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Hintergrund aktuell (26.06.2008)
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Wasserkonferenz in SingapurImmer mehr Regionen der Welt leiden unter Wasserknappheit. 2025 könnte ein
Drittel der Weltbevölkerung von akutem Wassermangel betroffen sein. In
Singapur berieten rund 5.000 Wasserexperten und Politiker vom 23. bis 27.
Juni über den nachhaltigeren Umgang mit der Ressource Wasser.
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Bewässerungssytem in Nebraksa, Foto: AP
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Nach Ansichten des kanadischen Wasserexperten und Forschers Andrew Benedek
ist die weltweite Verknappung von Trinkwasser weitaus schlimmer als bisher
angenommen: Bereits jetzt haben etwa 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang
zu sauberem Trinkwasser. Wachsende Bevölkerungszahlen führen dazu, dass die
Nachfrage auch künftig noch steigen wird. Seit 1950 hat der weltweite
Wasserbedarf um etwa 40 Prozent zugenommen. Hinzu kommen die klimatischen
Veränderungen, wie Überschwemmungen und Dürrekatastrophen, die in vielen
Regionen der Erde große Auswirkungen auf die Wasserverfügbarkeit haben.
Eine besondere Herausforderung stellt die Wasserversorgung in den rasant
wachsenden Millionenstädten dar. Während es zu Beginn des 20. Jahrhunderts
davon weltweit 16 gab, sind es heute bereits 400 - Tendenz steigend. In
vielen asiatischen Mega-Städten hängt die Versorgung mit Wasser vom
Geldbeutel ab. Armensiedlungen bleiben deshalb häufig von dem städtischen
Versorgungsnetz ausgeschlossen und müssen auf verschmutztes Wasser
zurückgreifen, was zu Krankheiten führt. Nach Angaben der
Weltgesundheits- organisation sterben weltweit jeden Tag 4.000 Menschen durch
verunreinigtes Trinkwasser.
In immer stärkerem Maße verknüpfen sich mit der Wasserfrage auch
sicherheitspolitische Interessen. Der Zugang zu Wasser birgt für viele
Staaten Konfliktpotenzial. Häufig finden diese Konflikte zwischen
Flussanrainerstaaten statt, die um die Kontrolle und Nutzung von Wasser
konkurrieren. Insbesondere auf substaatlicher Ebene werden sie immer
häufiger gewaltsam ausgetragen. Ebenfalls eng verbunden mit der
Verfügbarkeit von Wasser ist die Nahrungsmittelproduktion: Weltweit
betrachtet fließen rund 70 Prozent des gesamten Süßwasserverbrauchs in die
Landwirtschaft. Die Wasserknappheit, die durch das Bevölkerungswachstum und
den Klimawandel forciert wird, gefährdet schon heute in vielen Regionen die
Ernährungssicherung.
Diese Entwicklungen haben dazu geführt, dass der natürliche Rohstoff in den
letzten Jahren auf der Agenda der internationalen Politik immer präsenter
geworden ist. Eine weltweit bessere Versorgung mit Trinkwasser ist eine der
drei Vorgaben der UN-Milleniumsziele, welche die Generalversammlung der
Vereinten Nationen im Jahr 2000 verabschiedete: Bis 2015 soll sich die
Anzahl derjenigen halbieren, denen dauerhaft Zugang zu sicherem Trinkwasser
und zu sanitären Einrichtungen fehlt. Unter anderem wurde dazu 2004 der
"Fachbeirat für Wasser und Wasserentsorgung" ins Leben gerufen, der Lösungskonzepte
für die drängenden Probleme bei der Wasserver- und -entsorgung ausarbeitet.
Derzeit existieren über 30 Programme und Sonderorganisationen der Vereinten
Nationen, die sich mit Wasserfragen auseinandersetzen.
Dabei wird vor allem auf ein besseres Wassermanagement gesetzt:
Wasserwiederaufbereitung, Kampagnen zum sparsameren Umgang mit Wasser und
die Verbesserung der Wasserleitsysteme - in vielen Staaten der Welt gehen
allein 30-40 Prozent des Wassers durch undichte Rohre oder schadhafte Kanäle
verloren. Singapur geht mit großen Schritten voran: Bis zum Jahre 2000
führte Singapur seinen gesamten Wasserbedarf noch aus Malaysia ein. Bis 2011
will es ein Drittel des Wasserbedarfs durch die Wiederaufbereitung von
Abwasser selbst generieren.
Mehr zum Thema |
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Hermann Lotze-Campen
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Wasserknappheit und Ernährungssicherung
Wasser ist für die Nahrungsmittelproduktion essenziell. In Zukunft ist eine zunehmende Nutzungskonkurrenz um regional zum Teil sehr begrenzte Wasserressourcen zu erwarten. |
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Holger Hoff / Zbigniew W. Kundzewicz
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Süßwasservorräte und Klimawandel
Veränderungen im Wasserkreislauf und in der Wasserverfügbarkeit werden zu den gravierendsten Folgen des Klimawandels gehören. Es ist deshalb ein nachhaltiges Wassermanagement nötig. |
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16. März 2010
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Mehr Wissen |
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Stichworte aus den Lexika der bpb
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fluter (Nr. 23) |
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Alles klar? - Das Wasserheft
Es ist durchsichtig, riecht und schmeckt nach nichts. Fluter widmet sich unserem wichtigsten Lebensmittel: Wasser. |
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