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Crossmedia
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Die Sendung mit dem Internet |

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von Inge Seibel-Müller
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Eine Sendung übers Netz - im Netz und auch im Radio. So lässt sich vielleicht am einfachsten ein crossmediales Projekt beschreiben, das der Radiosender Antenne Düsseldorf und "RP-Online", das Internetportal der Rheinischen Post, seit einigen Monaten gemeinsam betreiben. Der Titel: "Die Sendung mit dem Internet".
Die Betonung liegt dabei auf "mit", weil das Internet parallel zur Radiosendung als Kommunikationsplattform zwischen Radiomachern und Zuhörern genutzt wird. Auch inhaltlich steht das Web im Mittelpunkt - es geht um Themen wie vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, technische Hürden, neue Trends und rechtliche Hintergründe.
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Das Ergebnis - spielerisch, experimentell und interaktiv umgesetzt - kann man seit Ende Juni jeden Montag zwischen 19 und 21 Uhr auf der UKW-Frequenz 104,2 von Antenne Düsseldorf
und weltweit als Live-Videostream auf der eigens dafür eingerichteten Website www.sendung-mit-dem-internet.de verfolgen. Die treibende Kraft des Projekts ist das Moderatorenduo Daniel Fiene, Redakteur bei Antenne Düsseldorf, und Franziska Bluhm, stellvertretende Chefredakteurin von RP Online. Beide betreiben seit Jahren schon privat eigene Blogs, experimentieren gern mit Web-TV und nutzen Microbloggingdienste wie Twitter.
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Die Moderatoren Daniel Fiene und Franziska Bluhm twittern, chatten und telefonieren auch während der Sendung.
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Als der Radioredakteur seiner Online-Kollegin von der Idee einer interaktiven Internetsendung bei Antenne Düsseldorf erzählte, war beiden schnell klar, dass sie das Projekt am liebsten gemeinsam stemmen wollten. "Bei RP-Online machen wir uns - ähnlich wie beim Radio - ständig Gedanken, wie bringen wir dem Leser bzw. User all die vielfältigen Themen der Netzwelt näher und - wie bleiben wir selbst bei der Flut von Informationen auf dem Laufenden", sagt Franziska Bluhm. Das Konzept der multimedialen Sendung haben die beiden gemeinsam entwickelt: Der Radiohörer kann wöchentlich eine Magazinsendung rund um Online-Themen mit Interviews und Studiogästen einschalten. Der Internetnutzer bekommt die Sendung als Videostream zu sehen. Wenn im Radio zwischendurch Musik gespielt wird, dann wird im Netz einfach weiter diskutiert.
Auf dem Begleitblog www.sendung-mit-dem-internet.de hat jeder Internetnutzer die Möglichkeit, sich aktiv im Live-Chat an der Sendung zu beteiligen. Die Website bietet zusätzliche Informationen und montags bis freitags weitere Netzthemen, für die kein Platz in der Radiosendung ist. Für die "Linktipps des Tages" lohnt sich ein täglicher Besuch. Verpasste Radiosendungen können jederzeit als Audio-Podcast heruntergeladen werden. Während der Sendung sind die Moderatoren nicht nur im Chat, sondern auch per ICQ und Telefon erreichbar. Die Sendung hat einen eigenen Twitteraccount, eine Mailadresse und neuerdings rund um die Uhr einen Anrufbeantworter für Hörerfragen und Anregungen.
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Zur Sendung gibt es neben einer eigenen Website auch einen Twitteraccount.
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Bevor die Sendung startet, wird im Antenne-Studio erst mal umgebaut. Für den Talk im Internet wird ein zweites Mischpult gebraucht. Zwei Stunden lang haben Franziska Bluhm und Daniel Fiene jeden Montag alle Hände voll zu tun und offensichtlich kein Problem, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen: Twittern, Chatten, Anrufe beantworten, Senden, Schreiben, Musikblenden fahren, Warm-Up mit den Interviewgästen. Der 26-jährige Radiomoderator und die stellvertretende Online-Chefin sind ein eingespieltes Team. Der Themenplan wird von der Aktualität und allem, "was das Netz bewegt", bestimmt. Dafür "scannen" die beiden täglich zahlreiche Newsseiten und Blogs, verfolgen Diskussionen auf Twitter und testen neue Anwendungen wie Google Wave.
"Das schöne ist, es gibt kein festes Korsett für die Sendung", erklärt Fiene, der sich selbst als Internetfreak und begeisterter Radiomacher sieht. "Wir testen ständig aus: Wie viel Userinhalt macht eigentlich Sinn? Wie flexibel müssen wir in der Sendung sein? Welches Thema fliegt einfach raus? Auf welche Themen gibt's das meiste Feedback?" Seit dem Start Ende Juni hat sich im Chat eine Stammleserschaft herausgebildet. "Meistens sind es 50 Leute gleichzeitig, die sich beteiligen", sagt Franziska Bluhm. Themenabhängig können es aber auch wesentlich mehr werden. "Internetpolitik und die Macht der Suchmaschine Google - das hat die Hörer und User offensichtlich interessiert", sagt Daniel Fiene. 200 Chatter gleichzeitig, das sei aber das Limit dessen, was die beiden zu zweit bewältigen konnten.
Für Franziska Bluhm ist die wöchentliche Sendung eine wertvolle Bereicherung für ihre Arbeit in der Online-Redaktion: "Wenn ich merke, dass ein Thema den Leuten auf den Nägeln brennt, dann greifen wir das in der Redaktion von RP-Online auf und vertiefen es." Synergieeffekte gibt es für beide Redaktionen. Interessante Interview-O-Töne fließen in das Tagesprogramm von Antenne Düsseldorf ein. Beispielsweise wenn Jochen Mai, Autor des Bestsellers "Karrierebibel", erklärt, wie man das Netz nutzen kann, um den perfekten Job zu finden. Das ganze Interview findet sich wenige Stunden später auch bei RP-Online wieder. Das Denken in vielen Kanälen: Mit dem Projekt "Die Sendung mit dem Internet" setzen Antenne Düsseldorf und RP-Online genau dies um. |
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Radioforschung |
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Mitmachen oder nur Zuhören - Wie interaktiv wollen Hörer sein?
Die 28-jährige Radiomoderatorin Julia Schutz hat eine Diplomarbeit zur "Nutzung und Wirkung von interaktiven Radioangeboten" verfasst. Demnach wünschen sich die Zuhörer attraktive Möglichkeiten, um sich über verschiedene Kommunikationskanäle aktiv am Programm zu beteiligen. Die Autorin der Studie kommt zum Ergebnis, dass viele Radiosender das zu wenig nutzen. |
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Menschen im Radio |
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"Die Leute kommen, weil sie ein Bedürfnis haben"
Die WDR-Sendung "Hallo Ü-Wagen" gehört längst zu den Klassikern im deutschen Mitmach-Radio. Im Dezember feiert sie Geburtstag. Auch 35 Jahre nach dem Start mit der legendären Moderatorin Carmen Thomas gehen den Machern die Themen nicht aus. |
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