Skala auf einem Transistorradio

All about radio:

Die 2. Radiodays Europe in Kopenhagen


22.3.2011
Es war eine Konferenz der Superlative und Europas größter Radioevent: Rund 650 begeisterte Radiomacher aus über 40 Ländern trafen sich Mitte März in Kopenhagen, um miteinander über die Zukunft des Radios zu diskutieren. Im Brennpunkt: Themen wie der Neustart von DAB+ im August in Deutschland und die mögliche Signalkraft für den europäischen Digital-Markt. Welche Strategie kommt im Internet am besten an? Wo sind die Nachwuchstalente? Überlaufen waren die Panels, wenn es um Facebook oder Personality-Radio ging. Die Highlights der 2. Radiodays Europe in Kopenhagen und Stimmen Deutscher Radiomacher: hier im Video.

Mit eisigem Wind empfing Kopenhagen vergangene Woche die Besucher des »2. Radiodays Europe«. Rund 650 Radiomacher aus über 40 Ländern hatten sich getroffen, um miteinander über die Zukunft des Radios zu diskutieren. Die Radiodays Europe wurden erstmals im März 2010 - ebenfalls in Kopenhagen - als zweitägige Konferenz mit Abendveranstaltung durchgeführt. Die Initiative ging von skandinavischen Radiogruppen aus, die in Norwegen, Schweden und Dänemark bereits langjährig nationale Radiodays veranstalten.

Der Radioevent wurde getragen von einer Welle der Begeisterung für ein solch kompetentes Treffen unter engagierten Radiomachern. Rund 40 der Teilnehmer stammten aus Deutschland. hoerfunker.de war mit Videokamera vor Ort und hat die ereignisreichen zwei Tage in der Hauptstadt Dänemarks in Ton und Bild festgehalten.




Visualisierung, Text und das Internet sind wichtig, aber das Radio muss auch in Zukunft ein Rundfunkunternehmen bleiben, bei dem der Inhalt eine bedeutendere Rolle spielt als die Technik - so fassen die Veranstalter selbst die Kernaussagen der Konferenz zusammen. Selbstbewusst feierten die Radiomanager die Erfolge des Radios und diskutierten über die vor ihnen liegenden Herausforderungen.

Dabei erinnerte EBU-Generaldirektorin Ingrid Deltenre in ihrer Eröffnungsansprache die Tagungsteilnehmer an die überaus wichtige Rolle, die dem Radio momentan in Japan zukommt, in der Zeit nach Erdbeben, Tsunami und nuklearem Desaster.

Originell: Tiina von "Metroradio Finland" mit in Istanbul erstandener Schallplatten-Handtasche. Foto: isOriginell: Tiina von "Metroradio Finland" mit in Istanbul erstandener Schallplatten-Handtasche. Foto: is
In 40 Sessions, von denen jeweils vier parallel liefen und unter dem Hauptmotto "Where will Radio be in 5 years", wurde - zum Teil heftig - diskutiert über Themen wie den Neustart von DAB+ im August in Deutschland und die mögliche Signalkraft für den europäischen Digital-Markt. Wie geht es weiter mit der "App Mania"? Wie stellt sich Radio strategisch im Internet auf? Welche neuen Konzepte und kreativen Umsetzungen bringen zusätzliches Geld in die Kassen? Und woher kommen Nachwuchs und erfolgreiche Talente?

Nick Piggott von Global Radio kündigte den zum Ende des Monats bevorstehenden Start des »UK-Radioplayers« als "Google des Radios" an und die Schweden haben Anfang März eine Enthüllungsplattform nach dem Vorbild von Wikileaks gestartet. Zwischen fünf und zehn "Whistleblowerkontakte" erhalten die Radiomacher pro Tag.

Über inhaltliche Ergebnisse und spannende Themen der Konferenz wird hoerfunker.de in den nächsten Tagen weiter berichten.



Hintergrund



Strategische Partner der Radiodays Europe sind unter anderen die »Association of European Radios (AER)«, der über 4500 private, kommerzielle Radiostationen aus 27 europäischen Ländern angehören und die »Europäische Rundfunkunion (EBU)«, ein Zusammenschluss von derzeit 75 Rundfunkanstalten in 56 Ländern. Deren bekannteste Produktion ist der jährliche "Eurovision Song Contest". Stolzer Hauptpartner der Radiodays Europe für Deutschland ist die Gattungsinitiative »"Radiozentrale"« aus Berlin. Beteiligt sind zudem die »Medientage München«, die »Lokalrundfunktage« sowie die »ARD.ZDF medienakademie«. Nächstes Jahr wird die Veranstaltung am 22. und 23. März in Barcelona stattfinden. Die Radiodays Europe sind auch auf »Facebook« und »Twitter« vertreten, allerdings mit zurückhaltendem Engagement.