Die bpbBestellenNewsletterPressePartnerImpressumKontakt

Home
   
FAQ Index


Themen
Geschichte
National-
sozialismus
Untergang der Republik
NS-Staat
Verfolgung und Widerstand
Krieg, Flucht und Vertreibung
Weg in den Krieg
Kriegsverlauf
Kriegsende
Kriegsziele der Alliierten
Erinnerungen an den Luftkrieg
Die Vertreibung der Deutschen
Zeitzeuge Koch
Zeitzeuge Anders
Deutschland nach 1945
Deutsche Teilung im Kalten Krieg
Geschichte und Erinnerung
Weitere bpb-Angebote
Links ins Internet
Publikationen
Veranstaltungen
Wissen
Lernen
ZMI Universität Giessen Arte netzeitung.de Arte ZMI Universität Giessen taz Kulturstiftung des Bundes Berliner Konferenz Universität Duisburg-Essen Köln International School of Design
Suche
Dossier bpb.de

Krieg, Flucht und Vertreibung

Erinnerungen an den Luftkrieg in Deutschland und Großbritannien

Hamburg
Grossansicht des Bildes
Hamburg im Mai 1945. Foto: AP
Die Bombardierung von Großstädten machte die Zivilbevölkerung wie nie zuvor zum Opfer des Kriegs. In Großbritannien gingen diese Erlebnisse sofort in die kollektive Erinnerung ein. In Deutschland erfahren sie erst in jüngster Zeit Aufmerksamkeit. Wie erzählen Menschen und Medien in beiden Ländern davon?


 1 / 4 
weiter

Auszug aus:
60 Jahre Kriegsende, Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 18-19/2005)
Süß, Dietmar
Inhalt
Einleitung
Die deutsche Meistererzählung vom Luftkrieg
Die historische Erinnerung in Großbritannien
Selbst ernannte Tabubrecher
Einleitung

Kein anderer Aspekt des Krieges hat in den vergangenen Monaten größere mediale Aufmerksamkeit erhalten als der alliierte Luftkrieg gegen deutsche Städte: öffentlich-rechtliche Fernsehreportagen zur besten Sendezeit, eine Flut von neuen Büchern, Stadtchroniken, Gedenkfeierlichkeiten, Zeitzeugenerinnerungen - und jüngst der politisch umkämpfte Erinnerungsmarathon in Dresden[1].


Zur Person
Dietmar Süß
Dr. phil., geb. 1973; wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte (IfZ); Lehrbeauftragter an der Ludwig-Maximilians-Universität München. IfZ, Leonrodstraße 46b, 80636 München.
E-Mail: suess@ifz-muenchen.de

Im Anschluss an das Buch von Jörg Friedrich[2] fügte sich die Debatte ein in eine allgemeine Konjunktur literarischer und publizistischer Arbeiten, die seit Mitte der neunziger Jahre verstärkt nach den Erfahrungen und Verarbeitungsmustern von Luftkrieg, Flucht und Vertreibung, nach der deutschen Opferperspektive im Zweiten Weltkrieg fragten.[3] Dabei war nicht nur bemerkenswert, dass diese Art der Auseinandersetzung um die moralische Legitimität des Luftkrieges die deutsche und britische Öffentlichkeit bewegte,[4] sondern vor allem, auf welche Weise sie es tat, mit welchen Argumenten, Denkmustern und Begriffen.

Schon frühzeitig ist dabei klar geworden, wie stark die Perzeption des Luftkrieges als "deutsches Tabu" weniger präzise Beschreibung als vielmehr selbst Teil einer der unterschiedlichen Erzählungen war, in denen nach 1945 der alliierten Kriegführung gedacht wurde. Dabei geriet schnell in Vergessenheit, dass Deutschland trotz der hohen Opferzahl keinesfalls ein "Monopol" auf die leidvolle Erfahrung von Bombennächten besaß. Das galt beispielsweise für Polen, die UdSSR und insbesondere für Großbritannien. Dort spielte die Erinnerung an die Nächte in den Londoner U-Bahnschächten schon während des Krieges eine zentrale Rolle als nationaler Referenzpunkt, als Abgrenzungsstrategie gegenüber dem Kriegsgegner und als massenwirksames Mobilisierungselement.

Welche unterschiedlichen Deutungsmuster des Luftkrieges dominierten in der Nachkriegszeit in beiden Ländern und waren dabei besonders wirkungsmächtig? Um diese Frage zu beantworten, richtet sich der Blick weniger auf die vielfältigen lokalen Erinnerungsformen an dieser Stelle.[5] Primär soll es um solche Erzählweisen gehen, die den diskursiven Rahmen absteckten, in dem an den Luftkrieg erinnert wurde, und damit die überwiegende Mehrheit der wissenschaftlichen und publizistischen Arbeiten seit Kriegsende prägten.



Auszug aus:
60 Jahre Kriegsende, Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 18-19/2005)



 1 / 4 
weiter


 
Druck-Version
Artikel versenden
Impressum
Schriftenreihe (Bd. 480)
Der Verlust
Der Verlust
6 Millionen polnische Opfer, 8 Millionen deutsche Vertriebene im Zweiten Weltkrieg: Wechselseitiges Unrecht prägt die Geschichte beider Länder. Thomas Urban fragt nach den historischen Anfängen und Wegen der Aufarbeitung.
Der Verlust
Angebote der bpb

Schriftenreihe: Die Flucht

Schriftenreihe: Geschichte des Dritten Reiches



Schriftenreihe: Das letzte Tabu
Links ins Internet

Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht"

Deutschlandfunk: Flucht und Vertreibung

LWL-Industriemuseum: Vertreibung und Wirtschaftswunder

Deutsches Historisches Museum: Der Zweite Weltkrieg

Themen | Wissen | Veranstaltungen |
Publikationen | Lernen |
Die bpb | Bestellen | Newsletter | Presse | Partner |
Impressum | Datenschutz | Kontakt | Home