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Spezial: Weltgipfel zur Informationsgesellschaft
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Brücken über den digitalen Graben |

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Heidemarie Wieczorek-Zeul
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Der Verbesserung der weltweiten Lebensbedingungen hat sich die Bundesregierung mit dem Dreiklang "weltweite Armut bekämpfen - Globalisierung gerecht gestalten - Frieden sichern" verpflichtet. Zur gerechten Gestaltung der Globalisierung und der Bekämpfung von Armut gehört als ein zentraler Baustein auch die Überwindung der sogenannten "digitalen Spaltung".
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Biografie |
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Heidemarie Wiezcorek-Zeul, geboren 1942 in Frankfurt am Main, wo sie von 1961 bis 1965 Englisch und Geschichte studierte. 1965 trat sie in die SPD ein. Seit 1987 ist sie Mitglied des Bundestages und seit 1998 Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. |  |
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Moderne Informationstechnologien gehören in den Industrieländern zum Alltag. Informationstechnologien haben zu Wirtschaftswachstum und einer grundlegenden Veränderung der Arbeitswelt in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich beigetragen. In vielen Berufen und Sektoren ist der schnelle Zugang zu aktuellen Informationen zentral, wenn nicht gar, aus wirtschaftlicher Sicht, überlebensnotwendig. Von diesen Möglichkeiten sind die meisten Menschen in Entwicklungsländern abgeschnitten - und damit auch abgeschnitten von Informationen, Zugang zu modernen Technologien und Möglichkeiten des Wissenstransfers. So haben in den Industrieländern 400 von 1000 Menschen einen eigenen Computer, in manchen Entwicklungsländern sind es gerade einmal fünf. Zudem liegt das Bildungsniveau in vielen Entwicklungsländern quantitativ und qualitativ häufig unter dem in den Industrieländern.
Die digitale Lücke ist ein ernstzunehmendes Entwicklungsproblem. Um diese Spaltung zu überwinden, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
- Ein breiter und kostengünstiger Zugang von Unternehmen und Bürgern und Bürgerinnen zu Kommunikationsnetzwerken.
- Arbeitskräfte müssen gut ausgebildet und entsprechend weiter qualifiziert werden.
- Es gilt, Schulen, Universitäten und Institute zu gründen und auszubauen, die Wissen schaffen und Wissen fördern.
Der Ausbau von Telekommunikation, die Verbreitung von Computern und die Erweiterung des Internetzugangs sind kein Selbstzweck - im Gegenteil. Der Zugang zum Internet bedeutet, sich vernetzen zu können und unabhängige Informationen zu erhalten. Das ist besonders wichtig in Staaten, in denen die Pressefreiheit nicht voll garantiert ist. Ein Erfolg des Internets ist die global vernetzte globalisierungskritische Bewegung. Dadurch können Menschen in Entwicklungsländern ihre gemeinsamen Anliegen kommunizieren und dann auch gemeinsam vertreten.
Darüber hinaus leistet das Internet einen zentralen Beitrag zur Bekämpfung der Armut und somit zur Erreichung der Milleniumsziele. Ein ganz praktisches Beispiel: Viele Landwirte in Dörfern in Afrika können über das Internet am schnellsten und zuverlässigsten Informationen erhalten - über klimatische Entwicklungen, über Preise und Absatzmöglichkeiten. Das habe ich mir selbst in einigen Regionen Afrikas angesehen. Mit diesem über das Internet erworbenem Wissen können die Landwirte dann ihre Produkte zu besseren Preisen verkaufen, sich gegenseitig bei der Vermarktung unterstützen.
Die modernen Technologien bieten den Entwicklungsländern darüber hinaus auch viele Möglichkeiten im Bildungssektor. Wenn Schulen fehlen, können Internet und Fernstudienmöglichkeiten diesen Mangel ersetzen. Die Nutzung von modernen Informationstechnologien kann somit Quantität und Qualität des Bildungsangebots verbessern. Vergleichbares gilt für den Gesundheitssektor. Dort können diese Technologien im Gesundheitsversorgungssystem, bei der Aufklärung über Krankheiten und der Aufbereitung und Auswertung medizinischer Daten genutzt werden.
Deshalb ist der Zugang zu Internet und Telekommunikation für die Entwicklungsländer von entscheidender Bedeutung. Ja, ich gehe sogar so weit, diese Frage als die "neue soziale Frage" zu bezeichnen. Deshalb setzt sich unser Ministerium dafür ein, den digitalen Graben möglichst schnell und umfassend zu überwinden. Dabei unterstützen wir inhaltlich und finanziell das Information for Development Program und die Development Gateway Foundation, die an kreativen Lösungen arbeiten. Zuletzt stellte Bundesentwicklungsministerium dafür rund fünf Millionen Euro zur Verfügung.
Links zum Thema
- BMZ. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
- infoDev. Das Information for Development Program.
- Development Gateway. Unabhängige Nonprofit-Organisation, die sich dem Aufbau von Partnerschaften und Informationsystemen in Entwicklungsländern widmet.
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10. Februar 2012
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Aus Politik und Zeitgeschichte |
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Medien und Politik
Der UNO-Weltgipfel im Dezember 2003 befasst sich mit Problemen der Informationsgesellschaft im digitalen Zeitalter. Wie lässt sich verhindern, dass die Informationsrevolution einen Teil der Bürgerinnen und Bürger ausgrenzt? |
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