Die bpbBestellenNewsletterPressePartnerImpressumKontakt

Home
   
FAQ Index


Themen
Medien
Hörfunker
Home
Journalismus im Radio
Morgens im Radio
Das Local-Web
Facebook für Radiosender
Start von DAB+
Was wir bei Antenne Düsseldorf über Facebook und Twitter gelernt haben
Radio-Personalities
„Radio machen“: Erste Schritte, leicht erklärt
Mobiler Journalismus
Volontariat - was dann?
HNA macht Webradio
Lasst uns über Politik reden
Social Media und die Weltpolitik
Radiokodex
Radiothemen-
archiv
Dokumentationen
Publikationen
Veranstaltungen
Wissen
Lernen
ZMI Universität Giessen Arte netzeitung.de Arte ZMI Universität Giessen taz Kulturstiftung des Bundes Berliner Konferenz Universität Duisburg-Essen Köln International School of Design
Suche
Dossier bpb.de


Zukunft des Lokaljournalismus

Kampf ums Lokale


Von Inge Seibel-Müller

"Wer mit Aktualität, Regionalität und Identifikationspotential bei den Hörern punkten kann - dem bleiben sie treu. Die Stärken des Lokalradios ausbauen heißt, unmittelbare Informationen aus der Region zu liefern, aber auch mit innovativen Ideen zu überzeugen"
- Zitat aus dem offiziellen Programmheft der Nürnberger Lokalrundfunktage 2010.

06. August 2010. - Man kann es drehen wie man will. Wenn Zeitungen über Leserschwund klagen und Radiosender über Hörerverlust, dann hat das einen Grund: Die Artikel oder das Programm sind nicht interessant und attraktiv genug. Es fehlt ihnen an der Währung "Aufmerksamkeit". Das muss nicht einmal heißen, dass Radiohören früher aufregender war oder in der Zeitung spannendere Informationen standen: Es liegt, da sind sich die Medienmacher einig, an dem Überfluss von kostenlosem Content im Internet.

25JahreLokalrundfunk
In den 90er Jahren, als sich noch Cartmaschinen in den Sendestudios stapelten, war die Radiowelt noch konkurrenzlos. Quelle: "Der Bayerische Lokalfunk in Bildern" - Eine Dokumentation der bayerischen Landeszentrale für neue Medien zu 25 Jahren Privatradio-Geschichte.

Dabei interessieren sich die Menschen heute wie gestern für die Ereignisse in ihrem lokalen Umfeld. Fast die Hälfte der Onlineleser von Lokalzeitungen wünscht sich im Netz von ihrer Zeitung mehr Lokales, haben Wissenschaftler der Uni Leipzig herausgefunden.

Hörer und Leser haben jetzt nur neue Möglichkeiten zu zeigen, was ihnen gefällt: im direkten Kommentar, in Foren und sozialen Netzwerken. Die Redakteure warten nicht mehr mit Bangen auf das Urteil des Chefredakteurs, sondern vielmehr auf aktuelle Klickstatistiken, die den Erfolg oder Misserfolg jedes einzelnen Artikels dokumentieren.

Lokale Informationen auf neuen Plattformen

Lokalradios und Regionalzeitungen müssen seit kurzem Konkurrenz fürchten: durch lokale Blogger, die eine Nische in der lokalen Berichterstattung entdecken. Meist sind es freie Journalisten, die unabhängiger berichten als die Medienhäuser. Beispielsweise Hardy Prothmann mit seinem "heddesheimblog". Vom Branchendienst meedia.de nach seinem Erfolgsrezept befragt, bezeichnet er sich gänzlich unbescheiden als die "Zukunft des Lokaljournalismus" .

16vor_web
Grossansicht des Bildes
Auch das Stadtblog "16Vor" aus Trier wird von freien Journalisten geschrieben.
"16Vor" heißt das Stadtblog aus Trier, das Marcus Stölb mit seinem Kollegen Christian Jöricke betreibt. Im Video bei www.drehscheibe.org berichtet er von beachtlichen Erfolgen für sein lokales Stadtblog. Das Konzept: weniger Themen, dafür mehr Tiefe und Hintergrund in der Berichterstattung.

"Journalism is publishing, what someone doesn't want us to know, the rest is propaganda" hat der freie Journalist Stefan Aigner als Motto über sein Stadtblog "regensburg-digital" gestellt. Der einstmals Angestellte der Wochenblatt Verlagsgruppe nimmt ebenfalls kein Blatt vor den Mund und kämpft gegen Einstweilige Verfügungen von Kirche und Rüstungskonzern, die seine kritische Berichterstattung zu unterbinden versuchen. "Welt"-Korrespondent David Schraven bloggt bei den "Ruhrbaronen". Für ihn sind die lokalen Blogs wie "kleine Räder, die die Großen bewegen". In Nordrhein-Westfalen soll es schon mehr als 60 davon geben.

Auch wenn die lokalen Blogger von den etablierten Medienmachern teilweise noch belächelt und nicht ernst genommen werden, in Amerika, dem Land des großen Zeitungssterbens, boomt bereits der so genannte "Hyperlokale Journalismus".

