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Jugendkultur, Islam und Demokratie

Glossar


Die Auswahl umfasst u.a. viele Begriffe aus dem Umfeld islamistischer Strömungen und ist nicht repräsentativ für muslimische Milieus in Deutschland. Das Glossar wird laufend durch die Redaktion von ufuq.de ergänzt.
Inhalt

Abdul Adhim Kamouss

Ammar114

Bushido

Da’wa

DITIB

Dschihadismus

Graue Wölfe

Gülen, Fethullah

Halal und Haram

Hizb ut-Tahrir

IGMG

Islamismus

Al-Jazeera

Khaled, Amr

Kopftuch

Al-Manar

Muslimische Jugend in Deutschland (MJD)

Pierre Vogel

Pop-Islam

Al-Qaradawi, Yusuf

Salafismus

Türkisches TV

Sami Yusuf

Salafismus
Quelle: Redaktion ufuq.de

Die Begriffe Salafiten und Salafismus gehen auf den arabischen Begriff Salafiya zurück.

Als Salafiten werden unterschiedliche religiöse und politische Bewegungen bezeichnet, die sich etwa seit Beginn des letzten Jahrhunderts an einem idealisierten Bild der Frühzeit des Islam (arab. "Salaf" steht für "Ahnen", "Vorfahren") orientieren. Der Begriff Salafismus dagegen steht heute für eine Strömung des Islamismus. Ihre Anhänger werden als Salafisten bezeichnet. Sie behaupten, besonders eng dem Wortlaut des Koran und den Überlieferungen über das Leben des Propheten (sunna) zu folgen. Das gilt insbesondere auch für Äußerlichkeiten wie Bekleidungsvorschriften. Viele Salafisten tragen deshalb lange Bärte, weite Gewänder und Kopfbedeckungen. Frauen, die kein Kopftuch tragen, begehen nach Überzeugung von Salafisten eine schwere Sünde.

Die salafistische Ausprägung des Islamismus findet in Deutschland gerade unter jungen Muslimen Zuspruch. Zwar handelt es sich bei den Anhängern des Salafismus in Deutschland um eine kleine Minderheit. Durch eine Vielzahl religiöser Publikationen im Internet erreicht diese Strömung jedoch ein breites Publikum, das auf der Suche nach Informationen über den Islam ist.

Der Salafismus ist von den Lehren Mohammed Abdel Wahhabs (1703-1792) geprägt. Abdel Wahhab predigte im Rückgriff auf den Rechtsgelehrten Ibn Taymiyya (1263-1328) die strenge und wörtliche Befolgung der in den islamischen Quellen niedergelegten Gebote. Reformen und Veränderungen lehnte er als unauthentisch und damit als unzulässige Neuerungen ab. Der Salafismus richtet sich vor diesem Hintergrund immer wieder auch gegen Muslime, die von der vermeintlich richtigen Lehre abweichen.

Im 20. Jahrhundert gewann der Salafismus durch den ideologischen und finanziellen Einfluss Saudi-Arabiens auch in Europa an Bedeutung. In Deutschland sind die beiden Prediger Pierre Vogel (Köln) und Abdul Adhim Kamouss (Berlin) bekannte Vertreter dieser Strömung. Gerade für Jugendliche und junge Erwachsene ist der Salafismus attraktiv, weil er Identität, Zugehörigkeit und Sicherheit vermittelt: Mit seiner Betonung der Gemeinschaft und der Vorgabe eindeutiger und unveränderlicher Werte und Normen bietet er klare Orientierung. Dabei ist auch die Abgrenzung gegenüber anderen wichtig: Ein bestimmtes Verhalten oder Denken ist entweder gut oder böse, richtig oder falsch, islamisch oder unislamisch – Ambivalenzen und Interessenskonflikte, die sich nicht mit einer eindeutigen "islamischen" Antwort aufheben lassen, kommen im Salafismus nicht vor.

Vogel und Kamouss distanzieren sich von Gewalt zur Verwirklichung ihrer Ziele. Dennoch verteufelt das Weltbild des Salafismus die nicht-islamische Gesellschaft als feindlich, unmoralisch und dekadent. Damit bietet es Anknüpfungspunkte zum Dschihadismus, dem gewaltsamen Kampf für eine islamische Gesellschaft.


 
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