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Frauen in der rechtsextremenen Szene

Link- und Literaturtipps

Zusammengestellt von Joachim Wolf
Literatur:

Literatur

Frauen in der rechtsextremen Szene

Amesberger, Helga/Halbmayr, Brigitte (Hrsg.): Rechtsextreme Parteien – eine mögliche Heimat für Frauen?, Leske+Budrich, Opladen 2002

Die Autoren dieses Buches vergleichen anhand von Programmen und Publikationen die Frauen- und Familienpolitik des "Front National", der "Alleanza Nazionale", der "Slowakischen Nationalpartei", der Partei "Republikaner der Tschechoslowakei" und der "FPÖ". Aber auch die Rolle der Frauen innerhalb dieser Parteien untersuchen sie.

Bacchetta, Paola (Hrsg.): Right-wing women: from conservatives to extremists around the world, Routledge, New York (u.a.) 2002

In Essays beschäftigen sich die Autoren dieses Sammelbandes mit der aktiven Rolle der Frauen in den rechten und rechtsextremen Bewegungen des 20. Jahrhunderts- von den Unterstützerinnen des Mussolini-Regimes bis hin zu den weiblichen Mitgliedern des Ku-Klux-Klans.

Bitzan, Renate (Hrsg.):Braune Schwestern?: feministische Analysen zu Frauen in der extremen Rechten, Unrast, Münster 2005

Nach einem einführenden Überblick über neonazistische Frauenorganisationen und- gruppen sowie über die weibliche Fanzinekultur und das Thema Rechtsrock, analysiert ein nächster Aufsatz dieses Bandes die Tätigkeitsfelder "rechter Händlerinnen" beispielsweise in Kleinverlagen. Weitere Beiträge setzen sich mit dem biografisch-narrativen Ansatz auseinander, gehen der Frage nach, ob es Anknüpfungspunkte zwischen der Geschlechter-Ideologie rechtsextremer Frauen und feministischen Ansätzen gibt oder untersuchen aus der historischen Perspektive die Zusammenhänge zwischen der Ausformung des modernen Antisemitismus und der Entwicklung sexistischer und frauenfeindlicher Stereotype. Abschließend wird am Beispiel des französischen "Front National" die rechtsextreme Geschlechterpolitik analysiert.

Bitzan, Renate (Hrsg.): Rechte Frauen: Skingirls, Walküren und feine Damen, Elefanten Press, Berlin 1997

Welche Positionen vertreten rechtsextreme Frauen und Mädchen, wie handeln sie, welchen Stellenwert haben sie im von Männern dominierten braunen "Kameradenkreis"? Diesen Fragen gehen die Autoren dieses Sammelbandes nach. Dabei spielen sowohl die Lebensläufe rechtsextremer Frauen und die organisatorischen Zusammenhänge der Szene als auch die Frage nach eventuellen Berührungspunkten zwischen feministischem und rechtsextremem Gedankengut eine Rolle.

Bitzan, Renate: Selbstbilder rechter Frauen: zwischen Antisexismus und völkischem Denken, Ed. diskord, Tübingen 2000

Nach einer Einführung in den Themenkomplex "Frauen und Rechtsextremismus" beschreibt die Politikwissenschaftlerin Renate Bitzan anhand von Artikeln rechtsextremer Autorinnen die Positionen dieser Frauen zu Themen wie Bevölkerungspolitik, Berufstätigkeit und Sexismuskritik.

Brück, Brigitte: Frauen und Rechtsradikalismus in Europa, VS-Verlag, Wiesbaden 2005

Auf der Grundlage von Interviews bietet Brigitte Brück einen Einblick in das Selbstverständnis von führenden Politikerinnen rechtsextremer Parteien in Deutschland, Frankreich und Italien. Dabei untersucht sie auch die Rolle dieser Frauen sowohl bei der Traditionsbildung als auch bei der Modernisierung ihrer Parteien.

Döhring, Kirsten: Von "N.S. Frauen-Warte" bis "Victory": Konstruktion von Weiblichkeit in nationalsozialistischen und rechtsextremen Frauenzeitschriften, Logos-Verl., Berlin 2004

Diese Untersuchung fragt nach Kontinuitäten und Brüchen zwischen nationalsozialistischen und neo-nationalsozialistischen Geschlechtervorstellungen und sucht dabei auch nach Einflüssen der "Neuen Frauenbewegung" auf die Vorstellungen von Weiblichkeit bei rechtsextremen Frauen. Hierfür hat die Autorin zahlreiche nationalsozialistische und rechtsextreme Frauenzeitschriften analysiert.

