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Klimasystem
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Das Klima der Vergangenheit |
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Geschichte des Klimas und der Klimaveränderungen |
| Maria J. Welfens |
Klimaveränderungen im Erdaltertum und Erdmittelalter
Unser Sonnensystem entstand vor etwa 4,6 Milliarden Jahren. Über die Klimaveränderungen in der Frühgeschichte der Erde ist relativ wenig bekannt. Nachdem die erste Erdatmosphäre sich im Weltraum auflöste, bildete sich vor etwa vier Milliarden Jahren eine neue Atmosphäre, die vor allem aus Kohlendioxid und Methan bestand. Die Klimaveränderungen in der Frühzeit der Erde waren sehr stark von dem Niveau der CO2-Emissionen in der Atmosphäre abhängig; die im Vergleich zu heute schwächere Sonnenstrahlung wurde von dem starken Treibhauseffekt ausgeglichen.
Im so genannten Erdaltertum, ca. 542 bis 251 Millionen Jahre vor unserer Zeit, herrschte überwiegend ein warmes Klima, das von zwei Eiszeiten unterbrochen wurde. Die Klimaschwankungen wurden u.a. durch plattentektonische Bewegungen verursacht. Vor etwa 440 Millionen Jahren kam es zur Eiszeit. Ausgelöst wurde sie durch Landpflanzen, die große Mengen des CO2 aus der Atmosphäre banden, was den natürlichen Treibhauseffekt abschwächte und zu einem Rückgang der Temperatur führte.
Im Erdmittelalter vor 251 bis 65,5 Millionen Jahren war die Erde nicht mit Eis bedeckt, die Durchschnittstemperaturen waren etwa sechs bis acht Grad Celsius höher als heute und der Meeresspiegel lag etwa 80 Meter höher. Auf der Erde herrschte warmes, tropisches Klima, in den Wäldern lebten Dinosaurier.
Vor ca. 65 Millionen Jahren wandelte sich das Klima plötzlich. Diese Klimaveränderung ging einher mit einem deutlichen Temperaturfall sowie dem Absinken des Meeresspiegels. Durch die Veränderung der Klimaverhältnisse ist die Mehrheit der damals lebenden Arten (vor allem Dinosaurier) ausgestorben. Die Ursachen dieses raschen Klimawandels werden durch unterschiedliche Theorien belegt. Wahrscheinlich handelte es sich um einen Meteoriten-Einschlag, der eine gigantische Staubmenge auslöste, die die Sonneneinstrahlung abschwächte und zu einem deutlichen Temperaturfall führte. Durch einen starken Vulkanismus am Ende dieser Phase erhöhte sich wiederum der CO2-Gehalt, und es wurde wieder wärmer (bis vor etwa 330 Millionen Jahren).
Klima in der Erdneuzeit (von 65 Millionen Jahren bis heute)
Das Klima in der so genannten Erdneuzeit (von 65 Millionen Jahren vor unserer Zeit bis heute) ist nach einer Warmphase insgesamt durch einen Abkühlungstrend gekennzeichnet. Bis vor etwa 52 Millionen Jahren stiegen die Temperaturen. Die Ursachen waren Freisetzung von Methan aus dem Meeresgrund sowie erhöhter Vulkanismus. In dieser heißen Phase herrschte in vielen Regionen ein tropisches Klima: In der Arktis lebten Krokodile, und in heute polaren Regionen wuchsen tropische Pflanzen. Danach begann der Prozess einer zunächst langsamen und dann schnelleren Abkühlung. Die Hauptursache war die Silikatverwitterung.
Vor ca. zwei Millionen Jahren bildeten sich die Kontinente und Ozeane, wie sie uns in ihrer heutigen Form bekannt sind. Seit dieser Zeit ist das Klima durch die zyklisch wiederkehrenden Eiszyklen charakterisiert. Der Temperaturverlauf der letzten 400.000 Jahre zeigt insgesamt einen Wechsel zwischen lang anhaltenden Eiszeiten mit darauf folgenden Warmzeiten. Als Ursache der Eiszeiten gelten die Milankovic-Zyklen und der Albedo-Effekt. Heute befinden wir uns in einer Warmzeit, nach der wahrscheinlich in 30.000 bis 50.000 Jahren wieder eine Eiszeit kommen wird.
Das Klima in bestimmten Regionen hat sich in den letzten 100.000 Jahren manchmal innerhalb einer sehr kurzen Zeit (von Jahrzehnten oder sogar Jahren) verändert, wie die Eisbohrkerne aus Grönland dokumentieren. Verantwortlich dafür sind wahrscheinlich die Änderungen der Meeresströmungen.
Der Übergang in die jetzige Warmzeit begann vor ungefähr 18.000 Jahren. Seit mehr als 10.000 Jahren herrschen sehr stabile Klimaverhältnisse. Eine Ausnahme bildete eine – nicht überall nachweisbare – Temperaturdepression vor etwa 8.200 Jahren, die durch einen Schmelzwasserausfluss erklärt werden kann (Rahmstorf/Schellenhuber 2007).
In den letzten 1.000 Jahren waren die Temperaturschwankungen gering und lagen bei etwa plus/minus 1,5 Grad. Diese lassen sich mit den Schwankungen der Solarstrahlung und der vulkanischen Aktivität relativ gut erklären.
02. Oktober 2008 |
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