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Menschen im Radio
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"Die Leute kommen, weil sie ein Bedürfnis haben" |

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Interview mit "Hallo Ü-Wagen" -Chefin Ursula Daalmann Von Inge Seibel-Müller
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(Juli 2009) - Die WDR-Sendung "Hallo Ü-Wagen" gehört längst zu den Klassikern im deutschen Radio. Auch 35 Jahre nach dem Start mit der legendären Moderatorin Carmen Thomas gehen den Machern die Themen nicht aus. Im Interview mit Hoerfunker.de geht Redaktionsleiterin Ursula Daalmann von einer sicheren Zukunft für das aufwendig produzierte Live-Format aus.
Frage: Die Sendung "Hallo-Ü-Wagen" gibt es schon seit 35 Jahren. Wie oft wiederholen sich die Inhalte?
Ursula Daalmann: Es gibt selbstverständlich eine Liste mit allen Titeln, Themen und Standorten. Die konsultiere ich oft, um zu sehen, haben wir das schon mal gemacht. Wir nehmen ein Thema nur noch mal, wenn es sich anders darstellt. Es soll für uns selbst auch nicht langweilig werden.
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| "Hallo Ü-Wagen", die Mitmachsendung von WDR 5 feiert im Dezember 35. Geburtstag. Moderiert wird die Sendung von Julitta Münch. Foto: WDR |
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 |  | Frage: Gehört ein bestimmtes Thema zu einer bestimmten Stadt?
Ursula Daalmann: Eigentlich nein. Wir machen eine halbjährliche Themenplanung. Ein Samstag im Monat bleibt jeweils offen. Der wird kurzfristig geplant für aktuell anstehende, tendenziell eher politische Themen. Zum Beispiel gehen wir in der kommenden aktuellen Sendung zum Thema "Zukunft der Kaufhäuser" nach Gevelsberg. Diese kleine Stadt ist so interessant, weil hier bereits 1992 das Kaufhaus Horten zugemacht hat. Damit war die kleine Innenstadt zunächst mal scheinbar tot. Die Stadtväter sind aber nicht in Agonie verfallen, sondern haben aus der Innenstadt eine Fußgängerzone gemacht. Die Einzelhändler erweiterten ihr bisheriges Sortiment. Erstaunlicher Weise hat sich eine Reihe von neuen Einzelhändlern angesiedelt . Die kleine Innenstadt von Gevelsberg gilt als sehr lebendig und wir sind bei Hallo-Ü-Wagen sehr gespannt, ob wir das vor Ort auch bestätigen können.
Frage: Kommen die Leute durch Zufall zum Ü-Wagen?
Ursula Daalmann: Wir kündigen das in der Sendung der Woche davor an. Von Leuten, die sich melden, laden wir zwei bis drei ein. Die Sendung wird auch durch die Woche beworben. Hospitanten rufen potentielle Interviewpartner vor Ort an.
Frage: Wie geht man mit eher schwierigen Zeitgenossen in einer Live-Sendung um?
Ursula Daalmann: Wenn man zum Beispiel merkt, es kommt jemand mit einer Alkoholfahne zum Ü-Wagen und der will vielleicht was ganz anderes, dann sagt ihm die Aufnahmeleiterin: "Wir haben eine Spielregel. Bei uns reden nur Leute, die vielleicht nicht so viel Grund wie Sie hatten, heute Nacht zu feiern." Oder die zweite Spielregel ist: "Wir reden heute über T-Shirts und da hat ein anderes Thema keinen Platz."
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Zur Person |
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Hallo Ü-Wagen: Der Titel ist Programm. Jeden Samstag zwischen 11.00 und 13.00 Uhr werden in der Live-Sendung bei WDR 5 Themen behandelt, die von Hörern vorgeschlagen werden, weil sie zumeist ihr Alltagsleben betreffen. Am Ü-Wagen, der an wöchentlich wechselnden Standorten in Nordrhein-Westfalen Station macht, kommen zufällig anwesendes Publikum, eingeladene Gäste und Fachleute zu Wort. Das Konzept der nach WDR-Angaben "ersten Mitmach-Sendung im deutschen Hörfunk" stammt von der legendären Moderatorin Carmen Thomas, die "Hallo Ü-Wagen" von 1974 bis 1994 auch selbst präsentierte. Inzwischen wird die Sendung von Julitta Münch moderiert. Redaktionsleiterin ist seit 1995 Ursula Daalmann. Die studierte Germanistin und Philosophin kam nach einer Zwischenstation bei der EU im Jahr 1990 in die damals von Carmen Thomas geleitete Redaktion. Neben Ursula Daalmann, Moderatorin Julitta Münch und einer Sekretärin gehören wechselnde freie Mitarbeiter zum Team von "Hallo Ü-Wagen". |  |
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Frage: Was kann sonst noch schief gehen?
