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Die NPD

Frauen in der NPD


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"Wäschewaschen für die Kameraden"
Andrea Röpke
"Wir brauchen Frauen in der Bewegung, damit wir noch authentischer werden"

"Volksgemeinschaft" heißt das Schlagwort. In der so genannten Volksgemeinschaft der NS-Propaganda sollten Deutsche auf Gedeih und Verderb unter Beschwörung des "Blutes" miteinander verbunden sein, einhergehend mit der Ausgrenzung von "Artfremden". In der nationalsozialistischen Realität im Dritten Reich bedeutete es zugleich auch Opfergemeinschaft.

"Auch heute sehen die extrem Rechten darin einen Zusammenschluss von deutschen Menschen", erklärt Expertin Renate Feldmann. "Bestimmte Menschen schließt dieser Begriff ein, andere, wie Migranten, politisch Andersdenkende, Juden werden herausdefiniert."

"Wir brauchen Frauen in der Bewegung, damit wir noch authentischer werden und bleiben!", betonte der Anführer der "Kameradschaft München", Norman Bordin 2004 im Internet und forderte: "Nicht Volksgemeinschaft quatschen, sondern auch leben."

Verpflichtung der deutschen Frau "für den Erhalt der eigenen Art" zu sorgen

Nach dem Motto "Recht ist, was dem Volke nützt", werden besonders Frauen im Sinne von Gehorsam und Gefolgschaft auf ihre Rolle als Gefährtin und Mutter getrimmt. Vorbild ist die Frau in der NS-Zeit. "Allerdings wird eher versteckt darauf Bezug genommen", erklärt Feldmann. Bei den Aktivistinnen des neugegründeten "Ring nationaler Frauen" lautet die Devise: "Wir richten unser ganzes Leben mehr auf das deutsche Volk aus." Ob die "Gemeinschaft deutscher Frauen" oder die "NPD-Frauengruppe Hannover", immer wird auch ein "natürliches Frauenbild" propagiert. In einer Grundsatzschrift namens "Die Frau in der nationalen Bewegung" heißt es dazu: "Es ist jedoch selbstverständlich, dass eine deutsche Frau einem deutschen Mann zur Seite gestellt ist – ihm also von Natur aus gleichgestellt ist." Die Forderung nach einem "natürlichen Frauenbild" beinhaltet jedoch auch die Verpflichtung der deutschen Frau "für den Erhalt der eigenen Art" zu sorgen. Verweigert sie sich dem "eigenen, naturgegebenen Pflichten", heißt es in der Grundsatzschrift, "dann macht sie sich im schwersten Maße mitschuldig am Untergang des eigenen Volkes".

Kindererziehung, Schulsysteme, Gesundheit und Ernährung gehören daher auch bei den selbstbewusst auftretenden Anhängerinnen neuer Neonazi-Gruppen zu den bevorzugten weiblichen Themen. Nur wenige Frauenorganisationen wie die bereits verbotenen Organisationen "Mädelgruppe der Kameradschaft Tor Berlin" und "Frauen in der Fränkischen Aktionsfront" warben für ein Bild der Frau als Straßenkämpferin. Wie Aussteigerinnen berichten, können Mädchen zwar als "autonome Aktivistinnen" Gegner ausspionieren, Transparente tragen, an politischen Schulungen teilnehmen oder antifaschistische Aktionen fotografieren, "irgendwann werden sie alle an ihre Pflicht erinnert und auf die Rolle als Mutter reduziert".

Davon will Stella Hähnel zum Gründungszeitpunkt des RNF in Sotterhausen nichts wissen, auch nicht von der steigenden Kriminalität innerhalb der extrem rechten Szene. "Diese Gewaltbereitschaft, die der nationalen Bewegung und vor allem der NPD so oft unterstellt wird, da zeigen wir Frauen ganz klar, dass das nicht so ist", betont sie. Ihrer Meinung nach sei es lächerlich, wenn gesagt würde, Frauen würden diese Gewalt unterstützen. Palau sagt: "Ich kenne keine Leute, die gewalttätig sind. Mag sein, dass es so etwas gibt. Aber ob man diese Einzeltäter irgendwelchen politischen Organisationen zuschreiben muss", das hält die NPD-Frau für fragwürdig. Palaus Gedächtnis scheint Lücken aufzuweisen, denn immerhin gelten Anhänger des Berliner Landesverbandes der NPD als gewaltbereit. So kam es auch bei den letzten Wahlen in Berlin immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Im Oktober 2006 organisierte unter anderem auch Hähnels damaliger Lebensgefährte und späterer Ehemann eine Demonstration für den inhaftierten Sänger der Rechtsrock-Band "Landser" – und genau diese Band wurde gerichtlich als "kriminelle Vereinigung" eingestuft. Auch ihr Ex-Ehemann, Oliver Schweigert, ein Anführer der Berliner Kameradschaftsszene fiel bereits wegen Waffenbesitzes polizeilich auf, gegen ihn liefen diverse Ermittlungsverfahren, 1996 wurde er wegen "Verbreitung von Propaganda einer Auslandsorganisation der NSDAP" ohne Bewährung verurteilt.

Viele der in der extrem rechten Szene aktiven Frauen stammen bereits in der zweiten oder sogar dritten Generation aus nationalistischen Familien. Sie sind mit dem NS-Gedankengut erzogen worden und erziehen auch ihre Kinder so. Altnazi-Aktivistinnen wie die inzwischen verstorbene Gertrud Herr oder die langjährige Betreiberin des 2008 verbotenen Collegium Humanum in Vlotho, Ursula Haverbeck, leugnen offen den Holocaust und stilisieren Heldenmythen um NS-Verbrecher wie Adolf Hitler oder Rudolf Heß.

Die Szene-Anführer tun sich mit der Gleichberechtigung schwer

"Rechtsextreme Frauen können genauso fanatisch sein wie die Männer", betonen Aussteigerinnen immer wieder. Nur mit der Gleichberechtigung taten sich Szene-Anführer bisher trotz aller anderslautenden Beteuerungen schwer. So wurde zum Beispiel bei einer Kameradschafts-Demonstration in Neubrandenburg den jungen Frauen untersagt, mit Medienvertretern zu reden und auch im niedersächsischen Verden zog ein Hamburger Neonazi eine Aktivistin brutal zur Seite, als sie Journalisten Rede und Antwort stehen wollte.

Selbst die Gründung des "Ring nationaler Frauen" am 16. September in Sotterhausen geht nicht ohne männliche Unterstützung vonstatten, auch der führende NPD-Multifunktionär Peter Marx hat dabei ein Wörtchen mitzureden. Wie es um die Rolle der Frau und deren Emanzipation in der extrem rechten Szene wirklich steht, verdeutlicht am ehesten ein Zitat des Spitzenkandidaten der NPD in Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs. Nach der erfolgreichen Landtagswahl 2006 widmete er am Wahlabend auch der rechtsextremen Weiblichkeit ein paar Worte, ein Kamerateam filmte mit: "Herausnehmen möchte ich unsere Frauen, die im Stillen Unglaubliches geleistet haben. Das fing an von der Bewirtung und dem Gutzureden unserer Kameraden und Kameradinnen, die aktiv draußen im Wahlkampf standen. Und das hörte auf beim Wäschewaschen für die Kameraden."

(Überarbeitete Fassung vom 02.07.2010)


06. November 2006

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Links ins Internet

Bundesamt für Verfassungsschutz: Zahlen und Fakten zum Rechtsextremismus

Bündnis für Demokratie und Toleranz: Rechtsextremismus

Richard Stöss: Rechtsextremismus im Wandel (PDF-Version:
916 KB)

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