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Bilder in Geschichte und Politik
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Die Entfaltung der Bildkultur in den Medien des 20. Jahrhunderts |
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| Werner Faulstich |
Der Beginn des 20. Jahrhunderts markiert den Übergang von der Bebilderung der Welt zur Welt der Bilder. Insbesondere die "laufenden" Bilder kreierten eigene elektronische Wirklichkeiten, die sich zwar erst im Kopf der Betrachterinnen und Betrachter entfalten, aber doch auch reale Eigenständigkeit suggerieren. Das "visuelle Zeitalter" begann mit einer mediengeschichtlichen
Revolution: An die Stelle der gesellschaftlich dominanten Druckmedien traten die elektronischen Medien; die Vermittlung von Wirklichkeit durch ihre Darstellung wurde abgelöst durch die Vermittlung von Wirklichkeit als Rekonstruktion. Dabei gebührt den neuen Bildmedien Film, Fernsehen und Video, später auch den Digitalmedien, besondere Aufmerksamkeit. Aber auch die Bildkultur in den "alten" Medien nahm explosionsartig zu und trug erheblich zur Ausprägung des neuen "Weltbildes" bei.
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Zur Person |
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Werner Faulstich Univ. Prof. Dr. Werner Faulstich, Jg. 1946; Promotion 1973 an der Universität Frankfurt; Habilitation 1981 in Tübingen, danach apl-Prof. Universität Siegen ab 1986; Lehrstuhl für Medienwissenschaft an der Universität Lüneburg seit 1989; Leiter des IfAM-Instituts für Angewandte Medienforschung seit 1990.
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 |  | Fotografie, Politik und Geschichte
Die Geschichte der Fotografie nimmt sich in weiten Teilen als konzentrierte, hochverdichtete Gesellschaftsgeschichte aus. Insbesondere die "reine Fotografie" mit ihrem Stil der neuen Sachlichkeit ab den 20er Jahren, die Moment- und Alltagsaufnahmen von Personen, Situationen und Ereignissen ab den 30ern, die Dokumentar-, die Kriegsfotografie, die kritische Sozialfotografie und speziell der Fotojournalismus, der spätestens nach Ende des Zweiten Weltkriegs das gesamte Pressewesen prägte, tendierten dazu, Wirklichkeit in ihrer reproduktiven Verbilderung als solche erst auszuweisen. Zahlreiche Schlüsselszenen erhielten weltweit geradezu ikonographische Bedeutung, zum Beispiel das Aufpflanzen der Siegesfahne auf dem Brandenburger Tor durch sowjetische Soldaten (1945), die Explosion der ersten Wasserstoffbombe durch die Amerikaner (1952), die Exekution eines Vietcong durch einen südvietnamesischen General (1968) u.v.a. Das sind Bilder, die jeder schon einmal gesehen hat und kennt [Abb. 1] [int. Link auf 1.2.2, Leggewie, 'Polit. Ikonen' insgesamt].
Die Fotografie wurde durch die Bildpublizistik seit der Weimarer Republik zum öffentlichen Gedächtnismedium, wozu Nachrichtenmagazine wie der "Spiegel" wesentlich beitrugen. Aber auch im privaten Bereich von Millionen von "Knipsern" feierte die Fotografie Triumphe, indem sie ichbezogene, familienbezogene Erlebniswirklichkeit und Urlaubserfahrungen festhielt. Die individuelle Geschichte, der biographische Rückblick wurde durch die eigenen Fotos im Album und später die Dias und Foto-CDs strukturiert, gespeichert und damit bearbeitet und verändert.
15. November 2005 |
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Schriftenreihe |
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Bilder, die Geschichte schrieben
Täglich erreicht uns über die Medien eine Flut an Bildern, von denen nur wenige Teil unseres kollektiven Gedächtnisses werden. Gerhard Paul, Geschichtsprofessor an der Universität Flensburg, zeigt diese medialen Ikonen, die Geschichte schrieben. |
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