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Interview: Was ist Open Source?
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Mit Linux surf ich einfach besser |
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| Markus Beckedahl |
Warum sollte ich als Konsument auf Open-Source-Software umsteigen, wenn ich andere Produkte habe, mit denen ich schon gut arbeite?
Bezahlst du für deine Lizenzen von Microsoft Office? Das kostet normalerweise 500 Euro und hat die gleiche Qualität, dieselben Features wie OpenOffice, was kostenlos ist, was von einer großen Zahl von Entwicklern in deren Freizeit, aber auch in deren Arbeitszeit entwickelt wird. Da stehen auch eine ganze Menge von Firmen dahinter, die Geschäftsmodelle rund um OpenOffice aufbauen und produktiv einsetzen: Verwaltungen, viele Einzelanwender, Firmen.
In unserer Firma haben wir zehn Arbeitsplätze. Jeder arbeitet mit OpenOffice. Unsere Vorteile sind: Wir zahlen dafür nichts, wir profitieren von den schnellen und hohen Innovationszyklen, und wir können selbst bestimmen, wann wir eine neue Version nehmen. Das ist eine Sache: Ich spare Lizenzkosten. Ich laufe nicht Gefahr, dass am nächsten Tag eine Razzia bei mir zu Hause stattfindet, weil ich Raubkopien besitze.
Eine andere Sache: Ich habe unter Linux eigentlich kaum Probleme mit Viren und Würmern. Es mag da wohl in der Theorie welche geben, aber in der Praxis habe ich noch keine gesehen. Im Internet surfe ich so etwas von entspannt… Wenn ich E-Mails bekomme, enthalten die oft genug Viren von Menschen, die Windows oder Outlook benutzen – die werden bei mir automatisch in den Spam-Ordner aussortiert, ich habe überhaupt keine Probleme mit diesen Viren. Die Sicherheitslücken von Windows brauche ich nicht zu fürchten.
Noch etwas: Wenn ich zum Beispiel Ubuntu nehme, meine Lieblingsdistribution, habe ich eine Auswahl von 20.000 Programmen, die ich auf Knopfdruck herunterladen und installieren kann. Ich muss nicht herumsurfen und gucken: Wo finde ich jetzt eine Textverarbeitung, wo finde ich einen Browser? Sondern ich installiere das einfach über meinen Desktop.
Und mein Desktop ist auch eine coole Sache: Ich habe eine Vielfalt an verschiedenen Desktops. Ich kann mir aussuchen, wie mein Desktop aussehen soll. Ich habe nicht nur ein Windows, sondern viele verschiedene Windows, mit vielen verschiedenen Vor- und Nachteilen, die verschieden aussehen, die ich so gestalten kann, wie ich möchte, die teilweise auf alten Rechnern schnell laufen, teilweise komplexer sind, die gut auf neueren Rechnern laufen. Ich kann mir das Windows, den Desktop aussuchen, der am besten zu meinem Stil, meinen Bedürfnissen passt. Diese Vielfalt, diese Offenheit – die mag ich an freier Software.
Was mache ich als Nutzer, der ich nicht so technisch bewandert bin und von dieser Vielfalt schlicht und ergreifend überfordert bin?
Das sind größtenteils Ängste, die mittlerweile fast durch die Realität ausgeräumt wurden. Am besten kann man freie Software mit so genannten Live-CDs einfach mal antesten. Live-CDs wie Knoppix oder Ubuntu schiebt man einfach ins Laufwerk, sie booten von CD als wäre es eine Festplatte, und man hat hunderte von Programmen zur Auswahl. Man kann nichts falsch machen, man kann einfach mal rumklicken und ausprobieren, meistens ist man auch automatisch im Internet und kann schauen, wie sich das so anfühlt. Und man wird feststellen: Das funktioniert eigentlich genau so wie Windows, wie Mac OsX, da sind alle Programme schon da, man braucht nichts mehr zu installieren, wie eine Textverarbeitung, ein Office-Programm oder Grafikprogramm; die sind alle schon dabei.
Und wenn man dann gesehen hat, dass es eigentlich eine coole Alternative ist, kann man neben seinem Windows ein Linux installieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mittlerweile viel schneller ein Linux installiere – das ist immer nur auf "Weiter" klicken, und es ist fertig –, als Windows. Wenn ich Windows installiere, funktioniert das von der Hardwareerkennung nur ein bißchen besser als ein Ubuntu, aber dafür bin ich danach erst einmal drei Stunden damit beschäftigt, Sicherheitsupdates zu installieren.
Bei Linux installiert man zwar auch noch ein wenig nach, aber eigentlich ist es sofort fertig. Und wenn man das parallel zu seinem Windows installiert, kann man immer noch seine Spiele spielen; wenn man unbedingt seine Adobe-Programme nutzen möchte – Photoshop oder so –, kann man die weiter auf Windows nutzen oder unter Linux emulieren, und wenn man sicher surfen möchte, ohne Angst vor Trojanern, Viren, dann bootet man halt das sichere Linux.
05. Januar 2007 |
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