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Crossmedia
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Zeitung goes Radio |

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Die "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" (HNA) verbreitet ihre Lokalnachrichten jetzt auch über ein moderiertes Webradio Von Inge Seibel-Müller
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Ein Formular im Internet zum Anmelden beim Musikrechteverwerter GEMA genügt. Mehr braucht ein Internetradio zum Senden nicht - keine weiteren Lizenzen, keine inhaltlichen Vorgaben. Genau 1441 angemeldete Webradios zählte die GEMA Anfang Januar 2012. Eines davon ist seit Jahresbeginn Radio HNA aus Kassel.
Radio HNA wird über die Website des neuen Senders (www.radiohna.de) und den integrierten Radioplayer im Online-Auftritt der Zeitung verbreitet (www.hna.de). Zur Gründungsmannschaft gehört Daniel Ebert, der zuletzt die Frühsendung beim hessischen Rocksender Radio BOB moderierte. Geschäftsführer und Senderchef ist Harold Grönke.
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Harold Grönke. Foto: Radio HNA
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Als Harold Grönke 2002 im Auftrag von Verleger Dirk Ippen
die Verlagsgeschäftsführung bei der "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" (HNA) übernahm, unterstellte ihm das Branchen-Magazin kress-report "keine ambitionierten Internet-Pläne". Mittlerweile glaubt Grönke, dass die dynamische Verschmelzung der Medien durch Smartphones und Tablets dramatische Veränderungen mit sich bringen wird. "Da wollen wir dabei sein, uns neben der Zeitung und dem Online-Auftritt ein drittes Standbein aufbauen und sehen, was wir bewegen", sagt Grönke, der für die HNA seit Jahren auch im Gesellschafterausschuss der landesweiten UKW-Sender Antenne Thüringen und Hitradio FFH sitzt. Reichlich Radio-Erfahrung bringt der gelernte Journalist also mit.
Inklusive Mitarbeitersuche liefen die Vorbereitungen für das neue 24-Stunden-Vollprogramm aus Nordhessen und Südniedersachsen fast ein Jahr. Regelmäßige Nachrichten aus der Region, Deutschland und dem Rest der Welt werden ganz klassisch zur vollen Stunde ausgestrahlt. Konzipiert und aufgebaut hat das Zeitungsradio Christian Stadali, ehemals Nachrichtenchef bei Antenne Thüringen aus Weimar.
Auch wenn die HNA neben einem jährlichen Budget von einem "niedrigen sechsstelligen Betrag" für ein reines Webradio verhältnismäßig viel investiert hat, so zählt die Startmannschaft doch nur drei Festangestellte und eine Handvoll freie Mitarbeiter.
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| Daniel Ebert, Janosch Lenhart, Antonia Woitschefski und Julia Hohagen, die Kernmannschaft des neuen Webradios. Foto: Radio HNA |
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 |  | Nach dem Motto: "Bei drei Indianern brauchen wir keinen Häuptling", gibt es noch keine Hierarchien mit Programmchef oder Redaktionsleiter. "Man muss das auch im richtigen Verhältnis sehen", sagt Daniel Ebert, der beim täglichen Sendebetrieb zunächst das Heft in die Hand genommen hat. "Wir nutzen hier die Synergien aus Print, Online und Radio und können auf 150 Redakteure zurückgreifen, die uns gerne zuliefern. Das ist für jeden etablierten UKW-Sender der pure Luxus." Wichtig ist dem Radioprofi, dass sich die Zeitungskollegen aus Spaß und freien Stücken am Radio beteiligen. Außerdem: Ganz so neu ist Webradio für die HNA-Redaktion nicht. Gelegentlich wurde dieser Ausspielkanal auch schon vor dem Start von Radio HNA für Liveübertragungen bei Sportveranstaltungen genutzt. Die Aufgeschlossenheit der Redakteure freut auch Geschäftsführer Grönke: "Wie sich bereits in den ersten Sendewochen die Zusammenarbeit ohne Vorgabe von oben entwickelt hat, beeindruckt mich schwer."
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HNA-Moderator Daniel Ebert schätzt die Zusammenarbeit mit den Zeitungskollegen. Foto: Radio HNA
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Nach ein paar Tagen auf Sendung fühlt sich Moderator Daniel Ebert zwar "knurrig", aber glücklich. Im Sender herrscht Pionier- und Aufbruchstimmung, der Arbeitsaufwand hat sich gelohnt. Heftig waren die Tage vor dem Start. Während Kollegin Antonia Woitschefski
schon die Testsendung moderierte, lag er mit Lötkolben und Techniker unterm Tisch, um das Rotlicht in Gang zu bringen. Alle Geräte haben die Radiomacher mit ausgesucht und bestellt. "Im Vergleich zu vielen Radiostudios haben wir einige 1000 Euros gespart, indem wir auf Status-Schnickschnack verzichten. Wofür einen Designer-Tisch? Auch ein kleines Mischpult genügt unseren Ansprüchen", sagt Ebert. Viel mehr Wert legt er auf die richtige Software: "Beispiel Musikplanung. Das muss funktionieren, auch ohne ständigen Musikredakteur."
