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Migration in Deutschland 1955-2004

Von der "Gastarbeiter"-Anwerbung zum Zuwanderungsgesetz

Migrationsgeschehen und Zuwanderungspolitik in der Bundesrepublik
Carolin Reißlandt
Inhalt
Einleitung
1955-1973 Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte
1973-1979 Anwerbestopp und Konsolidierung der Ausländerbeschäftigung
1979-1980 Konkurrierende Integrationskonzepte
1981-1990 Wende in der Ausländerpolitik
1991-1998 Praktische Akzeptanz der Einwanderungssituation
1998-2004 Deutschland, Einwanderungsland? Staatsangehörigkeit und Zuwanderungsgesetz
1979-1980 Konkurrierende Integrationskonzepte

Der erste Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, der
Älteres Paar im Görlitzer Park, Berlin-Kreuzberg © Susanne Tessa Müller
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Älteres Paar im Görlitzer Park, Berlin-Kreuzberg © Susanne Tessa Müller
frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident Heinz Kühn (SPD), legte Ende 1979 ein Memorandum vor, dessen zentrale Forderung die Anerkennung der faktischen Einwanderungssituation durch die Regierung in Form einer konsequenten Integrationspolitik war. Als zweites wurde darin vom Staat gefordert, die reale Gleichberechtigung v.a. der so genannten Zweiten Generation in den Bereichen Bildung und Ausbildung, Arbeit und Wohnen zu fördern. Auch die Einführung des kommunalen Wahlrechts für hier lebende Ausländerinnen und Ausländer sowie eine Option auf den Erhalt der Staatsbürgerschaft für hier geborene ausländische Kinder wurden gefordert. Diese sollten die politische Partizipation erhöhen.

Integrationsdebatte 1980

In der öffentlichen Debatte auf das Kühn-Memorandum standen neben der staatlichen Verantwortung für die Integration der Zugewanderten immer auch die Integrationsfähigkeit und Integrationswilligkeit der Zugewanderten im Mittelpunkt. Die ausländerpolitischen Beschlüsse der damaligen SPD/FDP-Bundesregierung blieben weit hinter den Forderungen ihres Ausländerbeauftragten zurück – mehr noch: die Ausländerpolitik war weiterhin auf Konzepte zur sozialen Integration auf Zeit ausgerichtet. Die Wende der Ausländerpolitik blieb somit aus. Die Bundesregierung überließ ungeachtet weiterer Vorschläge die Integrationspolitik den pragmatischen, aber oft unkoordinierten Initiativen der kommunalen Verwaltungen. Umfassendere Konzepte zur Integrationsförderung der Migranten und ihrer Familienangehörigen wurden nicht erarbeitet.


15. März 2005


 
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