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Dossier Afrika
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Trinkwasserversorgung und Armut in Sub-Sahara-Afrika |
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| Die Trinkwasserversorgung Afrikas südlich der Sahara ist weiterhin geprägt durch Wassermangel, schlechte Wasserqualität, Saisonalität der Wasserverfügbarkeit und weitgehende Abwesenheit des Staates bei der Versorgung seiner Bevölkerung. |
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Trinkwasserversorgung und Armut in Sub-Sahara-Afrika |
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 Auszug aus:
Afrika, Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 32-33/2006)
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| Bliss, Frank
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Wassertarife Der Hauptgrund für die Bevölkerungsbeteiligung ist also weiterhin weniger ein Empowerment der Menschen als vielmehr die Sicherung der Nachhaltigkeit von Trinkwasseranlagen, weil es keine Trägeralternative gibt. Es geht darum, nach der Finanzierung der Neuerrichtung (oder Wiederherstellung) eines Wassersystems durch externe Geber dessen Betrieb einschließlich der laufenden Wartung und Reparaturen langfristig durch kostendeckende Einnahmen sicherzustellen. Diese werden dabei in der Regel durch Nutzergebühren aufgebracht.
Bei Hausanschlüssen kann ein Pauschalbetrag vorgesehen werden oder, wenn möglich, ein Fixpreis je Kubikmeter. Wo die Bevölkerung zu arm ist, um die Kosten für den Hausanschluss bezahlen zu können, werden zentrale Verteilerstellen eingeplant. Solche Zapfstellen werden öffentlich zugänglich an den Straßen errichtet. Um die Wassergebühren eintreiben zu können und den pfleglichen Umgang mit den Wasserhähnen zu garantieren, betraut man zumeist Verwalter oder Verwalterinnen mit dem Management der einzelnen Zapfstellen. Diese kassieren üblicherweise an Ort und Stelle je gefülltes Gefäß einen einheitlichen Geldbetrag. Oft ist das Wasser an solchen Zapfstellen wegen des erheblichen Verteilungsaufwandes pro Kubikmeter allerdings teurer als das komfortabel gelieferte Wasser von Hausanschlüssen, obwohl die Menschen (fast immer Frauen und Mädchen) jeden Liter von der Zapfstelle auf dem Kopf nach Hause tragen müssen.
Die meisten dieser Trinkwassersysteme funktionieren erstaunlich gut. Interne und externe Evaluierungen, zuletzt auch eine Studie des Verfassers im Auftrag des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik, bescheinigen gerade der deutschen EZ eine hohe Erfolgsquote. Jahre nach Abschluss der Vorhaben sind die meisten geförderten Wassereinrichtungen in betriebsfähigem Zustand und liefern Trinkwasser von überwiegend guter Qualität. Allerdings wurde im Rahmen von Wirkungsanalysen ebenfalls festgestellt, dass nicht immer die gesamte Bevölkerung das Wasser der neuen Systeme nutzt, sondern sich auch weiterhin anderer, zum Teil gesundheitlich sehr bedenklicher Quellen bedient. Wurde noch vor einer Generation häufig das Argument vorgebracht, Wasser aus traditionellen Brunnen schmecke "süßer" oder sei "gesünder", so ist sich die große Mehrheit der Nutzerinnen der alternativen Wasserquellen heute fast überall der Tatsache bewusst, dass das Wasser der Projektsysteme gesünder ist als ihr eigenes. Jedoch können viele arme Familien das Geld für das saubere Wasser schlichtweg nicht aufbringen.
Ein Haushalt mit zehn Personen hat im ländlichen Afrika oft weniger als 300 Euro im Jahr an Bargeld zur Verfügung. Häufig beträgt der Preis für einen Kubikmeter Wasser rund 1,5 Euro. Bei durchschnittlich 20 Liter Verbrauch pro Person und Tag sind dies neun Euro im Monat oder 108 Euro im Jahr, mehr als ein Drittel des verfügbaren Einkommens. Dabei sollte nach Vorstellungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Anteil des Einkommens, der für Trinkwasser ausgegeben wird, nicht mehr als fünf Prozent betragen. Selbst wenn die ärmere Bevölkerung nur ihr Trinkwasser aus den Systemen beziehen würde, also etwa fünf Liter am Tag, würde sich die Wasserrechnung noch auf 27 Euro oder neun Prozent des Einkommens belaufen. Jemand, der sich schon heute nicht hinreichend ernähren kann, müsste jede zusätzliche finanzielle Belastung mit einem weiteren Verzicht auf Nahrung oder Nahrungsqualität ausgleichen. Hinzu kommt die bereits erwähnte Tatsache, dass wegen der wachsenden Unfähigkeit zahlreicher Staaten, ihren Bürgern selbst so einfache Grunddienste wie Basisbildung und -gesundheitsversorgung bereitzustellen, heute auch Schulen und Gesundheitszentren unter erheblicher Kostenbeteiligung der Bevölkerung errichtet und betrieben werden müssen. Dadurch werden vor allem die armen Menschen auf dem Land gleich mehrfach zusätzlich belastet, ohne dass sich an den niedrigen Einkommen etwas ändert.
 Auszug aus:
Afrika, Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 32-33/2006)
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Schulen - GEMEINSAM FÜR AFRIKA
Die Kampagne "Gemeinsam für Afrika" hat vom 6. bis 17. November 2006 Afrika zum Thema in den Klassenzimmern gemacht. Angeboten wurde dazu unter anderem kostenloses Unterrichtsmaterial. |
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