Engel, Monika (Hrsg.): Weibliche Lebenswelten - gewaltlos?: Analysen und Praxisbeiträge für die Mädchen- und Frauenarbeit im Bereich Rechtsextremismus, Rassismus, Gewalt, Agenda-Verl., Münster 1995

Dieses Buch bietet neben einer historisch-theoretischen Einführung in das Thema "Frauen, Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt" auch konkrete Hinweise und Hilfen für die geschlechtsspezifische Arbeit in der politischen Bildung, in der Sozialpädagogik und in der Sozialarbeit.

Hammann, Kerstin: Frauen im rechtsextremen Spektrum: Analysen und Prävention, VAS, Frankfurt am Main 2002

Welche Rollen nehmen Frauen in rechtsextremen Gruppierungen ein? Welche Aufgaben erfüllen sie? Und welche Frauenbilder beherrschen die Szene? Diesen Fragen geht Kerstin Hammann in ihrem Buch nach. Dabei stellt sie auch Erklärungsansätze zum weiblichen Rechtsextremismus vor und analysiert, worin die Faszination für Frauen an der rechtsextremen Szene besteht. Abschließend geht die Autorin auch auf präventive Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und rassistische Gewalt ein.

Hewicker, Christine: Die Aussteigerin: Autobiographie einer ehemaligen Rechtsextremistin, Igel-Verl., Oldenburg 2001

Mit 14 Jahren gelangte Christine Hewicker in die rechtsextreme Szene, wurde zur Aktivistin der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" und der "Aktionsfront Nationaler Sozialisten" von Michael Kühnen und Christian Worch. 1983 wurde sie wegen der Beteiligung an einem Banküberfall, bei dem Geld für einen Sprengstoffanschlag besorgt werden sollte, zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Während der Haft sagte sich Hewicker vom Rechtsextremismus los, trennte sich von ihrem Umfeld und fing ein neues Leben an.

Hofmann, Ruth: "Weil die ohne Weiber gar nicht können!": junge Frauen in der rechten Szene, Herder, Freiburg im Breisgau (u.a.) 2003

Die Zahl rechtsextremer junger Frauen wächst. Was bewegt sie, was wollen sie, was reizt sie an dieser von Männern dominierten Szene? Diesen Fragen geht die Autorin anhand von Interviews und Selbstportraits nach.

Köttig, Michaela: Lebensgeschichten rechtsextrem orientierter Mädchen und junger Frauen: biographische Verläufe im Kontext der Familien- und Gruppendynamik, Psychosozial-Verl., Gießen 2004

Die Autorin zeigt zunächst lebensgeschichtliche Prozesse von Mädchen und jungen Frauen auf, die zu einer Hinwendung zum rechtsextrem orientierten Milieu führten, um dann deren biographischen Erfahrungen in den entsprechenden Gruppierungen zu rekonstruieren. Der Untersuchung liegen zum einen biographisch-narrative Interviews und zum anderen die Ergebnisse von "teilnehmenden Beobachtungen" einer nach Geschlecht gemischten rechtsextrem orientierten Jugendgruppe zugrunde. Röpke, Andrea (u.a.): "Retterin der weißen Rasse" - Rechtsextreme Frauen zwischen Straßenkampf und Mutterrolle, Bildungsvereinigung Arbeit und Leben, Hannover 2006

Das Selbstbewußtsein rechtsextremer Aktivistinnen wächst. Doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt, daß es trotz angestrebter "Gleichstellung" der Frauen und Mädchen keine wirkliche Gleichberechtigung gibt. Im Gegenteil: Sexismus, Gewalt und Unterdrückung gehören zum Alltag, Frauen werden von Neonazi-Strategen für ihre Zwecke benutzt. Andrea Röpke berichtet in diesem Buch über aktuelle Entwicklungen in der Szene und stellt dabei ausgewählte Neonazi-Anführerinnen aus Niedersachsen und Bremen sowie rechtsextreme Frauengruppen innerhalb und außerhalb der NPD vor.

Wlecklik, Petra (Hrsg.): Frauen und Rechtsextremismus, Lamuv-Verl., Göttingen 1995

Die Autorinnen dieses Sammelbandes gehen zunächst der Frage nach, warum rechtsextreme Ideologien und Organisationen für Frauen attraktiv sind. Abschließend stellen sie Fraueninitiativen gegen Rassismus und Rechtsextremismus vor.

