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Dossier
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Karatschi |

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Stadt der Lichter Sonja Ernst
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Soziale Situation
35 Prozent der Haushalte Karatschis leben unter der Armutsgrenze. Die Lebenserwartung liegt für Frauen bei 65 Jahren und für Männer bei 63 Jahren. Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren liegt bei 12 Prozent – eine der höchsten in Asien. In Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs, liegt sie bei 9,6 Prozent. In deutschen Städten bei rund 0,1 Prozent. 64 Prozent der Frauen und 72 Prozent der Männer können lesen und schreiben.
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Man muss sich durchkämpfen Foto: Mujtaba Khan
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Wohnen
Schon in den 1950er Jahren entstanden erste informelle Siedlungen, auf Brachflächen und am Stadtrand. Flüchtlinge aus Indien sowie Binnenmigranten brauchten Wohnraum. Diese Siedlungen existieren teils bis heute und sind nicht zwangsläufig Elendsviertel. In diesen informellen Siedlungen, den "katchi abadis", leben die Bewohnerinnen und Bewohner teils seit 30 Jahren und haben ein festes Einkommen.
Doch zugleich wächst die Zahl der Menschen in den Slums. Es gibt keine genauen Zahlen, doch schätzungsweise ist die Zahl der Slumbewohnerinnen und -bewohner zwischen 1988 und 2000 allein um 50 Prozent gewachsen – von 3,4 auf 5 Millionen Menschen. Im Jahr 2003 hatten nur 42 Prozent der Menschen in Karatschi ausreichend Wohnraum. Das Zusammenleben auf engstem Raum, mit vier, fünf oder mehr Menschen in einem Zimmer, führt zu sozialem Stress und zu erhöhtem Risiko für Erkrankungen.
Infrastruktur
Im Jahr 2003 hatten rund 89 Prozent der Menschen in Karatschi Zugang zu Wasser, im Umkreis von maximal 200 Metern. Bewohner von Häusern und anderen Wohneinheiten, hatten zu 82 Prozent Wasserzugang direkt in ihrem Haus und waren zu 85 Prozent an die Kanalisation angeschlossen. 98 Prozent von ihnen hatten auch Zugang zu Elektrizität. Doch in Teilen der Stadt gibt es oft nur für wenige Stunden am Tag Strom oder Wasser.
Der private Wasserkonsum lag 2003 im Durchschnitt bei 132 Liter pro Person am Tag. In den illegalen Siedlungen lag der Verbrauch bei rund 63 Liter. In der Nachbarmetropole Delhi liegt der Konsum im Durchschnitt vergleichbar hoch bei 136 Liter, in den informellen Siedlungen bei lediglich 45 Liter. In einer westdeutschen Stadt wie Köln liegt der private Wasserkonsum bei täglich 247 Litern.
Lediglich zehn Prozent des verbrauchten Wassers wurden wieder aufbereitet. 51 Prozent des Abfalls landete auf Müllbergen, 20 Prozent wurden offen verbrannt und 12 Prozent recycled.
Religion und Sprache
In Karatschi wird Urdu gesprochen, die offizielle Amtssprache Pakistans, neben Englisch. Das als Geschäfts- und auch Bildungssprache an den Universitäten der Stadt gilt. Ebenso werden die Regionalsprachen Sindhi, Punjabi und Paschtu gesprochen. Der Großteil der Einwohnerinnen und Einwohner sind Muslime – rund 95 Prozent, in der Mehrheit Sunniten. Die Gruppe der Hindus ist verschwindend gering, rund ein Prozent.
Verkehr
41 Prozent der Menschen in Karatschi benutzen täglich den Bus, um zur Arbeit zu gelangen, 16 Prozent das Auto. Zum täglichen Beförderungsmittel zählt auch die Rikscha.
Quellen:
Financing Urban Shelter, Global Report On Human Settlements 2005, herausgegeben von: United Nations Human Settlements Programme, 2005.
The Challenge of Slums, Global Report On Human Settlements 2003, herausgegeben von: United Nations Human Settlements Programme, 2003. |
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