Ein schmelzender Eisberg am 19. Juli 2007 vor der Insel Ammassalik in Ostgronland. Nach dem dramatischen Gipfel auf der indonesischen Ferieninsel Bali vor einem Jahr haben die Verhandlungen ueber einen neuen globalen Klimapakt längst die Mühen der Ebene erreicht. Im polnischen Posen (Poznan) versuchen Experten aus aller Welt ab Montag (1.12.) erste Pfloecke einzurammen, um den hoch komplizierten Vertrag bis Ende 2009 fertig zu bekommen.

Schwarz auf weiß: Arbeit und Berichte des Weltklimarates (IPCC)


29.4.2013
Dass der Klimawandel heute weltweit auf der politischen Tagesordnung steht, verdanken wir vor allem der Arbeit des Weltklimarates. Mit seinen detaillierten Berichten zum Stand der Forschung konnte er die Zweifel am Klimawandel glaubwürdig widerlegen.

Dr. Rajendra Pachauri, Vorsitzender des Weltklimarates (IPCC) bei einer Pressekonferenz 2002.Hält die Fäden in der Hand: Rajendra Pachauri steht dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dem Weltklimarat, vor. (© AP)

Einführung



In der Debatte über den vom Menschen verursachten Klimawandel nimmt der Weltklimarat (IPCC) eine zentrale Stellung ein. Das internationale Gremium aus Wissenschaftlern veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Sachstandsberichte, die den derzeitigen Wissensstand zu Ursachen, Folgen und Handlungsmöglichkeiten zusammengetragen. Diese gelten als wichtige Entscheidungsgrundlage für nationale und internationale Klimapolitik. Der 2007 veröffentlichte vierte Sachstandsbericht (AR4) hat wesentlich dazu beigetragen das Thema stärker als zuvor in den Blickpunkt öffentlichen Interesses und auf die politische Agenda zu bringen, wofür das IPCC im selben Jahr den Friedensnobelpreis erhielt.

Geschichte und Aufgaben des IPCC



Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC, Zwischenstaatlicher Ausschuss zum Klimawandel, kurz Weltklimarat) wurde 1988 von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) gegründet. Das IPCC soll politischen Entscheidungsträgern, Industrie und der Öffentlichkeit als objektive Informationsquelle über das komplexe Thema des Klimawandels dienen. Das Beratungsgremium, dessen Sekretariat in Genf sitzt, betreibt keine eigene Forschung, sondern liefert einen Überblick über die Erkenntnisse, die in Studien und Untersuchungen zum Klimawandel weltweit gewonnen wurden – in Universitäten, Instituten und anderen Forschungseinrichtungen.

Auf Basis dieser Auswertungen ist es die Aufgabe des IPCC, wissenschaftliche, technische und sozioökonomische Informationen bereitzustellen, die zum Verständnis der Ursachen, Wirkungen und Risiken des von Menschen verursachten Klimawandels beitragen. Diese Informationen sollen eine Wissensbasis zur politischen Entscheidungsfindung bilden. Daher ist der Weltklimarat ein wichtiger Ratgeber der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC).

Organisatorische Struktur des IPCC



Im IPCC können alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen mitarbeiten. Bei der Erstellung des vierten Sachstandsberichts waren 130 Staaten beteiligt. Delegierte ihrer Regierungen sind im Plenum des Weltklimarates vertreten. Dort werden zentrale Entscheidungen getroffen: Das Plenum wählt den Vorstand und den Vorsitzenden, entscheidet über Zusammensetzung und Aufgaben der einzelnen Arbeitsgruppen, über Budget und den Arbeitsplan des Weltklimarates. Schließlich verabschiedet das Plenum die Sachstandsberichte und nimmt Einfluss auf die Formulierung von deren Kurzfassungen.

