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Kunst

Schwarze Künstlerinnen und Künstler in Zeiten der Globalisierung


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Christiane Della
Aufbruch in die kulturelle Anerkennung

Der westliche Drang nach Vereinnahmung hatte sich in der Kunst zunächst vornehmlich auf Anleihen aus der Formsprache von Objekten außereuropäischer Kulturen bezogen, auf
"Static drift", Photo work 2001, piece 2
Grossansicht des Bildes
"Static drift", Photo work 2001, piece 2 © Ingrid Mwangi/Robert Hutter
japanische Zeichnungen oder afrikanische Plastiken. Er weitete sich über Sujets dieser Regionen bis hin auf Künstler selbst aus. Europäerinnen und Europäer begaben sich nun mit entsprechendem Kursangebot in die südliche Hemisphäre auf der Suche nach unverbrauchten Talenten. So erlangten einzelne afrikanische Künstler seit Anfang der 1960er Jahre als Stellvertreter der "Workshopkunst" internationale Bekanntheit. Im kulturell agilen Oshogbo (Duro Lapido Theater, Mbari Mbayo Klub) kamen junge Nigerianer zum Medium der Malerei und bald machten Jacob Afolabi, Rufus Ogundele und Twin Seven-Seven von sich reden. Initiiert und entdeckt für eine westliche Klientel (eine andere bot sich den Künstlern kaum), war die Auswahl der Werke maßgeblich an eine völkerkundliche Erwartungshaltung geknüpft.

Das einseitige Aufklauben vereinzelter Kunst aus der Peripherie herrschte noch auf der "documenta IX", wurde dort aber bereits als Aufbruch zu einer wahrhaftigeren Internationalität begrüßt. Zu den Künstlerinnen und Künstlern, die diesen neuen Flair über Kassel verbreiteten, gehörte der Bildhauer Mo Edoga. Seine Skulptur "Signalturm der Hoffnung" entstand während der "documenta IX". Heute ist Edoga wieder in den Schlagzeilen – als Opfer konservativer Borniertheit. Seine künstlerische Arbeit für seine Heimatstadt Mannheim wurde unlängst mit der Anfrage der CDU an den Gemeinderat diskreditiert, ob er denn deutscher Staatsbürger sei oder ob gegebenenfalls seine Aufenthaltsgenehmigung überprüft werde.


10. August 2004

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