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Essays zur Sicherheitsdebatte

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA bestimmt das Thema "Kampf gegen den Terrorismus" die internationale und auch die deutsche Politik. Die Öffentlichkeit reagiert verunsichert angesichts immer neuer Vorschläge: Ist es besser, eine Einschränkung der Grundrechte hinzunehmen, wenn dies größere Sicherheit verspricht? Oder ist dies der Anfang vom Ende der Demokratie?

Mit dem gemeinsamen Projekt "Essays zur Sicherheitsdebatte" möchten tagesschau.de und die Bundeszentrale für politische Bildung einen bereichernden Blick auf die Diskussion über Terrorismusbekämpfung bieten. Namhafte Autoren wurden gebeten, in einem Essay zu schildern, wie sie persönlich - vor dem Hintergrund ihrer eigenen Geschichte und Erfahrungen - den aktuellen Streit empfinden.

Mit dabei sind Hans-Jochen Vogel, die Landesbischöfin Margot Käßmann, die Präsidentin des Goethe-Instituts, Jutta Limbach, der Psychoanalytiker und Sozialphilosoph Horst-Eberhard Richter, der Katastrophenforscher Wolf Dombrowsky, der Politikwissenschaftler Werner Weidenfeld und viele andere.

Jutta Limbach

"Terror - eine Bewährungsprobe für die Demokratie"

Die staatlichen Reaktionen auf den Terror haben unsere Sinne für eine wenig offensichtliche - dafür hausgemachte - Gefahr geschärft: für die Verletzlichkeit des freiheitlich-demokratischen Rechtsstaats in Zeiten der Krise. Im Kampf gegen terroristische Anschläge sind Menschen- und Bürgerrechte an vielen Orten der Welt außer Kraft gesetzt worden.

Peter Heine

"Deutschland befindet sich in einem Kulturkampf"

Die langfristige Beobachtung der islamistischen Szene stellt die bessere Alternative gegenüber verschärften Eingriffen in die bürgerliche Privatssphäre dar, so der Islamwissenschaftler Peter Heine. Den Nachrichtendiensten mangele es an Kompetenz zur Auswertung der gesammelten Informationen.

Werner Weidenfeld

"Kompetenzen der Sicherheitsbehörden müssen ausgeweitet werden"

Im Gegensatz zu den Anschlägen von ETA und RAF setze der Terrorismus heute darauf, möglichst viele Menschen zu töten, schreibt der Politikwissenschaftler Werner Weidenfeld in seinem Essay. Auch Deutschland sei bedroht - doch die getroffenen Gegenmaßnahmen reichten bei weitem nicht aus.

Horst-Eberhard Richter

Frieden kann es nur durch Humanisierung geben

Geht es um Terrorismus, werde die Diskussion einseitig, meint der Psychoanalytiker und Sozialphilosoph Horst-Eberhard Richter. Keiner wage daran zu erinnern, dass auch der Kalte Krieg durch Überwindung der Gut-Böse-Spaltung beendet worden sei. "Warum sollten nicht auch jetzt Kräfte die Oberhand gewinnen, die auf Annäherung setzen?", fragt er in seinem Essay.

Hans-Jochen Vogel

"Die Gefahr ist heute um ein Vielfaches größer"

Die RAF und Al-Kaida haben wenig gemeinsam. Doch damals wie heute müssten im Anti-Terror-Kampf Regeln eingehalten werden, schreibt Hans-Jochen Vogel. Mit den "Essays zur Sicherheitsdebatte" möchten tagesschau.de und die bpb einen bereichernden Blick auf die Diskussion über Terrorismusbekämpfung bieten.

Wolf Dombrowsky

"Terroristen lieben uns als jammernde Waschlappen"

Terrorismus existiert nicht erst seit dem 11. September 2001, meint der Leiter der Katastrophenforschungsstelle der Uni Kiel, Wolf Dombrowsky. In seinem Essay erinnert er an die RAF und die Entwicklung vom "Spaß an der Spaßguerilla" hin zum Entsetzen nach der Ermordung Schleyers.

Margot Käßmann

"Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit"

Nach Ansicht von Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann darf sich die Religion im Kampf gegen den Terrorismus nicht instrumentalisieren lassen. Vielmehr müsse sie zur Konfliktentschärfung beitragen. "Ein Dialog der Religionen kann helfen, die Debatte von Feindbildern und Ängsten zu befreien", sagt Käßmann in ihrem Essay für tagesschau.de.
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20. März 2010
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