Die bpbBestellenNewsletterPressePartnerImpressumKontakt

Home
   
FAQ Index
Suche

Themen
Gesellschaft
Rechts-
extremismus
Rechtspopulismus
Musikszene
Politische Konzepte
Neue Bücher
FAQs
Rechtsextreme Mythen
Aussteiger
Schule
Ideologie
NPD-Verbot
Frauen
Internationale Netzwerke
Rezepte
Zivilgesellschaft
Medien
Jugendkultur
Fußball und Rassismus
DVU
Antisemitismus
Schwerpunkt Opfer und Täter
NPD
Was heißt Rechts-
extremismus?
Situation in Deutschland
Dem Extremismus begegnen
Initiativen gegen Rechts-
extremismus
Literatur
Kommentierte Linklisten
Weitere bpb-Angebote
Publikationen
Veranstaltungen
Wissen
Lernen

Ideologie

Schwarz-braune Musik-Netzwerke


 1 / 5 
weiter
Untermensch-Ideologie in NS-Black-Metal und Neonazi-Szene
Von Rainer Fromm

absurd
Grossansicht des Bildes
Website der thüringischen NS-Black-Metal-Band "Absurd".
In Deutschland und den angrenzenden Ländern ist seit Jahren ein engmaschiges Netzwerk ideologischer Rechtsaußen-Bands entstanden. (1) Signifikant sind die Doppel- und Mehrfach- mitgliedschaften der Musiker in ganz unterschiedlichen Gruppen und Vertrieben. Als im Oktober 2005 in Österreich im Innsbrucker Lokal "Hafen" ein Konzert stattfand, waren zahlreiche dieser Bands aus dem In- und Ausland zugegen. Gemeinsam war ihnen nicht nur eine Affinität zur schwarzen Subkultur, sondern auch eine rechtsextreme Grundhaltung. Die Gruppen heißen unter anderem Horna aus Finnland, Corpus Christi aus Portugal, Waitan aus Schweden sowie die Gruppen Caedes und Eternity aus Deutschland. (2)

Eternity ist durch gemeinsame Auftritte mit bekannten neonazistischen Black Metal Bands wie Totenburg, Ad Hominem und Absurd bekannt geworden. Dazu produziert sie gemeinsam mit anderen gleichgesinnten Bands wie Wolfsmond oder dem Projekt "Luro" von Sven Zimper auch diverse Tonträger. Der Sänger von Eternity mit dem Pseudonym "A. Krieg" ist auch in andere Musikprojekte eingebunden. Gemeinsam mit Zimper – von Luror spielt er beispielsweise in der Band Hellfucked. Der Gitarrist und zweite Sänger von Eternity, Dirk Rössler wiederum musiziert mit Zimper und dem Absurd-Bandmitglied Sebastian Schauseil in der Gruppe Wolfsmond. Und nicht nur auf der Bühne machen die umtriebigen Schwarzmetaller Politik. In einem Interview mit einem Szeneheft positioniert sich Eternity eindeutig fremdenfeindlich: "Ein Türke in der Türkei geht mir am Arsch vorbei, ein Schlitzauge in China stört mich auch nicht und ein Nigger in Uganda ebenso wenig, doch was bitteschön haben die in unserem Reich zu suchen?" (3)

Zur Person
Rainer Fromm
Rainer Fromm ist Journalist und Fachmann für die Themen "Rechtsextremismus", "Jugendkultur" und "Computerspiele". Den Beitrag entnahmen wir seinem im Januar neu erscheinenden Buch: "Schwarze Geister, Neue Nazis - Jugendliche im Visier totalitärer Bewegungen", Olzog Verlag München 2008, ISBN 978-3-7892-8207-2

Auch der szeneimmanente Christenhass kommt bei der Band nicht zu kurz. Im Internet-Magazin "Black-Metal-Almanach", der 1999 über die Szenehomepage "Wolfenstein" veröffentlicht wurde, erklärt die Band:
"Jede Aktion die dazu dient, der jämmerlichen Christenheit einen Schaden zuzufügen ist es wert, unterstützt zu werden, sei es nun eine Kirchenbrandstiftung oder wenn nötig, auch ein Mord an einem oder mehreren von ihnen. Leider ist dies aber nun mal schwer strafbar, da einige diesbezüglichwohl anderer Auffassung sind. Friedhofsverwüstung ist dagegen einfach nur idiotisch und vor allem sinnlos." (4)
Wie engmaschig das rechte Black-Metal-Netz verwoben ist, dokumentiert auch das Bandmitglied "Lord Asgalqlun" alias Alexander Kies von der Gruppe Caedes, die an diesem Abend ebenfalls auf der Bühne stand. Denn Kies spielt auch in der Band Camulos, deren Tonträger "Untermensch" bereits von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wegen der exzessiven Gewaltbotschaften indiziert wurde. (5) Gleichzeitig betreibt er das Plattenlabel "Fog of the Apokalypse", bei dem wiederum die rechtsextremistischen Bands Totenburg, Nachtfalke und Luror CDs veröffentlichen – eine echte Personalunion im satanistisch-braunen Sumpf. Und auch auf die Gastband Corpus Christi lohnt sich ein genauerer Blick. Ihr Mitglied mit dem Szenenamen "Nocturnus Horrendus" äußert sich auf die Frage, ob es korrekt sei, dass er von vielen Leuten als Nazi bezeichnet wird: "Ich bin kein Nazi, ich bewundere einfach die okkulte Seite des Nazismus, das ist alles. Sie haben einigen Seelen in die Hölle verholfen, dafür muss man ihnen danken."(6)