Frauen im Nationalsozialismus

Benz, Ute (Hrsg.): Frauen im Nationalsozialismus: Dokumente und Zeugnisse, C. H. Beck, München 1993

Ute Benz zeigt in diesem Sammelband anhand von Dokumenten und Zeugnissen die offizielle Denkart des NS-Regimes zu Themen wie Mutterschaft, Berufstätigkeit und politische Betätigung von Frauen auf. Auch werden die Strategien der Nationalsozialisten zur Beeinflussung der Frauen deutlich. Und: Die hier versammelten Texte beleuchten die Spaltung auch der Frauen in Dazugehörende und Ausgegrenzte, die für diese Zeit so charakteristisch war.

Leichsenring, Jana (Hrsg.): Frauen und Widerstand, Lit, Münster 2003

Dieser von der "Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 e.V." herausgegebene Sammelband dokumentiert die Ergebnisse einer Tagung, die das Thema "Frauen und Widerstand" unter verschiedenen Aspekten beleuchtete. So stehen hier neben fachwissenschaftlichen Aufsätzen auch Berichte von Zeitzeugen.

Miller-Kipp, Gisela (Hrsg.): "Auch Du gehörst dem Führer": die Geschichte des Bundes Deutscher Mädel (BDM) in Quellen und Dokumenten, Juventa-Verl., Weinheim/München 2001

Auf Vollständigkeit ausgelegte Sammlung von Quellen und Dokumenten zur Geschichte des BDM, ergänzt durch umfangreiche Kommentare und Interpretationen. Die sieben Kapitel des Buches: 1."Geschichte und Institutionen des BDM", 2. "Jugendführung - politische Lenkung - pädagogische Propaganda", 3. "Erziehung - Schulung - Berufsbildung und Berufslenkung", 4. "Gesellschaftliche Ausbeutung - politische Instrumentalisierung", 5. "Gesundheitspolitik, Rassenpolitik und Rassenideologie", 6. "Politische Ästhetik: Bilder der Frau und der weiblichen Jugend" und 7. "Betroffenheit der Subjekte: Einlassungen und Erinnerungen 1946-1999".

Passmore, Kevin (Hrsg.): Women, gender and fascism in Europe, 1919 - 45, Rutgers Univ. Press, New Brunswick (u.a.) 2003

In vierzehn Essays gehen die Autoren dieses Bandes unter anderem der Frage nach, was die faschistischen und rechtsextremen Bewegungen in Ländern wie Serbien, Kroatien, Jugoslawien, Rumänien, Ungarn, Litauen, Polen, Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und Großbritannien für Frauen so attraktiv machte. Neben einzelnen Länderstudien findet sich hier aber auch eine gesamteuropäische Sicht auf dieses Phänomen.

Schad, Martha: Frauen gegen Hitler: Schicksale im Nationalsozialismus, Heyne, München 2001

Die Historikerin Martha Schad widmet sich in diesem Buch den Schicksalen derjenigen Frauen, die in die aktive oder passive Opposition gegen das NS-Regime gingen. Sie zeichnet dabei nicht nur die Lebens- und Leidenswege bekannter Widerständlerinnen wie Sophie Scholl und Marion Gräfin Dönhoff nach, sondern stellt auch in der Öffentlichkeit weniger bekannte Frauen des Widerstandes, wie Constanze Hallgarten, Elisabeth von Thadden und Hilde Coppi, vor.

Schneider, Wolfgang: Frauen unterm Hakenkreuz, Hoffmann und Campe, Hamburg 2001

Die NS-Ideologie stellte die Frauen als natürliche „Gefolgschaft“ des Mannes dar, traditionell eingebunden in Haushalt und Familie. Unter dem Diktat des Krieges kam es allerdings zu unfreiwilligen Ansätzen partieller Gleichberechtigung. Denn: Mit Fortschreiten des Krieges übernahmen Frauen immer wichtigere Aufgaben an der so genannten "Heimatfront". Wolfgang Schneider zeichnet den Wandel des NS-Frauenbildes in vier zeitlich geordneten Abschnitten nach.

Shuk, Alexander: Das nationalsozialistische Weltbild in der Bildungsarbeit von Hitlerjugend und Bund Deutscher Mädel: eine Lehr- und Schulbuchanalyse, Lang, Frankfurt am Main u.a. 2002

Wie wurde bereits Kindern und Jugendlichen das verbrecherische Weltbild des NS-Regimes vermittelt? Dieser Frage geht der Autor anhand von Lehr- und Schulbuchanalysen sowie auf der Grundlage von Interviews mit Zeitzeugen nach. Shuk analysiert aber auch die pädagogischen Auffassungen von Adolf Hitler, Baldur von Schirach und anderen Vertretern des NS-Regimes und skizziert die Entwicklung der Jugendorganisationen HJ und BDM nach.

