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Bilder in Geschichte und Politik
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Die Geschichte der fotografischen Kriegsberichterstattung |
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| Gerhard Paul |
Die Kriegsberichterstattung hatte neben der Informationsvermittlung schon immer die Aufgabe, die Krieg führenden Gesellschaften hinter ihren Herrschern zur "Heimatfront" zu formieren und die Kluft zwischen Front und Heimat zu überbrücken. Deshalb lassen sich in ihr Information und Propaganda nur schwer voneinander trennen. Für Phillip Knightley ist der Kriegsberichterstatter gleichermaßen "Hero, Propagandist, and Myth Maker" (Knightly 1973). Weil Bilder instinktiv für "wahr" gehalten werden und stärker als andere Zeugnisse am dargestellten Geschehen teilzunehmen scheinen, setzte die Kriegsberichterstattung sie ein, um die daheim Gebliebenen zu virtuellen Kriegsteilnehmern zu machen.
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Zur Person |
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Prof. Dr. Gerhard Paul, geb. 1951 in Biedenkopf/Lahn, Studium der Sozialwissenschaften und der Geschichte an den Universitäten Bonn, Frankfurt a.M. und Hannover, ist seit 1994 Professor für Geschichte und ihre Didaktik an der Universität Flensburg. Forschungsschwerpunkt: Mentalitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts und Visualität der Geschichte. |  |
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 |  | Wandel der Funktion des Kriegsbildes
Die Aufnahmen der Kriegsberichter spiegeln, wie gebrochen und partiell auch immer, Realität wider, vor allem aber deuten sie Realität, produzieren also ein bestimmtes, politisch gewünschtes Bild des Krieges. Dies geschieht zwecks Besänftigung oder Mobilisierung, zur eigenen Legitimation oder zur Demoralisierung des Gegners. Bis in das letzte Drittel des 20. Jahrhunderts weitest gehend national abgeschottet, funktionieren die Bildermärkte mit Ausbreitung der elektronischen Berichterstattung tendenziell global. Die Bilder der Kriegsberichterstatter erreichen seitdem nicht nur die eigenen Gesellschaften, sondern auch die des Gegners, und erhalten eine völlig neue Funktionen (Life at War 1977; Fabian/Adam 1983; Howe 2002): Aus der Kriegsberichterstattung ist ein Berichterstattungskrieg geworden (Münkler 2002).
Bilder des Krieges erreichten zu Beginn der Neuzeit als Kupfer- und Holzstiche, später als Fotografie und Film ihr Publikum; heute erfüllen vor allem Fernsehen und Internet diese Aufgabe. Gleichgültig ob Flugblatt, Zeitung, Kinoleinwand, Fernsehbildschirm oder Computermonitor, alle physischen Bildkörper lenken die Wahrnehmung des Publikums.
28. Dezember 2005 |
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