Korruption und globale Wirtschaft
Nach vier Jahren hat Transparency International am Mittwoch einen weiteren "Bribe Payers-Index" vorgelegt. Die Umfrage unter rund 11.000 Führungskräften in 125 Ländern untersucht: Wie stark fällt bei Firmen aus wichtigen Industrienationen die Bestechung aus? Deutsche Unternehmen schnitten gut ab, aber ohne Korruption kommen auch sie nicht aus.
Nicht immer wird bar gezahlt, auch Geschenke und geldwerte Vorteile erfüllen mitunter den Straftatbestand der Korruption.Foto: Kai Schöning / photocase.com
Unternehmen junger, aufstrebender Exportnationen wie Indien, China oder Russland sind die Schlusslichter des Korruptions-Index. TI fordert diese Länder auf, sich an die OECD-Konvention gegen Bestechung ausländischer Amtsträger zu binden. Diese Konvention der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung schreibt den unterzeichnenden Ländern vor, strafrechtliche Maßnahmen gegen Bestechung ausländischer Amtsträger gesetzlich festzuschreiben. Außerdem soll die steuerliche Absetzbarkeit von Bestechungsgeldern verboten werden.
19 der 30 gelisteten Nationen, u.a. auch Deutschland, haben die Konvention bislang ratifiziert. Dass es damit allein nicht getan ist, zeigt allerdings das Beispiel der Türkei. Die Konvention wurde dort 2003 gesetzlich verankert, dennoch landete das Land bei der zwischen Februar und Mai dieses Jahres durchgeführten Umfrage auf dem viertletzten Platz. Aus Sicht von TI sei das Ergebnis "höchst problematisch für ein Land, das sich um die EU-Mitgliedschaft bewirbt".