Die Organisationsstruktur des Weltklimarates. Quelle: www.ipcc.ch/about/how-the-ipcc-is-organized.htmDie Organisationsstruktur des Weltklimarates. Quelle: www.ipcc.ch/about/how-the-ipcc-is-organized.htm
Die inhaltliche Arbeit des Weltklimarates findet in den wissenschaftlichen Arbeitsgruppen statt. Arbeitsgruppe 1 beschäftigt sich mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels, Arbeitsgruppe 2 analysiert die Auswirkungen des Klimawandels, die Möglichkeiten der, Anpassung und die Verwundbarkeiten, und Arbeitsgruppe 3 bewertet die Möglichkeiten zur Verminderung des Klimawandels durch Emissionsreduktionen. Eine sogenannte "Task Force" entwickelt Methoden zur standardisierten Bestandsaufnahme der Treibhausgasemissionen in den einzelnen Ländern.

Geleitet wird die Arbeit der Wissenschaftler durch den Vorstand des IPCC. Der Vorstand ("Bureau"), dem zurzeit 31 Mitglieder angehören, wird für die Dauer der Erstellung eines Berichts gewählt – in der Regel für fünf Jahre. Vorsitzender des IPCC ist der indische Umweltwissenschaftler Rajendra Kumar Pachauri. Neben seinen drei Stellvertretern besteht der Vorstand aus den Vorsitzenden der einzelnen Arbeitsgruppen, von denen jeweils mindestens einer aus einem Entwicklungsland kommt, und deren Stellvertretern. Geplant und organisiert werden die Aktivitäten des Weltklimarates durch dessen Sekretariat.

Die organisatorische Struktur zeigt, dass der Weltklimarat eine wissenschaftliche Institution ist, die an die Politik angebunden ist. Die Einbindung von Regierungen im Plenum gewährleistet eine hohe Akzeptanz der Ergebnisse unter politischen Entscheidungsträgern. Trotz der allein durch Wissenschaftler verantworteten Berichte stand das IPCC in den vergangenen Jahren jedoch in der Kritik, politischer Einflussnahme ausgesetzt zu sein.

Ein weiterer Kritikpunkt richtete sich gegen den Prozess der Berichtserstellung. Bei den Berichten waren Publikationen unterschiedlicher wissenschaftlicher Qualität mit einbezogen worden, wobei einzelne Fehler und Ungenauigkeiten mit in die Berichte übernommen wurden. Zudem gab es den Vorwurf der Manipulation von Daten, der aber inzwischen entkräftet wurde.

Reaktionen auf Kritik: Reformen des IPCC



Um auf die Kritik an der wissenschaftlichen Qualität der Arbeit und möglicher Interessenkonflikte im IPCC zu reagieren, beauftragten UN Generalsekretär Ban Ki-moon und der IPCC Vorsitzende Rajendra Pachaurii im Jahre 2010 die unabhängige internationale Wissenschaftsorganisation IAC (InterAcademy Council) mit einer Überprüfung der Prozesse und Strukturen.

Im Ergebnis bescheinigte der IAC dem IPCC insgesamt eine erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit. Zu einzelnen Aspekten der Arbeitsprozesse und Organisationsstruktur wurden jedoch Verbesserungsvorschläge gemacht, die zum einem großen Teil bereits umgesetzt wurden. Zu den Reformen gehören unter anderem folgende Punkte:

  • Die Mitglieder der IPCC-Gremien sowie die Hauptautoren müssen in einem Formblatt mögliche Interessenkonflikte offenlegen.
  • Die Gutachter, die die Qualität der einzelnen Berichtsteile prüfen, erhalten einen größeren Einfluss auf die tatsächliche Umsetzung ihrer Anmerkungen.
  • Ein Leitfaden schreibt vor, wie mit Fehlern in Berichten umgegangen wird.
  • Es wurde ein Arbeitsgruppen übergreifendes Begriffssystem zur Darstellung von Wahrscheinlichkeiten und Unsicherheiten entwickelt.


Berichte zum Wissensstand der Klimaforschung



Alle vier bis sechs Jahre legen die Wissenschaftler des IPCC einen Sachstandsbericht (Assessment Report, AR) vor, der den weltweiten Forschungsstand zum Klimawandel zusammenfasst.

