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Professional Kultur容volution inna Germany


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Sun Leegba Love
www.sprachetrifftmultimedia.net

Kultur kann allgemein als die Pflege, Ausbildung, Vervollkommnung eines verbesserungs- und veredelungsfähigen Gegenstands durch den Menschen, besonders seiner eigenen Lebenstätigkeit definiert werden. Die schwarze orale Tradition hat sich aufgrund der Unterdrückung durch die weiße Nicht-Kultur als Gegenkultur und als Basis des kulturellen Überlebens erhalten und als Medium des Widerstandes eine spezifische Tradition in den global-urbanen Kontexten herausgebildet.

Sprache als Zeichensystem zur Formierung der Gedanken dient als Medium des Austausches der Gedanken und emotionalen Erlebnisse, als Ort der Fixierung und Aufbewahrung des erworbenen Wissens. Sprache in diesem Sinne liegt nahe an der Definition von modernen Datenbanken. Der Gegensatz von weißer "literate culture" als raum-unabhängiges schriftlich fixiertes Signal stand bisher im Gegensatz zu schwarzer "orale culture". Sprache stand als zeitunabhängiges Signal und unmittelbarer Kommunikationsakt immer der Musik nahe.

Der durch die technologische Entwicklung möglich gewordene internationale Austausch über das Internet und der Trend zu Multimedia begünstigt eine Form der Kommunikation, die auf bizarre Weise mit "weißer Technik" eine neue Unmittelbarkeit, eine neue Öffentlichkeit generiert und das "Sampling" als zeitgemäßes "schwarzes Signifying", also als eine moderne Form des "call and response" im weißen Mainstream etabliert. Diese "neue" Form der Kommunikation ist vom Ansatz her transkulturell. Und die entstehenden Netzwerke haben eine strukturelle Ähnlichkeit mit der Existenz der globalen schwarzen Diaspora, deren Überleben auf eben diesen globalen Netzwerken beruht.

www.kultur容volution.org

Ich gebrauche den Ausdruck Evolution in Abgrenzung zu 容volution als sprunghafte, oft blutige Veränderung. Weder besteht derzeit die notwendige kulturelle Infrastruktur zu kontinuierlicher Arbeit an der eigenen Identität des Überlebens in Deutschland. Noch sind wir zahlenmäßig bisher genug. Noch ist die soziale Brisanz nicht groß genug, um Ausbrüche wie in den USA, in UK und in SA zu zünden. Gil Scott Heron prägte den Satz "the revolution will not be televised" und begann damit ein neues Kapitel schwarzen Medienbewusstseins.

Natürlich wird die Evolution nicht im Fernsehen stattfinden, jedenfalls nicht im weißen. Aber durch die bisherige zumindest im internationalen Kontext relative, soziale Durchlässigkeit des deutschen Schulsystems besteht die Möglichkeit für uns Afros in Positionen zu gelangen, die eine verstärkte eigenständige Medienpräsenz ermöglichen. MTV und Hip-Hop haben die Grundlagen für eine größere Akzeptanz gerade im Bereich Jugendkultur geschaffen. Wir müssen die Bilder von uns durch eigene Produktionen (Musik, Film, Theater, Literatur, Multimedia) ändern und wirtschaftlich-politische Verantwortung übernehmen. Denn dann kann die politisch-wirtschaftliche Stellung der BRD als Multiplikator für nationale und internationale Einflussnahmen im panafrikanischem Sinn positiv genutzt werden.


10. August 2004


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