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Dossier Parteien

Parteitypen


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Florian Blank, Julia Tzschätzsch
"Volksparteien", "liberale" Parteien, "extreme" Parteien - in der Wissenschaft und in den Medien gibt es mehr als eine Möglichkeit, politische Parteien zu sortieren.

Wahlplakat_300h.jpg
Die Rückseite einer Wahlwerbung. Bild: haso777, www.flickr.com, by-nc-nd/2.0

In der Wissenschaft und den Medien fallen regelmäßig Begriffe wie "Volkspartei", "extreme Partei" oder "liberale Partei". Solche Bestimmungen heben einzelne Eigenschaften hervor oder bilden vereinfachende Typen, um die Vielfalt der Parteien übersichtlich zu ordnen.

Eine erste Unterscheidung ergibt sich daraus, wie eine Partei zum politischen System steht, zur demokratischen Ordnung der Bundesrepublik Deutschland. Parteien, die dieses System unterstützen und bejahen, heißen systemkonform. Steht eine Partei dem System feindlich gegenüber, wird in Deutschland häufig von einer extremen Partei gesprochen.

Diese Unterscheidung reicht zur Einschätzung der von einer Partei vertretenen Inhalte aber meist nicht aus. Durch internationalen Vergleich lassen sich so genannte Parteienfamilien identifizieren, deren Mitglieder sich durch ähnliche Programme und Politiken auszeichnen.

Programm und Ideologie

Die Politikwissenschaftler Uwe Backes und Eckhard Jesse haben 1998 als wichtigste Parteienfamilien liberale, konservative, christliche, sozialdemokratische bzw. sozialistische, kommunistische und rechtsextremistische Parteien unterschieden:

Im Zentrum der Programmatik liberaler Parteien stehen individuelle Freiheits- und Bürgerrechte und damit auch der Rechtsstaat.

Konservative Parteien richten ihre Anstrengungen darauf, gewachsene, bewährte politische und gesellschaftliche Verhältnisse zu bewahren bzw. wiederherzustellen. Tradition und Sicherheit spielen eine wichtige Rolle.

Christliche Parteien beziehen sich in ihren politischen Einstellungen auf das Christentum. Dies kann allerdings zu unterschiedlichen programmatischen Positionen führen, sodass christliche Parteien sowohl eine eher soziale als auch eine eher konservative Politik verfolgen können.

Sozialistische oder sozialdemokratische Parteien entstammen der Arbeiterbewegung. Entsprechend sind ihre Ideale soziale Gleichheit und Gerechtigkeit. Innerhalb der sozialdemokratischen und sozialistischen Bewegungen existieren zahlreiche Differenzierungen.

Kommunistische Parteien sehen sich als Speerspitzen auf dem Weg in eine Gesellschaft, die durch die so genannte „Diktatur des Proletariats“ gekennzeichnet ist, also durch die Herrschaft der Arbeiterklasse.

Rechtsextremistische Parteien stehen für nationalistische und antidemokratische Tendenzen. Zum Teil vertreten sie rassistische und antisemitische Positionen.


28. August 2009

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