Für die einen bedeutet Achtundsechzig die Demokratisierung aller Lebensbereiche. Für andere sind die 68er Schuld am Werteverfall, Kindermangel und Bildungsnotstand. Auch nach 40 Jahren erregen die Ereignisse um das Jahr 1968 die Gemüter.
Die Sechzigerjahre: Konsumfreude und Reformhunger, Fortschritt und Krise, Spießigkeit und Protestkultur – kein anderes Jahrzehnt bundesdeutscher Geschichte war aufregender und bunter. Die Zeit des Auf- und Umbruchs führte zu tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen.
Von der "Ära Adenauer" zum Rücktritt Willy Brandts, vom Mauerbau zu Honeckers Sozialpolitik: Die innere Entwicklung der beiden deutschen Staaten war häufig stark aufeinander bezogen.
Während die Entstehung der Bundesrepublik sowie die Gründung und das Ende der DDR als gut erforscht gelten, sind die "langen sechziger Jahre" (1958 bis 1973) bisher vernachlässigt worden. Wie stand es damals um die Alltags- und Jugendkultur?
Die Ereignisse um die Studentenproteste des Jahres 1968 werfen ihre Schatten noch immer bis in die Gegenwart. Für die einen ist es quasi der Beginn einer demokratischen Neugründung der Bundesrepublik nach der als restaurativ empfundenen Adenauer-Zeit, für andere die Abirrung vom erfolgreichen Weg eben dieser Ära.
Civil-Rights-Movement in den USA, Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in der Bundesrepublik und der Traum von einem Sozialismus mit menschlichem Antlitz in der Tschechoslowakei. 1968 hat viele Gesichter. Der Historiker Norbert Frei bietet eine internationale Perspektive auf das Phänomen 1968.
In den Sechzigerjahren war der Konflikt zwischen Utopie und "real existierendem Sozialismus" in der DDR besonders groß. Der Autor schildert die sozialistische Utopie in der DDR - ihre Faszinationskraft, ihren Missbrauch und schließlich ihr Scheitern.
"Jugendkultur" lautet das Thema dieser Ausgabe. "Jugend" umfasst inzwischen eine Zeitspanne, die von acht bis achtunddreißig reichen kann - oder darüber hinaus. Die "Kulturen" dieser sozialstrukturellen Gruppe unserer Gesellschaft werden vor einem gesellschaftlichen und zeitgeschichtlichen Hintergrund dargestellt.
Alexander Dubceks "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" hatte
nicht nur bei den Menschen im Ostblock Hoffnungen geweckt.
Doch am 20. August rücken Soldaten und Panzer der
Warschauer-Pakt- Staaten in die Tschechoslowakei ein. Blutig
zerschlagen sie das ehrgeizige Experiment.
Utopismus, Revolutionsseligkeit und die Lust an der tabula rasa. Götz Aly zieht Parallelen zwischen "68" und der Nazi-Jugendbewegung. Die 68er seien ihren Vätern der 1933er-Generation näher, als ihnen lieb sein kann, so Aly. War die 68er-Bewegung ein "Spätausläufer des Totalitarismus"?
Peter Schneider war einer der Akteure von 1968. Mit der Distanz von 40 Jahren setzt er sich mit seinen Tagebuchaufzeichnungen von damals auseinander und zieht auf höchst unterhaltsame Weise eine sehr persönliche Bilanz der Revolte.
Bilder von zerstörten Dörfern und von Napalm verbrannten Kindern prägen die Erinnerung an den Vietnamkrieg von 1965 bis 1975. Bernd Greiner geht der Frage nach, weshalb die USA diesen Krieg führten und ihn selbst im Wissen um eine unausweichliche Niederlage fortsetzten.
Vor allem unter der akademische Jugend war Mitte der 1960er Jahre das Unbehagen am politischen und gesellschaftlichen System der Bundesrepublik weit verbreitet. Als Reaktion auf die erste Große Koalition formierte sich die "APO".
Im Interview mit der bpb spricht der Politologe Gerd Langguth über Ursachen und Ziele der Studentenbewegung sowie deren Bedeutung als "Vorgeschichte" der RAF.
Ausgezeichnet mit Grimme Online Award: Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Videos, Fotos und Dokumenten.