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Hintergrund aktuell (28.08.2006)

Bundeswehr im Auslandseinsatz

Afghanistan, DR Kongo und demnächst der Libanon: Die Einsätze der Bundeswehr nehmen an Bedeutung zu, werden aber auch immer gefährlicher.

Soldat in Kabul
ISAF-Soldat in Kabul
Foto: Bundeswehr

Seit 2001 beteiligt sich die Bundeswehr mit bis zu 3.000 Soldaten an der multinationalen Schutztruppe (ISAF) mit UN-Mandat in Afghanistan. Nach dem Fall des Taliban-Regimes sollen die Stabilität und der Wiederaufbau des Landes sichergestellt werden. Im September 2005 wurde das Mandat um ein weiteres Jahr bis zum 13. Oktober 2006 verlängert. Die deutschen Soldaten sind an mehreren Standorten im nördlichen Afghanistan stationiert: in Kundus, Feisabad und Masar-i-Sharif. Der Einsatz in anderen Regionen des Landes, die von Schutztruppen unter anderem aus den USA überwacht werden, sei nach Angaben der Bundesregierung nicht geplant. Nach Äußerungen von Thomas Raabe, Sprecher des Verteidigungsministeriums, habe die Bundeswehr seit Beginn des Einsatzes 18 Tote und viele Verletzte zu beklagen.

Auch an der geplanten UN-Mission im Libanon wird sich die Bundeswehr beteiligen. Voraussichtlich werden rund 1.200 deutsche Soldaten vor der Küste Libanons im Einsatz sein. Ihre Aufgabe: Waffenlieferungen an die radikal-islamische Hisbollah zu verhindern. Der Auftrag soll mindestens für ein Jahr gelten und kann laut Verteidigungsminister Franz-Josef Jung als "Kampfeinsatz" bezeichnet werden.

Mit rund 770 Soldaten unterstützt die Bundeswehr derzeit im Rahmen der EU-Militärmission "EUFOR" die Absicherung der ersten freien Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo seit mehr als 40 Jahren. Nachdem es nach Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses der Präsidentschaftswahlen am 20. August zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Regierung und der Opposition gekommen war, wuchs in Deutschland erneut die Kritik am Einsatz. Diskutiert wurde über die Risiken vor Ort, aber auch über die Frage, inwieweit die personellen und materiellen Reserven der Bundeswehr für künftige Einsätze ausreichen.



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