.

Die Mönche in Tibet empfinden die Kontrolle über die Klöster als Provokation. Die städtische Jugend begrüßt dagegen die Modernisierung mit neuen Arbeitsmöglichkeiten und Lebensentwürfen. Allerdings fühlen sie sich auch benachteiligt, vor allem aufgrund mangelnder Ressourcen (Bildung und Kapital) sowie der Privilegierung von Han-Chinesen auf dem Arbeitsmarkt.


04. Oktober 2011

 1 / 2  weiter


 
Druck-Version
Artikel versenden
Redaktion
Dossier
China
China
Zum 60. Jahrestag der Volksrepublik zeigt sich das bevölkerungsreichste Land der Erde im Spannungsfeld zwischen Menschenrechts-
verletzungen, Zensur, umstrittener Minderheitenpolitik und einer wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte.
China
Themen und Materialien
China verstehen lernen 2
China verstehen lernen Bd. 2
Auch der zweite Band einer zweibändigen Reihe bietet eine Sammlung von Bausteinen zur Auseinandersetzung mit aktuellen und historisch begründeten Problemen und Prozessen Chinas für den Unterricht an. Behandelt werden die Geschichte Chinas, seine Kultur, Umwelt und gesellschaftlichen Konfliktfelder.
China verstehen lernen 2
Links ins Internet

Auswärtiges Amt: Länder- und Reiseinformationen

AKUF-Kriegstypen

Themen | Wissen | Veranstaltungen |
Publikationen | Lernen |
Die bpb | Bestellen | Newsletter | Presse | Partner |
Impressum | Datenschutz | Kontakt | Home