Jede der drei Arbeitsgruppen ist für einen Teil des Berichtes verantwortlich. Im ersten Teil werden die Methoden und naturwissenschaftlichen Grundlagen des Treibhauseffekts behandelt, im zweiten die Verwundbarkeit der Ökosysteme und der Gesellschaften dargestellt sowie Anpassungsmöglichkeiten an den Klimawandel diskutiert, im dritten Teil schließlich mögliche Klimaschutzmaßnahmen in allen Sektoren aufgezeigt.

Bei der Erstellung der Berichte legt das IPCC großen Wert auf wissenschaftliche Sorgfalt. Nahezu alle führenden Forschungseinrichtungen sind daran beteiligt. Am vierten Sachstandsbericht haben über 450 Autoren mitgearbeitet, am aktuellen fünften Sachstandsbericht arbeiten über 800 Autoren mit.

Prozess der Erstellung eines Sachstandsberichts



Nachdem die Versammlung des IPCC das Ziel des nächsten Berichts umrissen hat, können Regierungen und Nichtregierungsorganisationen Vorschläge für Autoren machen, der Vorstand des Weltklimarates wählt diese schließlich aus. Wer darunter die koordinierenden Hauptautoren sein werden, wird dann von den einzelnen Arbeitsgruppen festgelegt. Dabei muss bei jedem Kapitel des Berichts zumindest ein koordinierender Hauptautor aus einem Entwicklungsland beteiligt sein. Die Autoren sind anerkannte Wissenschaftler aus Forschungseinrichtungen, aber auch aus Industrie, internationalen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen. Entscheidend ist bei der Auswahl der Experten nicht deren Einstellung zum Klimawandel, sondern allein deren wissenschaftliche Qualifikation.

Die Arbeit des IPCC ist auf Konsens angelegt: Jedes Kapitel muss von der gesamten Arbeitsgruppe akzeptiert werden, der gesamte Bericht benötigt schließlich die formale Zustimmung des Plenums. Um diesen wissenschaftlichen und politischen Konsens herzustellen, ist ein sorgfältiges Vorgehen notwendig.

Ablauf der Berichterstattung des Weltklimarates. Quelle: www.ipcc.ch/ipccreports/index.htmAblauf der Berichterstattung des Weltklimarates. Quelle: www.ipcc.ch/ipccreports/index.htm
Zunächst erarbeiten die Autoren einen ersten Entwurf ihres Kapitels auf Basis aller relevanten wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Die Hauptautoren konsultieren Experten, die ihnen als mitwirkende Autoren bei der Erstellung des Berichts in einzelnen Fragen helfen können oder spezifische Sichtweisen darstellen.

Dieser erste Entwurf durchläuft einen zweistufigen Prozess der Begutachtung durch eine Vielzahl externer Wissenschaftler – in jeder Arbeitsgruppe sind es mehrere Tausend. Jede Anmerkung und Kritik muss von den Autoren hinreichend berücksichtigt werden – dies wird von zwei wissenschaftlichen Redakteuren für jedes Kapitel sichergestellt. Alle Anmerkungen werden zudem öffentlich archiviert, um größtmögliche Transparenz herzustellen (»http://ipcc-wg1.ucar.edu«).

Der bearbeitete Entwurf wird dann erneut den Begutachtern vorgelegt – und ebenso den beteiligten Regierungen, die ihrerseits berechtigt sind, den Text wissenschaftlich begutachten zu lassen. Nachdem auch deren Kommentare eingearbeitet sind, wird ein abschließender Entwurf vorgelegt, der in der Versammlung der Arbeitsgruppe diskutiert und bei Bedarf verändert wird. Schließlich wird der Entwurf vor der Veröffentlichung durch das IPCC-Plenum verabschiedet.

Auf diese Weise publiziert jede der drei Arbeitsgruppen einen Bericht, eine technische Zusammenfassung sowie eine Zusammenfassung für Entscheidungsträger. Die letztere kann durch die Regierungsvertreter im Plenum des IPCC noch modifiziert werden. Nach Abschluss aller Berichte veröffentlicht der Weltklimarat schließlich einen Synthesebericht, der die Aussagen aller Berichte zusammenführt. Insgesamt sind die Sachstandsberichte des IPCC mehrere tausend Seiten stark. In ihnen ist nicht nur der wissenschaftliche Konsens über den Stand der Klimaforschung festgehalten, sondern auch alle noch offenen Fragen, Unsicherheiten und kritische Positionen.

