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Die NPD

Frauen in der NPD


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"Wäschewaschen für die Kameraden"
Andrea Röpke
"Neues Instrument des Stimmenfangs"

Seit einiger Zeit haben NPD-Strategen die wachsende Bedeutung nationalistisch denkender Mädchen und Frauen erkannt. Frauen tragen nicht nur zur Imageverbesserung, sondern auch zur Stabilisierung der neonazistischen Szene bei. Die "tageszeitung" sprach gar von einem neuen "Instrument des Stimmenfangs".

Tatsächlich räumt sogar das extrem rechte "Störtebeker-Netz", ein Informationsportal aus Mecklenburg-Vorpommern ein, dass "nationale Frauenorganisationen bisher nie wirklich ernstzunehmende Bedeutung erlangt hätten". "Ich will endlich etwas tun für die Frauen, denn das wird bei uns zu wenig beachtet", erhitzte sich eine rothaarige Nationalistin vor dem Frauentreffen in Sotterhausen. Nur im Schatten der Bäume, etwas ab von der Gruppe, wurde so Kritik laut. Ansonsten herrschte unisono Lob auf Partei und politische Führung. Der ebenfalls nach Sotterhausen gereiste Geschäftsführer der NPD im Schweriner Landtag, Peter Marx, der den Bundesvorstand vertrat, wollte von einer Benachteiligung rechter Frauen nichts hören. "Die NPD ist keine männliche Domäne". Er könne sich in Zukunft sogar "irgendwann" eine weibliche Parteivorsitzende vorstellen, sagt Marx. Denn immerhin gäbe es unter den Parteineuzugängen etwa 50 Prozent Frauenanteil, unter ihnen besonders viele junge Mütter. Insgesamt, so Marx, liegt der Frauenanteil in der Partei noch bei 27 Prozent.

Nur selten besetzen Frauen allerdings verantwortungsvolle Führungspositionen. Von den 36 angetretenen Direktkandidaten der NPD bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern war nur eine einzige Frau, Nancy Barth. Die 1970 geborene Floristin kandidierte aussichtslos in Nordwestmecklenburg. Von 18 gewonnenen NPD-Mandaten bei der Kommunalwahl im September in Niedersachsen gehen 17 an männliche Kandidaten. Einzig Elke Raabe aus Helmstedt wurde mit einem Amt bedacht.

Davon will die Wortführerin des neugegründeten "Ring nationaler Frauen", Stella Palau nichts hören. "Es mag sein, dass es Leute gibt, die Probleme haben mit aktiven Frauen", räumt sie zunächst ein, "aber in der NPD hat keine von uns die Erfahrungen gemacht, dass wir von Männern an die Seite gedrückt werden". Im Gegenteil, sagt Palau, es sei doch ein allgemeines Parteienproblem, so seien die "größten Chauvinisten eher in der CDU" zu finden.

Häufig kommt die Freundin eines Neonazis

Die Pädagogin und Rechtsextremismuskennerin Renate Feldmann registriert seit längerem eine selbstbewusstere Haltung neonazistischer Frauen. "Viele Frauen wollen in die NPD hinein, weil sie so denken und fühlen wie die Männer. Frauen sind nicht weniger fremdenfeindlich. Auch sie wollen verstärkt ihre Meinung auf die Straße tragen."

Junge Mädchen aus allen Gesellschaftsschichten fühlen sich von den extrem Rechten angezogen. Häufig kommen sie noch als Freundin eines Neonazis und bleiben treu, nicht unbedingt dem Freund, aber immer öfter dessen rassistischen Idealen. Das extrem rechte Netzwerk rekrutiert sich aus der Mitte der Gesellschaft, unter den Aktivistinnen sind Studentinnen, Büroangestellte, Schülerinnen und Hausfrauen.

Zu den bekanntesten Neonazi-Frauen zählen unter anderem Christiane Dolscheid, als Betreiberin des "Club 88" in Neumünster; Gisa Pahl, Rechtsanwältin aus Hamburg, Ratgeberin und Verteidigerin zahlreicher Neonazi-Gewalttäter; Daniela Wegener, führende Kameradschaftsaktivistin aus Bochum; Inge Nottelmann aus Hamburg, die das "Aktionsbüro Norddeutschland" mitinitiiert; Doris Zutt, NPD-Politikerin aus dem hessischen Ehringshausen; Anja Zysk aus Hamburg, einzige Vorsitzende eines NPD-Landesverbandes; Yvonne Mädel aus Meiningen, Rednerin auf zahlreichen Demonstrationen oder Martina Maal, stellvertretende Landesvorsitzende der "Jungen Nationaldemokraten" in Bayern. Auch in Bremen führen zwei Frauen die Jugendorganisation der NPD mit an: Gabriela und Louisa Yardim.

Frauen gelten in der Szene als äußerst zuverlässig und fleißig. Sie sind zuständig für die Arbeit im Hintergrund, sie sorgen für eine reibungslose Organisation von Parteiveranstaltungen oder Rechtsrockkonzerten, sie planen Kinderfeste und Ausflüge, unterstützen die Männer bei Aufmärschen, sorgen für warme Getränke und heiße Speisen oder engagieren sich aufopfernd im sogenannten "Braunen Kreuz", einem nationalen Sanitätsdienst der Szene. "Wir wollen anders leben als es heute üblich ist", schrieb Stella Palau in der NPD-Zeitung "Deutsche Stimme" Anfang des Jahres. Sie strebt nach den "altbewährten Werten unseres Volkes". Zentrale Fragen sind in ihren Augen: "die Steigerung der Geburtenrate, die Erziehung und das gesunde Aufwachsen unserer Kinder." Dieses "andere Leben" was Palau für ihr Volk anstrebt, sei "ein Leben in Freiheit von Fremdbestimmung und kapitalistischem Diktat".


06. November 2006

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Links ins Internet

Bundesamt für Verfassungsschutz: Zahlen und Fakten zum Rechtsextremismus

Bündnis für Demokratie und Toleranz: Rechtsextremismus

Richard Stöss: Rechtsextremismus im Wandel (PDF-Version:
916 KB)

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