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Dossier Umwelt
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Fakten

Der Stellenwert des Umweltschutzes für die Beschäftigung in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Nach Angaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und des Umweltbundesamtes (UBA) lag die Beschäftigungswirkung des Umweltschutzes im Jahr 2006 bei 1,77 Millionen Arbeitsplätzen. Das sind gut 290.000 Arbeitsplätze mehr als 2004 (plus 19,7 Prozent). Im Jahr 2006 entsprach das einem Anteil an allen Erwerbstätigen von 4,5 Prozent (2004: 3,8 Prozent).

Abfallbeseitigung, Gewässerschutz, Lärmbekämpfung und Luftreinhaltung sind klassische Bereiche, in denen Arbeitsplätze entstehen, wenn Unternehmen, Bund, Länder oder Kommunen in Umweltschutz investieren. Die Produktion der Sachgüter, die für den Betrieb und die Wartung der Umweltschutzanlagen erforderlich sind, schafft ebenfalls Arbeitsplätze. Auf Investitionen und Sachausgaben für den klassischen Umweltschutz entfielen 2006 insgesamt 350.000 Beschäftigte.

Fast zwei Drittel aller Arbeitsplätze im Umweltschutz waren im Jahr 2006 im Bereich umweltorientierte Dienstleistungen angesiedelt. Insgesamt gab es hier mehr als 1,1 Millionen Beschäftigte – zum Beispiel in Planungsbüros, bei Umweltschutzbehörden, im Handel mit Ökoprodukten und in der Umweltbildung. Die umweltorientierten Dienstleister verteilen sich auf alle Wirtschaftszweige, also auch auf solche, die laut amtlicher Statistik eigentlich dem produzierenden Gewerbe oder der Land- und Forstwirtschaft zuzurechnen sind.

Ein Vergleich der Jahre 2004 und 2006 zeigt, dass die Beschäftigung im Bereich umweltorientierte Dienstleistungen um gut 188.000 Personen zugenommen hat (plus 19,9 Prozent). Die größten absoluten Zuwächse fanden sich in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft (plus 46.400), Dienstleistungen für Unternehmen (plus 34.700) sowie Energie- und Wasserversorgung (plus 28.000). Rückläufig waren lediglich die umweltorientierten Dienstleistungen im verarbeitenden Gewerbe (minus 14.600), im Baugewerbe (minus 3.000) sowie im Bereich Erziehung und Unterricht (minus 2.400).

Die Zahl der Beschäftigten im Bereich erneuerbare Energien wuchs von 160.500 im Jahr 2004 auf 235.600 im Jahr 2006 (plus 46,8 Prozent). Gegenüber 2002 hat sich die Zahl der Beschäftigten sogar fast verdoppelt. Mit Ausnahme der Wasserkraft trugen alle Sparten zu dem Wachstum bei. Die höchsten Steigerungsraten erreichten die Bereiche Biomasse, Solarenergie und – ausgehend von einem relativ geringen Niveau – Geothermie. Die Arbeitsplätze, die auf erneuerbare Energien entfallen, verteilten sich im Jahr 2006 auf die Bereiche Biomasse (40,5 Prozent), Windenergie (34,8 Prozent), Solarenergie (17,1 Prozent), Wasserkraft (4,0 Prozent), öffentliche und gemeinnützige Forschung sowie Geothermie (jeweils 1,8 Prozent).

Auch die Exporte von Waren und Dienstleistungen für den Umweltschutz sichern im Inland Arbeitsplätze. Mit einer Spitzenposition auf den internationalen Märkten profitiert Deutschland seit Jahren von der wachsenden Nachfrage im Ausland. Dem Export von Umweltschutzgütern ließen sich 2006 knapp 50.000 Arbeitsplätze zurechnen.

Auch wenn sich die Methodik und Datenlage zum Umweltschutz in den vergangenen Jahren ständig verbessert hat, so werden zahlreiche Bereiche – wie zum Beispiel Ökotourismus, umweltorientierte Versicherungswirtschaft und produktintegrierter Umweltschutz – wegen mangelnder Datengrundlage nicht erfasst. Daher ist davon auszugehen, dass die Zahl von knapp 1,8 Millionen Beschäftigten eine Untergrenze für die Beschäftigungswirkung des Umweltschutzes darstellt.

Datenquelle

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), Umweltbundesamt (UBA): Umweltwirtschaftsbericht 2009; Umweltbundesamt (UBA): Hintergrundpapier "Beschäftigung im Umweltschutz 2006"; Edler, D. u.a. (2008)





 
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Redaktion
Links ins Internet

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)

Umweltbundesamt (UBA)

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)

Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Datenbank Naturwaldreservate in Deutschland

Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW)

Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW)

Statistisches Bundesamt

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