Inhalte der Berichte des IPCC



Obwohl die Berichte des IPCC aus drei Teilen bestehen, erfährt der erste Teil regelmäßig die größte Aufmerksamkeit: die Erkenntnisse über die physikalischen Aspekte des Klimawandels, über seine Ursachen und vor allem über das vermutete Ausmaß des zukünftigen Klimawandels. Diese Klimaprognosen erstellt das IPCC in verschiedenen Szenarien. Diese Szenarien skizzieren verschiedene mögliche Entwicklungen des Klimawandels auf der Basis von unterschiedlichen Annahmen über zukünftige politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklungen, die den Ausstoß von Klimagasen beeinflussen.

Verdichtung der Erkenntnisse: vom ersten bis zum dritten Sachstandsbericht

Seinen ersten Klimabericht veröffentlichte das IPCC 1990, zwei Jahre nach seiner Gründung. Der Bericht spielte eine große Rolle für das Zustandekommen der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) im Rahmen des "Erdgipfels" von 1992 in Rio de Janeiro. Die Wissenschaftler stellten fest, dass durch menschliches Handeln die Konzentration der Klimagase in der Atmosphäre angestiegen sei und stellte diese in einen Zusammenhang mit den bereits im 20. Jahrhundert global gestiegenen Temperaturen. Auch wurden erste Szenarien über die Wirkungen des künftigen Treibhauseffekts erstellt. Erwähnt werden jedoch auch die vielen Unsicherheiten der Wissenschaftler über das Klimasystem . Der Einfluss von Wolken, Ozeanen und polarer Eisschilder sei noch nicht hinreichend verstanden, weshalb über das genaue Ausmaß und die regionale Verteilung des Klimawandels noch Ungewissheit herrsche.

Der zweite Sachstandsbericht von 1996 konkretisierte und verstärkte die Aussagen des IPCC hinsichtlich des Umfangs und der Auswirkungen des Klimawandels. Er leistete einen wichtigen Beitrag zum Zustandekommen des Kyoto-Protokolls 1997. Auch der dritte Bericht bestätigte und präzisierte die Erkenntnisse. Damit erreichte er eine sehr hohe Akzeptanz innerhalb der Klimaforschung.

Im dritten Sachstandsbericht wurden die Erkenntnisse erneut bestätigt. Der menschliche Einfluss auf das Klima konnte mit höherer Wahrscheinlichkeit als zuvor ausgemacht werden, da sich die Klimamodelle verbessert hatten. Der 2001 veröffentlichte Bericht erreichte bereits eine sehr hohe Akzeptanz innerhalb der Klimaforschung. Öffentliche Sensibilisierung: der vierte Sachstandsbericht

Öffentliche Sensibilisierung: der vierte Sachstandsbericht

Der vierte Sachstandsbericht von 2007 (»www.ipcc.ch«) erzielte die bisher größte öffentliche Aufmerksamkeit. Er beseitigte die verbliebenen wissenschaftlichen Zweifel am Klimawandel. Der Report beurteilt es als sehr wahrscheinlich (Wahrscheinlichkeit größer als 90 Prozent), dass der größte Anteil der beobachteten Erwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts vom Menschen verursacht wurde. Den zukünftigen Klimawandel beschreibt der Bericht bisher am dramatischsten: Im schlimmsten Szenario sei mit einer Erwärmung zwischen 2,4 und 6,4 Grad Celsius bis 2100 zu rechnen. Eine große Gefahr dieser Temperaturerhöhung wird in irreversiblen Klimafolgen gesehen, so etwa dem Abschmelzen der polaren Eisschilde, welches den Klimawandel weiter verstärkt und zum Anstieg des Meeresspiegels führt.

