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Interview: Was ist Open Source?

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Markus Beckedahl
In einem Satz: Was ist Open Source?

Open Source wird gemeinhin als Synonym für freie Software verwendet. Für mich bedeutet der Begriff eigentlich nur eine Kultur der Offenheit.

Und was verstehst du unter einer "Kultur der Offenheit"?

Es geht um Freiheiten, es geht um Teilhabe, es geht um Emanzipation, und das auf Software, auf die Produktion von Software, auf Kulturgüter, auf die vernetzte Produktion von immateriellen Gütern ausgedehnt. Eine Kultur der Offenheit ist, wo jeder partizipieren kann und gleichberechtigt ist.

Zur Person
Markus Beckedahl ist Geschäftsführer von newthinking communications, einer Agentur für Open Source-Strategien und Technologien in Berlin. Außerdem schreibt er seit mehreren Jahren den Blog netzpolitik.org über Themen der Informationsgesellschaft.

Wenn man sich die Produzenten von Open Source-Software anschaut: Was treibt sie an, etwas kostenlos wegzugeben? Was ziehen sie daraus?

Zuallererst gibt es die Entwickler, Programmierer. Programmierer haben sehr viele Vorteile durch freie Software, deswegen ist sie unter ihnen sehr beliebt. Programmierer können sich den Quellcode von Software anschauen, sie können also praktisch hinter die Kulissen gucken, von anderen Programmierern lernen, sie können aber auch die Werke von anderen Programmierern in eigenen Programmen nutzen.

Wenn ich also ein Projekt habe, eine bestimmte Lösung erreichen möchte, muss ich nicht immer das Haus neu aufbauen, sondern ich kann viele Einzelteile, Wände, Türen uns so weiter vorfinden, neu zusammensetzen, und ich muss vielleicht nur noch die Dachluke neu programmieren. Insofern ist es für Programmierer ein großer Vorteil, wenn sie etwas aus einem großen Fundus an Software nehmen, aber auch zurückgeben können – neben dem Lerneffekt.

Es gibt eine große Masse an Menschen, die Software produzieren. Wenn jeder nur für sich selbst produzieren würde, wäre es ein viel größerer Aufwand an Zeit, Ressourcen und so weiter, als wenn jeder Probleme löst, das Ergebnis wie viele andere unter Lizenzen stellt und andere daran partizipieren lässt, denn man kann selbst auf den Werken von anderen aufbauen.


05. Januar 2007

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