Die bpbBestellenNewsletterPressePartnerImpressumKontakt

Home
   
FAQ Index


Themen
Gesellschaft
WM 2006
WM-Länder
Angola
Argentinien
Australien
Brasilien
Costa Rica
Deutschland
Ecuador
Elfenbeinküste / Côte d´Ivoire
England
Frankreich
Ghana
Iran
Italien
Japan
Kroatien
Mexiko
Niederlande
Paraguay
Polen
Portugal
Saudi-Arabien
Schweden
Schweiz
Serbien und Montenegro
Spanien
Südkorea
Zahlen und Daten
Togo
Trinidad und Tobago
Tschechien
Tunesien
Ukraine
USA
Hintergrund
Spielplan WM 2006
Presseschau
Spiele
Angebote der bpb
Publikationen
Veranstaltungen
Wissen
Lernen
ZMI Universität Giessen Arte netzeitung.de Arte ZMI Universität Giessen taz Kulturstiftung des Bundes Berliner Konferenz Universität Duisburg-Essen Köln International School of Design
Suche
Dossier bpb.de

Dossier Fußball-WM 2006

Südkorea


 1 / 2 
weiter
Stefan Mentschel
WM-Erfolg 2002 als Gradmesser
Landesflagge Südkorea
Grossansicht des Bildes
Landesflagge Südkorea
Für Südkoreas Stürmerstar Jung-Wan Ahn hatte die WM 2002 ein bitteres Nachspiel. Mit Siegen über Polen (2:0) und Portugal (1:0) sowie einem Unentschieden gegen die USA (1:1) konnten sich die Koreaner überraschend als Erster ihrer Vorrundengruppe für das Achtelfinale der Weltmeisterschaft im eigenen Land qualifizieren. Dort trafen sie auf Italien, die in ihrer Gruppe hinter Mexiko nur den zweiten Platz erreicht hatten. Gleichwohl galten die Italiener als Favoriten. Und bis kurz vor Ende der offiziellen Spielzeit sah es so aus, als sollten sie dieser Rolle gerecht werden. Bereits nach 18 Minuten hatte Christian Vieri nach einem Eckball die 1:0 Führung geköpft. In der Folgezeit verpasste Italien es jedoch trotz zahlreicher Chancen, einen zweiten Treffer zu erzielen.

Zur Person
Stefan Mentschel, Jahrgang 1976, ist freier Autor und Journalist. Er lebt und arbeitet in Delhi, von wo er unter anderem für verschiedene deutschsprachige Medien berichtet. Seine Fußball-Begeisterung wird im Kricket-verrückten Indien allerdings auf eine harte Probe gestellt.

Das rächte sich. In der 88. Minute glich Ki-Hyeon Seol für Südkorea aus und rettete sein Team in die Verlängerung. In der zweiten Hälfte der Nachspielzeit schlug die Stunde von Jung-Wan Ahn. Drei Minuten vor dem Ende erwischte Ahn eine Flanke und köpfte sie ins italienische Tor. Sein "Golden Goal" war die Entscheidung und versetzte nicht nur die Zuschauer im Stadion von Daejeon sondern die ganze National in kollektiven Jubel. Südkorea stand im Viertelfinale, Italien musste die Heimreise antreten.

Besonders enttäuscht vom Ausscheiden der Squadra Azzura war Luciano Gaucci, Präsident des italienischen Serie-A-Vereins AC Perugia und zu dieser Zeit Arbeitgeber Ahns. "Ich werde nicht das Gehalt eines Spielers zahlen, der den italienischen Fußball ruiniert hat", wurde er in der Sportzeitung Gezetta dello Sport zitiert, bevor er den Koreaner suspendierte. Nach massiver Kritik aus dem In- und Ausland versuchte sich Gaucci zu rechtfertigen: Es sei nicht der Siegtreffer gewesen, der ihn zu diesem Schritt veranlasste, sondern Ahns Kommentare gegen den italienischen Fußball, die er nach dem Spiel abgegeben haben soll. Für den Stürmer war das Thema Italien damit jedoch erledigt.

Starke WM-Gastgeber: Durchmarsch bis ins Halbfinale

Der Siegeszug der Nationalmannschaft ging weiter – zumindest für ein weiteres Spiel. Im Viertelfinale besiegte das Team des niederländischen Trainers Guus Hiddink Spanien nach torlosen 120 Minuten im Elfmeterschießen und zog ins Halbfinale gegen Deutschland ein. Dort beendete Michael Ballack mit seinem 1:0 Siegtreffer den Traum der Koreaner vom Finale. "Doch nach Momenten der niedergeschlagenen Stille, in der nur vereinzelt die feiernden Deutschen zu hören waren, setzten wieder die lauten und stolzen Gesänge der Zuschauer auf den Rängen ein", schrieb damals ein Journalist pathetisch. "Die deutsche Mannschaft verließ das Feld. Die Koreaner jedoch blieben und gingen geschlossen in jede einzelne Kurve des Stadions, wo sie sich ehrfurchtsvoll vor ihren Fans verneigten, die großen Anteil am märchenhaften Durchmarsch bis ins Halbfinale hatten."

Obwohl die Koreaner anschließend auch das kleine Finale gegen die Türkei mit 2:3 verloren, war die WM 2002 das mit Abstand erfolgreichste Turnier, dass das südkoreanische Nationalteam bis dahin bestritten hatte. 1954 qualifizierte man sich zum ersten Mal für eine Weltmeisterschaft. Beim Debüt in der Schweiz setzte es jedoch deutliche Niederlagen gegen Ungarn (9:0) und die Türkei (7:0). 32 Jahre später kehrte Südkorea in Mexiko auf die WM-Bühne zurück und nahm seitdem an jeder Endrunde teil. Doch 1986, 1990, 1994 und 1998 konnte keines der zwölf Weltmeisterschaftsspiele gewonnen werden.

In Asien ist Südkorea indes seit langer Zeit eine Fußballmacht. 1956 und 1960 wurde man Asienmeister. Danach scheiterte die Mannschaft drei Mal im Finale – 1972 gegen Iran (2:1), 1980 gegen Kuwait (3:0), 1988 gegen Saudi Arabien (4:3 nach Elfmeterschießen). Beim Turnier 2004 mussten die Spieler von Trainer Jo Bonfrère nach einer 3:4 Viertelfinal-Niederlage gegen Iran die Heimreise antreten. Bonfrère hatte die Mannschaft erst wenige Wochen vor der Asienmeisterschaft vom südkoreanischen Interimstrainer Sung-Hwa Park übernommen, der die Mannschaft nach dem Rücktritt von Hiddink-Nachfolger Humberto Coelho zwei Monate lang betreute. Der Portugiese musste im März 2004 das Handtuch werfen, nachdem seine Mannschaft in der zweiten Runde der WM-Qualifikation zu einem enttäuschenden 0:0 Unentschieden gegen die Malediven gekommen war. Gefährdet war das Ticket nach Deutschland allerdings nie. Bonfrère führte Südkorea in der entscheidenden Gruppenphase auf einen sicheren zweiten Tabellenplatz hinter Saudi Arabien und ebnete so den Weg zur WM 2006.


05. Dezember 2005

 1 / 2  weiter


 
Druck-Version
Artikel versenden
Redaktion

Themen | Wissen | Veranstaltungen |
Publikationen | Lernen |
Die bpb | Bestellen | Newsletter | Presse | Partner |
Impressum | Datenschutz | Kontakt | Home