Hans und Sophie Scholl mit Christoph Probst (v.l.n.r.). Abschied vor der Abfahrt zur Ostfront, München Juli 1942.
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Auszüge aus den Verhörprotokollen von Sophie Scholl

Februar 1943


20.4.2005
Nach ihrer Verhaftung wurde Sophie Scholl von der Gestapo verhört. Anfangs leugnete sie die Vorwürfe, doch nachdem ihr Bruder Hans ein Geständnis abgelegt hatte, gab auch sie ihre Beteiligung zu.

Sophie Scholl.Sophie Scholl. (© Gedenkstätte Deutscher Widerstand)

Einleitung



Sophie Scholl wurde am 18. Februar 1943 gemeinsam mit ihrem Bruder Hans in der Universität festgenommen und anschließend in der Münchner Staatspolizeileitstelle von dem Kriminalbeamten Robert Mohr vernommen. Zunächst ging es um Fragen zu ihrer Person: Lebenslauf, Familie, politischer Hintergrund, finanzielle Situation sowie Angaben zu Freunden und Bekannten. Dabei nannte sie die Namen von Gisela Schertling, die sie als "im allgemeinen nationalsozialistisch eingestellt" beschrieb sowie Alexander Schmorell ("ein reiner Gefühlsmensch", der in "kultureller Hinsicht dem Nationalsozialismus ablehnend" gegenüberstehe) und Willi Graf. Offen bekannte sich Sophie Scholl bereits in ihrer ersten Vernehmung zu ihrer "Abneigung gegen die Bewegung", weil "die geistige Freiheit des Menschen in einer Weise eingeschränkt wird, die meinem inneren Wesen widerspricht". Sie wolle "mit dem Nationalsozialismus nichts zu tun haben".

Sophie Scholl sagte aus, sie sei am Vormittag nur in der Universität gewesen, um ihre Freundin Gisela Schertling nach Vorlesungsende abzupassen und eine Verabredung zum Mittagessen abzusagen. Sie hätte sich nämlich kurzfristig zu einem Elternbesuch in Ulm entschieden. Der leere Koffer, den sie bei der Verhaftung bei sich trug, sei für frische Wäsche bestimmt, die sie dort abholen wollte. Ihr Bruder habe sie begleitet, weil er Geld von der Bank hätte abheben und ihr für den Kauf eines Zugtickets hätte auslegen wollen. Da sie noch Zeit bis zum Vorlesungsende gehabt hätten, habe Sophie ihrem Bruder das Psychologische Institut zeigen wollen. Im ersten und zweiten Stock hätten sie Flugblätter, einzeln und in Stapeln verteilt, bemerkt und je eines "flüchtig" gelesen und dann eingesteckt.

"Im Vorbeigehen" habe sie "den auf dem Geländer aufgeschichteten Flugblättern mit der Hand einen Stoss gegeben". Das sei eine "Dummheit" gewesen, die sie "aber nicht mehr ändern" könne. Sie leugnete im Verhör, in letzter Zeit Briefmarken in großen Mengen gekauft zu haben. Abschließend bestritt Sophie Scholl, "sowohl mit der Herstellung als auch mit der Verbreitung der in Frage stehenden Flugblätter auch nur das Geringste zu tun haben", sie sehe aber ein, dass einige "Verdachtsmomente gegen meinen Bruder und mich" sprächen.

Nach einer Pause und Mohrs Hinweis, ihr Bruder Hans habe gestanden, erklärte sich auch Sophie Scholl zu einem Geständnis bereit.



 

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