Gespielt wird übrigens, "was gefällt". So hat jeder Mitarbeiter erst mal seine eigene Playlist gemacht. Die Spitzen und Superschnulzen wurden aussortiert. Jetzt hoffen die Moderatoren, dass sie auch den Musikgeschmack ihres Publikums getroffen haben.
Der Sender will eingetretene Radiopfade verlassen, hat aber Sendungsnamen wie "anno dazumal". Da gibt es die "Stereo-Kantine" und das "Café Lokal". "Auf Hörgewohnheiten müssen wir doch Rücksicht nehmen", sagt dazu Daniel Ebert, "aber uns interessiert keine Mediaanalyse und daher müssen wir auch keine Slogans penetrieren. Diese alten Mechanismen gelten für uns nicht, und schon klingt das Programm irgendwie ungewöhnlich, ohne dass man zaubert." Eine Mediaanalyse brauchen Webradios nicht, denn die Zugriffe können sie vom Webstream ablesen: "Wenn wir zum Jahresende eine höhere vierstellige Zahl in den interessanten Moderationsstrecken haben, dann bin ich schon hochzufrieden", meint Geschäftsführer Grönke.
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| Christian Bollert |
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Ambitioniert nennt Christian Bollert, Geschäftsführer von detektor.fm diese Zahl. Denn Drei- bis Viertausend hören nicht stündlich, sondern täglich den Stream des journalistisch orientierten Webradios aus Leipzig, das seit Dezember 2009 auf Sendung ist. Die Initiative von HNA wird in der Webradioszene begrüßt. Man erhofft sich als Nebeneffekt einen Schub für die ganze Branche. Finanziert wird detektor.fm hauptsächlich durch Werbepräsentationen. Der Break-Even soll dieses Jahr erreicht werden. So lange hält sich das Team um Bollert und Redaktionsleiter Marcus Engert, der wie Bollert Journalistik an der Universität Leipzig studiert hat, auch mit der Zulieferung von Audiocontent über Wasser. Ein guter Kunde ist beispielsweise die Süddeutsche Zeitung aus München, für die detektor.fm das tägliche Streiflicht für die iPad-Ausgabe vertont.
Grönkes Rechnung könnte dennoch aufgehen. Denn im Unterschied zu den reinen Webradios hat Radio HNA mithilfe der Zeitung und deren Onlineportal ganz andere Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen. Willkommener Nebeneffekt laut Grönke: Seitdem der Radio-Player auf der HNA-Online-Website integriert ist, werden signifikant mehr Visits auf hna.de registriert.
Der Verlagsgeschäftsführer hofft durch die Verwebung von drei Kanälen auf neue Vermarktungsmöglichkeiten durch crossmediale Angebote für Print, Online und Radio. |
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Multimedia |
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Grenzenlos erreichbar
"Yourzz.fm" ist eine neue lokale Jugendmarke. Erkennungsmerkmal: giftgrün. Ein multimediales Informations- und Unterhaltungsangebot für Jugendliche zwischen zehn und 20 Jahren in Nordrhein-Westfalen. yourzz.fm ist ein Medienmix von Zeitung, Radio und Online. |
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Radio der Zukunft – Mobiler Journalismus |
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It’s an exciting time to be a reporter!
Neal Augenstein ist Radio-Reporter beim Nachrichtensender WTOP in Washington DC. Wenn er heute auf Reportage geht, dann reichen ihm ein Smartphone und ein Aufladegerät als Arbeitswerkzeug. Vor zwei Jahren hat er Computer, digitale Aufnahmegeräte, Mikrofone, Kabel und Kameras zur Seite gelegt. Augenstein ist einer der ersten Radioreporter, die das Potential moderner Telefone voll auszuschöpfen wissen. Die größte Errungenschaft ist für Augenstein die Konzentrationsmöglichkeit auf seine Arbeit. Mit einem Werkzeug, das es leicht macht, multimedial zu berichten, muss sich der Reporter nicht mehr mit den Herausforderungen der Technik herumschlagen, er kann sich jetzt ganz aufs Geschichtenerzählen konzentrieren. |
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50 Jahre Deutschlandfunk |
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Konferenz mit Nachhaltigkeitsversprechen
Via Blog, Twitter, Facebook, Video und Audio, auf Langwelle, DAB+ und Internetstreams im Sonderprogramm „Dokumente und Debatten“ berichtete der Deutschlandfunk anlässlich seines 50. Geburtstags ausführlich über den Internationalen Kongress „Der Ort des Politischen in der digitalen Medienwelt“. Mitveranstalter war die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, die in diesem Jahr bereits auf ihr 60-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Wer nicht im Kölner Kammermusiksaal des Deutschlandfunks dabei sein konnte, hatte dennoch ausreichend Gelegenheit, die spannenden Diskussionen auf den unterschiedlichsten Plattformen zu verfolgen. Am 2. Februar startet der Sender zudem ein neues Debattenportal namens Diskurs@Deutschlandfunk. Dort sollen die in der Konferenz begonnenen Diskussionen über die gesellschaftlichen Konsequenzen der digitalen Revolutionen öffentlichkeitswirksam fortgesetzt werden. |
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