Das Dementi ist nicht sehr überzeugend. Immerhin spielt "Nocturnus Horrendus" in der Band Genocide Kommando, die dem NS-Black-Metal zugerechnet wird. (7) Und auch bei anderen Gruppen mit Namen Gestapo666, Celestia und Peste Noire ist der Musiker aktiv. (8) Das NS Black-Metal-Netzwerk verdient aus vielerlei Hinsicht erheblich mehr Aufmerksamkeit von Jugendschutz- und Innenbehörden, als dies bisher der Fall war. Die Ablehnung des Lebensrechtes ganzer Bevölkerungsgruppen ist integraler Bestandteil des Selbstverständnisses vieler Bands. Doch trotz zügelloser antisemitischer und rassistischer Hassaussagen findet sich kaum eine dieser Gruppen in den Jahresberichten des Verfassungsschutzes, der dem Phänomen in seinen Berichten weit mehr Platz einräumen müsste. (9)

Folgende Passagen geben einen Überblick über Positionen, wie sie von deutschen NS-Black-Metal-Bands vertreten werden: Interview Absurd:
"Millionen niederer Lebensformen können unsere Städte und Länder verschmutzen – wir werden sie auslöschen und ihr schmutziges Blut in Strömen fließen lassen. Wir sind die Herrenrasse, die anderen Rassen können unserer grausamen Macht nicht das Geringste entgegensetzen." (10)
Interview Barad Dûr:
"Es würde keine Rasse als die Weiße geben. Teile anderer Rassen wären in Zoos als Schauobjekte gehalten und bei Verlust nachgezüchtet. Zur Erinnerung, was für ekelige Sachen sich einmal frei bewegen durften. Keine Kirche oder ähnliches würde mehr Europa verunreinigen; es wäre frei von allen ausländischen Götzen, Kultstätten und ihren Dienern. Die alten Riten würden auferstehen und eine neue Zeit anbrechen, in der sich nur die weiße Rasse zu gottesgleicher Größe erhebt." (11)
Interview Nachtfalke:
"Wir Deutschen sind die Herrenrasse! Wir müssen alles dafür tun, dass der Pöbel nicht Oberhand gewinnt, denn irgendwie habe ich das Gefühl, dass der deutsche Mensch ausstirbt, und alles in einer riesigen Multikulti- Kloake versinkt." (12)
Interview Bilskirnir:
"Meine Weltanschauung umfasst den Glauben an die Überlegenheit meiner Rasse, aufgrund ihrer schöpferischen Kraft und geistigen Überlegenheit anderer Rassen gegenüber." (13)


19. Dezember 2007

 1 / 5  weiter
Themen | Wissen | Veranstaltungen |
Publikationen | Lernen |
Die bpb | Bestellen | Newsletter | Presse | Partner |
Impressum | Kontakt | Home
18. März 2010

 
Druck-Version
Artikel versenden
Redaktion
Externer Link
Online-Beratung gegen Rechtsextremismus
Online-Beratung gegen Rechtsextremismus
Suchen Sie eine anonyme und vertrauliche Beratung? Die Online-Beratung gegen Rechts- extremismus berät alle, die sich aufgrund rechtsextremer Erscheinungen in ihrem Lebensumfeld überfordert oder bedroht fühlen bzw. sich informieren möchten. Das Projekt wird gefördert durch die bpb.
Online-Beratung gegen Rechtsextremismus
Dossier
Linksextremismus
Linksextremismus
DKP, MLPD, Autonome und Antifaschisten, Antideutsche und Antiimperialisten: Zum linksextremen Spektrum zählen eine ganze Reihe Gruppen, Parteien und Strömungen, die kaum auf einen Nenner zu bringen sind. Das Dossier beleuchtet Ideologie, Struktur und Geschichte des Linksextremismus in Deutschland.
Linksextremismus