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Video-Interviews

Die Welt wird zur Stadt

Wie geht die Urbanisierung weiter? Ist sie die Lösung oder das Problem von Arbeitslosigkeit, Armut oder sozialer Ungerechtigkeit? Und wie sieht die städtischen Entwicklung in den verschiedenen Ländern der Welt aus: In Brasilien, in Indien oder in China? Die Video-Interviews geben Antworten und Meinungen zur weltweiten Verstädterung. Einige Interviews entstanden am Rande des 8. Weltkongress von "Metropolis" 2005 in Berlin, einer weltweiten Vereinigung von Metropolen und Hauptstädten. Andere wurden im Rahmen der bpb-Veranstaltung "Städte vom Reißbrett – Städtebau in China" im September 2005 gedreht.

Anna Tibaijuka

Die Menschen haben ein Recht auf Stadt

1,2 Milliarden Menschen lebten heute in Slums, so Anna Tibaijuka, Direktorin von UN-Habitat, dem Siedlungsprogramm der Vereinten Nationen. Aber die Menschen hätte ein Recht darauf in die Stadt zu kommen, um ihr Leben zu verbessern. Deshalb müssten Städte endlich allen Menschen eine gerechte Chance bieten. Schließlich liege unsere Zukunft in den Städten.

Das Interview wurde in englischer Sprache geführt.


Klaus Töpfer

Friedenspolitik in Städten

Klaus Töpfer, ehemas Umweltminister, hat selbst in einer armen Metropole gelebt, in Nairobi. Bis 2006 war er dort Exekutivdirektor von UNEP, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen. Die globale Sicherheitsfrage werde zunehmend auch in Städten entschieden, wo das Spannungsfeld zwischen nackter Armut und teils provokativem Reichtum wachse. Städtische Entwicklung sei deshalb immer auch aktive Friedenspolitik.

Joan Clos

Die Stadt als einzige Hoffnung

In den Städten der "Dritten Welt" sei der Zustrom der Menschen nicht mehr der Industrialisierung und des Aufschwungs geschuldet. Für viele sei die Stadt einfach die einzige Hoffnung. Der spanische Industrieminister Joan Clos war bis 2006 Präsident von Metropolis. Dem starken Urbanisierungsprozess in den Entwicklungsländern sagt er eine künftige Phase der Dezentralisierung voraus.

Das Interview wurde in englischer Sprache geführt.


Renu Khosla

Indien: Die Menschen in den Slums sind nicht illegal

Die drängendsten Probleme in indischen Großstädten seien die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, so Renu Khosla, Direktorin des Centre for Urban and Regional Excellence in Neu Delhi. Ihre NGO hat ein groß anlegtes Projekt in illegalen Siedlungen durchgeführt und mit der Bevölkerung gesprochen, welche Alltagsprobleme es gibt und was sie am meisten brauchen.

Das Interview wurde in englischer Sprache geführt.


Alfredo Sirkis

Brasilien: Die Armen waren auf sich allein gestellt

Der Umgang mit den Favelas, den illegalen Siedlungen, habe sich gewandelt, so Alfredo Sirkis, ehemaliger Regionalsekretär von Metropolis für Südamerika und Karibik. In Brasilien sei lange Zeit weder von staatlicher noch von privater Seite in den Wohnraum für arme Familien investiert worden. Die Politik lautete einfach: "Take care of yourself". Die Lösung sei nun die Integration und Legalisierung der Favelas.

Das Interview wurde in englischer Sprache geführt.


Peter Blascke

Die Zukunft in Megastädten

Der Verkehr in den Städten werde künftig sehr viel stärker über Kommunikation beeinflusst, so Peter Blascke von Siemens IT Solutions and Services, Head of Global Public. Auch was E-Government betrifft, sei bereits sehr viel mehr denkbar, über E-Mail und auch SMS. Hier sei die Frage, was politisch gewollt sei.

Eduard Kögel

Wie weit die Leidensfähigkeit geht, ist schwer abzuschätzen

Mehrere Millionen Menschen in Peking sind Wanderarbeiter, so Eduard Kögel, Dipl.-Ingenieur und Experte für Stadtplanung und Städtebau in China. Die Stadt existiere nur, weil es diese billigen Arbeitskräfte gibt. Die Viertel der Migranten seien regional geprägt und funktionierten über Selbstorganisation. Neben den sozialen Problemen leide Peking unter mangelnder Wasserversorgung und einer immensen Luftverschmutzung. Probleme, die langfristig eine Lösung brauchen, so Kögel.

Thomas Jocher

SYNIA – Wie entsteht eine Stadt?

Der Architekt Thomas Jocher hat mit seinem Münchner Büro Fink+Jocher den Masterplan für die chinesische Millionenstadt SYNIA (Shangyu New Industrial Area) entworfen. Die künftige Stadt vom Reißbrett liegt an der Ostküste. Und was als reines Gewerbe- und Industriegebiet begann wurde nach und nach zur Stadt für rund 800.000 Menschen.

Eduard Kögel

Die Chinesen sind begeisterte Urbanisten

Die Chinesen lebten gerne in Hochhäusern, so Eduard Kögel, Dipl.-Ingenieur und Experte für Stadtplanung und Städtebau in China. Teils sei die Architektur noch banal, aber zunehmend entstehe ein eigener wertvoller Stil. Öffentlicher Raum, wie wir ihn aus Westeuropa oder den USA kennen, gebe es in dieser Form nicht. Nicht nur weil es an einer vergleichbaren bürgerlichen Kultur fehle, sondern auch weil der Staat möglichen öffentlichen Raum besetze.


 
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