Vaupel, Angela: Frauen im NS-Film: unter besonderer Berücksichtigung des Spielfilms, Kovač, Hamburg 2004

Die NS-"Dokumentarfilme" und -Spielfilmproduktionen verfolgten ein klares Ziel: Sie sollten das Publikum indoktrinieren. Welches Frauenbild dabei vermittelt wurde, untersucht diese Studie anhand von ausgewählten Filmen der Genres Melodram, Komödie, Musikfilm, Historienfilm und NS-"Dokumentarfilm". Auch wirkungspsychologische Aspekte werden dabei berücksichtigt. Wogowitsch, Margit: Das Frauenbild im Nationalsozialismus, Trauner, Linz 2004

Die NSDAP verstand sich von Anfang an als Männerbund und schloß deshalb Frauen von leitenden Positionen aus. Frauenfragen widmete sich die Partei kaum, Schulbuchtexte und Reden der NS-Zeit sind von einem patriarchalischen Weltbild geprägt. Die Autoren dieses Sammelbandes untersuchen vor allem die Auswirkungen des propagierten NS-Frauenbildes auf den Alltag der Frauen in der Zeit des NS-Regimes.

Links:

Frauen in der rechtsextremen Szene

Bailer-Galanda, Brigitte: Frauenbild und Frauenrepräsentanz im österreichischen Rechtsextremismus: www.doew.at

Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung: "Walküren, Mädels, Mütter". Frauen und Mädchen in der rechtsextremen Szene: www.politische-bildung-brandenburg.de/

Ehlert, Gudrun: Mädchen und Frauen in der rechtsextremen Szene- Erfahrungen von SozialarbeiterInnen in Sachsen: www.gruene-bundestag.de

Fromm, Rainer/Kernbach, Barbara: Rechtsextremismus - ein Männerphänomen? Frauen im organisierten Rechtsextremismus: www.mediageneration.net

Haeming, Anne: Netzstrumpf und Springerstiefel. Die Neonazi-Szene wird weiblich: fluter.de

Lazar, Monika: Frauen im rechtsextremen Spektrum - Ein Diskussionsbeitrag: www2.gruene-jugend.de

Meinhardt, Birk: Rechtsradikale Frauen: Weiblich, smart, extrem: www.sueddeutsche.de

Mut gegen rechte Gewalt: ''Ich möchte meiner Schwester helfen...'' Was tun, wenn eigene Geschwister oder Freunde in die rechtsextreme Szene abzurutschen drohen? : www.mut-gegen-rechte-gewalt.de

Mut gegen rechte Gewalt: Vom Nationalroboter zum Menschen (Interview mit der Aussteigerin Christine Hewicker): www.mut-gegen-rechte-gewalt.de

Röpke, Andrea: Frauen in der NPD. "Wäschewaschen für die Kameraden": www.bpb.de

Spiegel-online: So werden Mädchen zu Nazi-Bräuten (Interview mit Renate Feldmann): www.spiegel.de

tagesschau.de zum Thema Rechtsextremismus und Frauen: www.tagesschau.de

Verfassungsschutz Brandenburg: Frauen in der NPD: NPD gründet einen "Nationalen Frauenring": www.verfassungsschutz.brandenburg.de

zdf.de zum Thema Rechte Frauen: www.zdf.de

www.heute.de

Frauen im Nationalsozialismus

Deutsches Historisches Museum Berlin zur NS-Frauenpolitik: www.dhm.de

Frauen im NS-Staat (Klett-Verlag, Lern-Training): klett-lerntraining.de

Hessische Landeszentrale für politische Bildung: Frauen im Nationalsozialismus: www.hlz.hessen.de

MDR zum Thema Frauen im Nationalsozialismus: www.mdr.de

Nationalsozialistische Frauenpolitik und Lebenserfahrungen von Frauen im "Dritten Reich" (Cornelsen Verlag) www.cornelsen.de

Stern.de: Dem Führer ein Kind schenken. Frauenpolitik im Dritten Reich (Interview mit Annett Kuhn) www.stern.de

Film:

Röpke, Andrea/ Recherche Nord: "Neonazistinnen - Frauen in der Rechten Szene", Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt/Bildungsvereinigung Arbeit und Leben, DVD, Laufzeit: 40 Minuten, Farbe, Braunschweig 2006

Dieser Film soll die Zwiespältigkeit der Szene im Umgang mit ihrem weiblichen Potential widerspiegeln und einen Blick hinter die Kulissen einer nur scheinbar gleichberechtigt agierenden Szene gewähren. Denn: Sexismus, Gewalt und Unterdrückung sind dort an der Tagesordnung.


11. Oktober 2007


 
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