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Dossier bpb.de


Dossier: Ravensbrück - Überlebende erzählen

Historische Essays

In Ergänzung zu dem audio-visuellen Projekt mit Überlebenden von Ravensbrück, bieten die folgenden Essays den historischen Rahmen. Diesen eröffnet Nicola Wenge, die das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager beschreibt. Bernhard Strebel bietet einen Gesamtblick auf den Lagerkomplex Ravensbrück und dessen Entwicklung. Er schildert die Verfolgtengruppen sowie die Organisation der Zwangsarbeit. Zum Lager gehörte neben dem Frauen-KZ auch ein Männerlager sowie in unmittelbarer Nähe ein Jugend-KZ. Constanze Jaiser fokusiert den Lageralltag im Frauen-KZ sowie, mit Gedichten unterlegt, die Versuche der Selbstbehauptung der inhaftierten Frauen. Die Haftbedingungen im Jugend-KZ Uckermark schildert Martin Guse, ebenso die Schikanen und das Strafsystem. Abschließend greift Wolfgang Benz mit seinem Essay die Spannungen sowie die notwendige Kooperation zwischen Zeitzeugen und Historikern auf.

Nicola Wenge

Das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager

An die sechs Millionen Menschen starben in den Konzentrations- und Vernichtungslagern der Nazis. Nicola Wenge zeichnet die Entwicklung der Konzentrationslager nach – Herrschaftsinstrument des NS-Regimes. Von den "frühen Lagern", über den Prozess der Institutionalisierung der KZ, der Radikalisierung der NS-Rassenpolitik bis hin zu den planmäßigen Massentötungen.

Bernhard Strebel

Der Lagerkomplex des KZ Ravensbrück

Zum Lager Ravensbrück zählte eines der größten Frauen-KZ des NS-Regimes. Ebenso befand sich dort ein Männerlager sowie in unmittelbarer Nähe ein Jugend-KZ. Zehntausende Frauen, Männer und Kinder starben in Ravensbrück. Bernhard Strebel beschreibt die Häftlingsgruppen, die tägliche Zwangsarbeit sowie den Ausbau und die Organisation des Lagers. Ravensbrück entwickelte sich immer stärker zum Vernichtungslager.

Constanze Jaiser

Frauenlager Ravensbrück – Selbstbehauptung zwischen Leben und Tod

Etwa 123.000 Frauen waren im Lager Ravensbrück inhaftiert. Nach ihrer Ankunft wurden ihnen die Haare geschoren, sie bekamen Häftlingsnummer und -kleidung. Constanze Jaiser beschreibt den Lageralltag: die Ankunft, das Appellstehen und den Hunger. Ebenso die medizinischen Experimente, die Folter und die Tötungen. Aber es gab auch die Versuche der Selbstbehauptung der gefangenen Frauen in Form von Gedichten.

Martin Guse

Das Jugend-KZ Uckermark – 1942 bis 1945

In unmittelbarer Nähe zum Frauenlager Ravensbrück wurde 1942 das Jugend-KZ Uckermark erbaut. Bis 1945 waren 1.200 Mädchen und junge Frauen dort inhaftiert. Martin Guse schildert die Verfolgtengruppen und die Haftgründe, ebenso die Bewachung, die Schikanen und das Strafsystem im Jugend-KZ Uckermark. Nach der Auflösung 1945 wurde Uckermark Sterbe- und Selektionslager für Frauen aus dem Lager Ravensbrück.


 

Blick auf das ehemalige Lagergelände des KZ-Ravensbrück. Vom Bad ist lediglich das Fundament geblieben, die zahlreichen Baracken sind verschwunden.

Wolfgang Benz

Zeitzeugen, Historiker und ihr Publikum

Oral History, mündlich überlieferte Geschichte, erlebt einen Boom. Mit der richtigen technischen Ausrüstung, kann heute jeder als Chronist auftreten. Doch die wissenschaftliche Einordnung und die Interpretation der erzählten Erinnerungen von Zeitzeugen sind und bleiben ein Muss. Zeitzeugen und Historiker müssen gleichermaßen an dem Projekt der Aufklärung einer schwierigen Vergangenheit teilhaben – in Ergänzung und ohne Konkurrenz.

Flash-Film


Überlebende erzählen – Visuelle Interpretation

In den Jahren 2000 bis 2004 sind Audio-Interviews mit 16 Überlebenden des Frauen-KZ Ravensbrück und des Jugend-KZ Uckermark entstanden. Diese Berichte waren Anlass und sind Basis für das audiovisuelle Projekt in Form eines Flash-Films. Es ist eine visuelle Interpretation der Erinnerungen an die Qualen und das Morden in Ravensbrück entstanden, die keinen dokumentarischen, sondern emotional-assoziativen Charakter besitzt.
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