Die schlimmsten Auswirkungen könnten daher nur verhindert werden, wenn die Erderwärmung auf maximal zwei bis drei Grad Celsius begrenzt wird. Die dazu notwendigen Anstrengungen kosteten deutlich mit maximal drei Prozent des globalen Bruttosozialproduktes deutlich weniger als die Folgen eines ungebremsten Klimawandels. Allerdings müsse eine Trendwende beim Ausstoß von Klimagasen in zehn Jahren erreicht werden. Bislang ist diese Trendwende jedoch nicht erreicht – im Gegenteil steigen die Treibhausgasemissionen weiter an.


Work in Progress: der fünfte Sachstandsbericht



Die Arbeiten zum fünften Sachstandsbericht haben 2009 begonnen und sollen schrittweise in den Jahren 2013 und 2014 abgeschlossen sein. Der Bericht legt einen größeren Schwerpunkt auf die Möglichkeiten zur Verminderung des Klimawandels und der Anpassung an die dennoch zu erwartenden Wirkungen des Klimawandels. Eine weitere Herausforderung besteht in der Integration der Szenarien der drei Arbeitsgruppen. Dabei sollen die naturwissenschaftlichen Klimamodelle, die Modelle zur Wirkung auf Ökosysteme und die Gesellschaft sowie die Bewertung der Szenarien noch stärker miteinander verknüpft werden. Bewertet werden unter anderem die Handlungsmöglichkeiten, Kosten und Risiken in den verschiedenen Szenarien.

Bewertung: Politische Wirkung der Arbeit des IPCC



Die Berichte des IPCC spiegeln den Konsens in der Klimaforschung wider: Der Klimawandel ist zum größten Teil durch Menschen verursacht, seine zukünftigen Folgen dramatisch, wenn nicht bald gehandelt wird.

Das IPCC hat durch seine Berichte maßgebliche Anstöße zur Klimaschutzpolitik gegeben – auch wenn die bisherigen politischen Entschlüsse noch nicht ausreichend sind. Die Verabschiedung der Klimarahmenkonvention und des Kyoto-Protokolls wären ohne die Arbeit des Weltklimarates kaum denkbar gewesen. Auch das von der Europäischen Union bereits 1996 formulierte Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, basiert auf den Erkenntnissen des Weltklimarates. Zudem arbeitet das IPCC konkret an der Umsetzung von Klimapolitik mit: So stellt das Gremium die Fakten zur Feststellung der "adequacy of commitments" nach Art 2 der UNFCCC zur Verfügung und entwickelt Standards für die Berechnung der nationalen Emissionen. Auch zur Thematisierung des Klimawandels in der öffentlichen Debatte leistet das IPCC einen wichtigen Beitrag.

Möglich wird diese Wirkung des Gremiums vor allem aufgrund seiner besonderen Stellung zwischen Politik und Wissenschaft. Als wissenschaftliche Institution genießt der Weltklimarat eine hohe Glaubwürdigkeit, da er seine Berichte unter Mitwirkung mehrerer tausend renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erstellt. Weil diese Berichte aber zugleich von politischen Vertretern der beteiligten Staaten beschlossen werden, haben es selbst klimaskeptische Regierungen schwer, sich den Urteilen des IPCC zu entziehen.

Quellen und Literatur



Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reakorsicherheit: IPCC. Stand: Mai 2011; online verfügbar unter: »www.bmu.de«

Edenhofer, O., Seyboth, K.: "Intergovernmental Panel on Climate Change", In: Shogren J.F. (ed): Encyclopedia of energy, Natural resource and environmental economics (accepted), Elsevier, San Diego 2013

IPCC -Website (mit der Originalfassung der Berichte): »www.ipcc.ch«

Müller, Michael / Fuentes, Ursula / Kohl, Harald (Hrsg.): Der UN-Weltklimareport. Bericht über eine aufhaltbare Katastrophe. Köln 2007

Union of Concerned Scientists: The IPCC: Who Are They And Why Do Their Climate Reports Matter?, online verfügbar unter: »www.ucsusa.org«



 

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