Ursula Daalmann: "Hallo Ü-Wagen" ist ein Radioformat, in dem wir einen Rahmen aufbauen, in dem ganz viele Zufälle passieren. Die Sendung lebt vom Spontanen und Zufälligen. Was so richtig schief gehen kann? Wenn kein Mensch vor dem Ü-Wagen steht, dann ist die Sendung misslungen.
Frage: Erinnern Sie sich an eine bestimmte Sendung besonders gern?
Ursula Daalmann: Ja, das war eine Sendung über Maden. Die war aus zwei Gründen toll. Ich werde das nie vergessen. Wir hatten natürlich in die Sendung Maden mitgebracht. Im Laufe der Sendung überwanden einige Leute im Publikum ihren Ekel, hatten eine kleine Made auf der Hand. Ein Forensiker erklärte den Leuten die verschiedenen Entwicklungsstadien der Maden. Schließlich meinte jemand aus dem Publikum: "Och, die sieht doch eigentlich ganz niedlich aus, gucken Sie mal hier die beiden Augen." Worauf der Forensiker trocken meinte: "Naja, also niedlich finde ich die jetzt auch, aber Sie gucken der gerade in ihr Hinterteil, Maden haben keine Augen." Wir hatten auch einen unheimlich redegewandten Zoologen dabei. Der beendete die Sendung fast schon schreiend mit den Worten: "Die meisten Menschen haben Angst vor Maden, weil sie schleimen. Sie beißen. Sie sind grässlich. Aber, ich sage Ihnen: Der liebe Gott hat sie alle lieb."
Frage: Wird die Sendung beim Publikum noch so geschätzt, wie zu Carmen Thomas Zeiten?
Ursula Daalmann: Natürlich hat sich die Rundfunklandschaft gegenüber den 70er Jahren komplett geändert. Die Leute wissen heute - nicht zuletzt dank der Privatradios, die ja viel vor Ort sind - wie Radio funktioniert. Es gibt mittlerweile so viele Formate im Radio, die das Publikum einbeziehen. Ich glaube aber, wir sind mit unserer Sendung diejenigen, die das nach wie vor am weitest gehenden betreiben. Und wie ich Ihnen eben gesagt habe, sind wir diejenigen, die bis auf 2-3 Personen das Publikum am Mikrofon nicht "casten" Die Leute kommen heute weniger, weil sie Radio spannend finden, sondern weil sie ein Bedürfnis haben, ihre Meinung zu sagen. Die Akzeptanz ist nach wie vor groß. So kann es vorkommen, dass Leute, die beispielsweise in Dortmund wohnen extra nach Bielefeld fahren, um dort beim Ü-Wagen ihre Meinung sagen zu können. Oder wir lesen auch Emails vor von Leuten, die uns in anderen Bundesländern über das Internet hören und die ihr Anliegen nicht selbst am Ü-Wagen vortragen können.
Frage: Ist die Zukunft für das Format "Hallo-Ü-Wagen" gesichert?
Ursula Daalmann: Je komplizierter die Marktlage ist, um so besser verstehen die Sender, dass sie mit dem Klammerbeutel gepudert wären, wenn sie solche bekannten Marken wie "Hallo-Ü-Wagen" aufgeben würden. Ich sehe meinen Job auch darin, dafür zu sorgen, dass die Sendung funktioniert. |
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Mitmachsendung |
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Hallo Ü-Wagen
Immer samstags um 11:05 Uhr geht "Hallo Ü-Wagen" irgendwo in Nordrhein-Westfalen live auf Sendung. Dieses Jahr wird die legendäre Mitmach-Sendung 35 Jahre alt und ist noch immer populär. |
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Tipps zum Schreiben für das Hören |
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Audiobeiträge für das Netz
Audiobeiträge sind längst keine Domäne mehr allein von Radiosendern. Ansprechende Audiobeiträge für das Internet können schon mit einfachen technischen Hilfsmitteln produziert werden. Damit das auch alles gut klingt, sollte man dabei einige grundlegende Dinge beachten. |
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