Zeit für Lokalradios und Lokalzeitungen, aufzuwachen.

So sieht das auch Berthold L. Flöper. Seit vielen Jahren leitet der gelernte Journalist das Lokaljournalistenprogramm der Bundeszentrale für politische Bildung und warnt vor einer Bagatellisierung der neuen Konkurrenten im Lokalen und im Netz: "Facebook, Xing, Twitter, Blogs, Bürgerforen - Informationen werden heute auf vielen Plattformen verbreitet. Für Redakteure im Lokalen eine brisante Lage: Plötzlich treten neue Konkurrenten auf, die lokale Nachrichten auf eigenen Kanälen anbieten. Wenn Lokalredaktionen nicht bewusst Teil dieser neuen Medienwelt werden, fehlen sie auf dem 'Marktplatz', auf dem Informationen gehandelt werden."



Neben den Modellseminaren lädt die bpb immer wieder engagierte Redakteure zu ein- bis zweitägigen Workshops ein, um über neue Entwicklungen in der Medienwelt zu diskutieren und neue Konzepte zu erarbeiten. Dazu gehören auch Veranstaltungen für und mit Hörfunk- oder Internetjournalisten.

Lokaljournalismus im Netz

Konzepte, mit denen Lokalredaktionen diese Welten jenseits von Zufallsvideos und Bildergalerien erobern können, sind allerdings rar: "Was heißt überhaupt Lokaljournalismus im Netz, das ist eine spannende Frage", sagt Flöper und hofft, im Rahmen des nächsten Modellseminars der bpb für Lokaljournalistinnen und Lokaljournalisten von Tageszeitungen im November in Augsburg der Lösung näher zu kommen. Die in der Regel fünftägigen Modellseminare der bpb sind angelegt als intensive Redaktionskonferenzen. Sie bieten die Möglichkeit, in kleinen Arbeitsgruppen Konzepte zu wichtigen Themen des Lokaljournalismus vor dem Hintergrund der täglichen Redaktionsarbeit zu überprüfen, weiterzuentwickeln und Erfahrungen auszutauschen. Entwickelt und durchgeführt werden die Modellseminare von Teams, deren Mitglieder selbst RedakteurInnnen von Tageszeitungen sind. Das garantiert den absoluten Praxisbezug und ist im Aus- und Weiterbildungsbereich ein Alleinstellungsmerkmal der Bundeszentrale für politische Bildung.

"In den vielfältigen Darstellungsformen des Internet verbergen sich schon jetzt Chancen für Journalisten, Geschichten zu erzählen. Im Seminar analysieren wir spannende Beispiele und deren Umsetzung im Lokalen", sagt Floeper. Ziel sind lokale Web-2.0-Strategien und damit Entwürfe, mit denen Lokalredaktionen auch im Social-Media-Zeitalter ihre Bedeutung behalten oder sogar steigern können.

Crossmediale Linktipps

Was von den Zeitungsredakteuren entwickelt wird, kann durchaus auch für Loaklredaktionen im Radio hilfreich sein. Die Ergebnisse der Modellseminare werden auf www.drehscheibe.org für alle zugänglich veröffentlicht. Es lohnt sich also, im Spätherbst einmal nachzuschauen, was die Kollegen zum Thema "Das Netz ist lokal" an neuen Konzepten und Strategien entwickelt haben.

Empfohlen sei an dieser Stelle auch der Journalistenreader "Watergate in Wuppertal" des Modellseminars "Recherche im Lokalen", das im Juni 2010 in Eisenach stattfand. Dokumentiert werden neben zahlreichen Expertenberichten die Ergebnisse der Arbeitsgruppe "Kreativitätsstrategien für Lokalreporter", Rechercheerfahrungen mit Facebook, Twitter und Stayfriends und die Möglichkeiten der investigativen Recherche auch mit kleinen Budgets. Dazu finden sich zahlreiche Linktipps.


 
Druck-Version
Artikel versenden
Redaktion
Lokaljournalismus im Wandel
Lokalradio macht Zeitung
Lokalradio macht Zeitung
Im Funkhaus Würzburg wird seit November 2008 online auch Zeitung gemacht. www.mainfranken24.de heißt das Projekt, das sich als eigenständige Marke neben den Funkhaussendern Radio Charivari und Radio Gong behaupten soll. Das Angebot im Internet wird von den Rundfunkredakteuren betreut.
Lokalradio macht Zeitung
Online-Angebot
Drehscheibe
Drehscheibe
In diesen Tagen feiert die drehscheibe ihr 30-jähriges Bestehen. Bis zur Jubiläumsausgabe sagen jeden Tag bekannte Journalisten und Medienexperten, warum das Fachmagazin für sie so wichtig ist und welche Zukunft sie für den Lokaljournalismus sehen.
Drehscheibe

Themen | Wissen | Veranstaltungen |
Publikationen | Lernen |
Die bpb | Bestellen | Newsletter | Presse | Partner |
Impressum | Datenschutz | Kontakt | Home