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Dossier
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Mexiko-Stadt |

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Selbstbausiedlungen als Lösung Sonja Ernst
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Soziale Situation
Wie Mexiko insgesamt, so ist auch die Hauptstadt von einem starken Gefälle zwischen arm und reich geprägt. 60 Prozent der Einwohner gelten als arm. Den abgeschotteten Luxusvierteln nahe des Stadtkerns wie Santa Fe und Pedregal, stehen die Selbstbausiedlungen am Stadtrand gegenüber, die teils ohne intakte Infrastruktur sind. Kriminalität ist ein Problem, nicht nur in den teilweise slumartigen Siedlungen an der Peripherie, sondern auch in der Kernstadt. Laut Statistik kommen auf 100.000 Einwohner von Mexiko-Stadt 8,5 Mordfälle, das ist etwa doppelt so viel wie in Berlin.
Wohnen
Etwa ein Drittel der Bevölkerung des Ballungsgebiets Mexiko-Stadt lebt heute in colonias populares, den Selbstbausiedlungen, die sich durch illegalen Grundstückshandel in einem Ring um die Kernstadt gelegt haben. Durch die extrem kleinteilige Parzellierung sind monotone Strukturen entstanden. Den neuesten dieser Siedlungen fehlt es nicht nur an Infrastruktur, sondern auch an zentralen Plätzen. Während des Erdbebens von 1985 wurden zahlreiche Gebäude im Stadtzentrum beschädigt.
Religion und Sprache
Offiziell sind rund 90 Prozent aller Mexikaner katholisch, allerdings vermischt sich der Glaube vielfach mit Inhalten der präkolumbischen Epoche. Das religiöse Wahrzeichen von Mexiko-Stadt ist die Basílica de la Guadalupe: Auch im Kult um die indianische Heilige Jungfrau von Guadalupe zeigt sich, wie sich vorkolumbische und christliche Religionen vermischt haben. Standardsprache in Mexiko-Stadt ist Spanisch.
Verkehr
Die Straßen der Hauptstadt sind schachbrettartig angelegt, zentrale Verkehrsachsen sind die großen Boulevards Paseo de la Reforma und Avenida de los Insurgentes sowie die Stadtautobahn Anillo Periférico. Dass Mexiko-Stadt vor rund 80 Jahren noch Luftkurort war, ist heute kaum vorstellbar: Smog liegt über der Stadt, die Straßen sind verstopft und die drei Millionen Autos täglich kommen nur mühsam voran. Das U-Bahn-System, das Anfang der 1970er angelegt wurde, funktioniert gut, auch die Außenbezirke sind überwiegend angeschlossen. Das Streckennetz ist heute rund 200 Kilometer lang und wird von 4,6 Millionen Pendlern genutzt. Doch das Verkehrsproblem konnte dadurch nicht gelöst werden. Mit Benito Juárez besitzt Mexiko-Stadt den größten Flughafen des Landes, der auch international bedeutend ist. Auch hier gilt, was für den Verkehr auf den Straßen gilt: Die Kapazität ist ausgelastet. |
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Lateinamerika
Lateinamerika befindet sich mitten im Umbruch. Demokratische Strukturen haben sich etabliert, doch die soziale Anspannung ist geblieben. Das Dossier schildert die jüngsten politischen Entwicklungen in 19 Staaten. Im Mittelpunkt stehen zudem die sozialen Bewegungen, aber auch Themen wie Bildung, Emanzipation und Menschenrechte. |
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