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Interview: Was ist Open Source?

Wirtschaft mit Weitsicht


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Sandra Braman
In einem Satz: Was ist Open Source?

Es meint Dinge, die so veröffentlicht werden, dass jeder Zugang zu ihnen haben kann, ohne dafür zu bezahlen. Es meint auch, dass alles, was man herstellt, tatsächlich da draußen erhältlich ist. Denn neben Geld gibt es noch andere Gründe, warum Dinge für uns manchmal nicht zugänglich sind.

Wenn man sich die Produzenten von Open Source-Software anschaut: Was treibt sie an, etwas kostenlos wegzugeben? Was haben sie davon?

Wenigstens dreierlei. Zum einen ist es der Versuch, Dinge geschehen zu lassen, die nicht geschehen werden, wenn wir nicht zusammenarbeiten, miteinander Informationen teilen.

Manchmal ist es sehr idealistisch. Man will einfach sein Wissen oder eine gute Sache mit anderen teilen.

Außerdem ist es eine langfristige Sichtweise statt einer kurzfristigen. Kurzfristig mag man keine direkte Entlohnung erhalten, aber auf lange Sicht können sich die Dinge für einen so weiterentwickeln, dass sie in der Tat sicherstellen, dass man langfristig versorgt ist. Auf lange Sicht ermöglicht es einem, einen Job zu bekommen oder Teil einer Organisation zu werden, die einen langfristig trägt.

Zur Person
Sandra Braman ist Professorin für Kommunikationswissenschaft an der Universität Wisconsin-Milwaukee. Seit den 1980ern erforscht sie die sozialen und politischen Dimensionen neuer Informationstechnik. Ihr jüngstes Buch "Change of State. Information, Policy, and Power" erschien 2006 bei MIT Press.

  • zum englischen Interview


  • Warum sollte ich als Konsument Open-Source-Produkte wählen, wenn ich proprietäre Produkte habe, die für mich gut funktionieren?

    Das führt uns zurück zur Frage, warum es besser sein könnte, wenn wir zusammenarbeiten. Denken wir an das Beispiel Software: Ein Unternehmen hat sein eigenes Interesse und bestimmt seine eigenen Regeln, was hergestellt wird. Und der Markt, die Nutzer, die Konsumenten mögen das Produkt völlig inakzeptabel finden, aber es gibt keinen Weg, mit den Menschen zu reden, die es hergestellt haben. Wir sitzen also fest. Wenn man Open-Source-Software nimmt, hat man Scharen von Nutzern, die in der Lage sind, Frustrationen oder Bedürfnisse in Reparaturen zu übersetzen und die Software so viel besser zu machen. Die erste Sache ist also: Man bekommt bessere Software. Probleme werden gelöst.

    Zweitens wird das Geld of fairer verteilt, das aus der Entwicklung von Produkten kommt. Wir haben gerade [auf einem Panel von Wizards of OS] eine wunderbare Geschichte über ein Modell für Musikdistribution gehört, das sicherstellt, dass die tatsächlichen Musiker Geld verdienen – und nicht die Plattenfirmen. Und das gleiche geschieht mit freier Software und anderen Dingen. Wenn man Open Source-Software oder vergleichbare Güter und Dienstleistungen kauft, werden die Menschen, die sie tatsächlich herstellen, mehr bekommen, statt dass das Geld nur an die Unternehmen und Anteilseigner fließt.

    Ein dritter Wert für mich als Kunden ist, dass ich mit Dingen, die ich als Open Source gekauft habe, alle möglichen Sachen anstellen kann. Wenn ich Software von einer Firma kaufe, die die Software kontrolliert, bin ich an die Möglichkeiten gebunden, die sie mir gibt. Aber wenn ich mir die Software als Open Source hole, kann ich sie maßschneidern, sodass sie genau das tut, was ich will. Und das macht mich zugleich zu einem Produzenten.



    05. Januar 2007

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