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Porträt
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Der globale Notarzt |
| Simone Rapp |
Weite Wege für Menschen in Not
Darfur: Ein 7-jähriger Junge wird von einer Schlange ins Bein gebissen. 15 Tage später wird er im Behandlungszentrum eines Vertriebenenlagers von Mitarbeitern der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" operiert, sein Bein kann gerettet werden. Seit 35 Jahren besteht die Organisation, inzwischen kämpfen international 2500 freiwillige Mitarbeiter weltweit für Menschen in Not, in Projekten gegen Hungersnöte, Naturkatastrophen oder Epidemien - oft unter Gefahr für das eigene Leben. Im Jahr 1999 erhielt die Organisation den Friedensnobelpreis.
Im Dezember 1971 wurden die "Médecins Sans Frontières" (deutsch: Ärzte ohne Grenzen) von einer Gruppe von Ärzten und Journalisten in Paris gegründet: eine Hilfsorganisation, die sich auf medizinische Nothilfe in Kriegs- und Krisengebieten spezialisieren sollte - ungeachtet der ethnischen Herkunft und religiösen oder politischen Überzeugungen der Betroffenen.
Im Laufe der Zeit hat sich die ursprünglich französische Organisation zu einem weltweiten Netzwerk entwickelt und ist aktuell mit insgesamt 19 Sektionen international vertreten.
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Das Flüchtlingslager in Assam
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Sie verfügt über Büros nicht nur in ganz Europa, sondern auch in Australien, Hong Kong, Japan, Kanada und in den USA. Die Arbeit der einzelnen Sektionen besteht hauptsächlich darin, Projekte in derzeit rund 70 Ländern der Welt zu planen und genügend Mitarbeiter für die Projekte zu gewinnen. Die Büros sind außerdem zuständig für Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit und das Einwerben von Spenden, auch Fundraising genannt.
Médecins Sans Frontières (MSF) verstehen sich bewusst als nichtstaatliche Organisation (NGO). Das bedeutet, sie sind nicht auf staatliche Gelder angewiesen, sondern finanzieren sich größtenteils über Privatspenden. So kann die Arbeit unabhängig von politischen, wirtschaftlichen und staatlichen Interessen durchgeführt werden. 70 Prozent der Gesamtausgaben fließen nach Afrika, weil dort, laut Dr. Stefan Krieger, Vorstandsvorsitzender der deutschen Sektion in Berlin, "einfach am meisten Hilfe benötigt wird": Seit der Entkolonialisierung ist der Afrikanische Kontinent ständig in Bürgerkriege verstrickt, und darunter leidet besonders die zivile Bevölkerung in den Konfliktregionen. Stefan Krieger selbst ist erst im Dezember 2005 von einem Einsatz im Tschad zurückgekehrt.
Während andere nichtstaatliche Hilfsorganisationen in Entwicklungsländern den Schwerpunkt ihrer Arbeit vor allem auf Entwicklungshilfe oder auf längerfristige Friedensbemühungen und Aufbauprojekte legen, geht es MSF primär um medizinische Nothilfe, Basisgesundheitsversorgung und Konfliktprävention. Stefan Krieger, im Hauptberuf Chirurg, vergleicht die Arbeit in den Projekten gern mit der eines Notarztes. Dieser leistet die medizinische Erstversorgung und übergibt den Patienten dann an den weiterbehandelnden Arzt, während er sich bereits wieder auf den Weg zum nächsten Ort der größten Not macht.
01. Februar 2006 |
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Bildergalerie |
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Ärzte ohne Grenzen
Erste Hilfe vor Ort: Das internationale Netzwerk "Ärzte ohne Grenzen" hat Projekte in rund 80 Ländern der Welt. Sie leisten Nothilfe in den Ländern, in denen die Gesundheitsstrukturen zusammengebrochen sind oder ganze Bevölkerungsgruppen unzureichend versorgt werden. |
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