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Untermensch-Ideologie in NS-Black-Metal und Neonazi-Szene
Von Rainer Fromm
Szene-Interview mit dem Musiker Taaken der Band Odal:
Frage: "Du hast einmal gesagt, dass die Rassenvermischung die Vorstufe vom endgültigen Aussterben ist. Denkst du, dass das aber nicht das Beste wäre, damit es so zu einem Neubeginn kommen kann? Glaubst du, dass die heutige Menschheit/Gesellschaft überhaupt noch ein Recht zu überleben hat?" Antwort: "Da hast du sicher Recht. Aber ich glaube das hast du nicht richtig verstanden, Ich habe gesagt das somit das Volk die eigene Art aus- stirbt und nur diese. Somit wäre man der Wurzel endgültig beraubt. Die heutige Gesellschaft hat kein Recht auf Leben, jedenfalls 99% davon." (14)
Interview Halgadom (15):
"Die Zerstörung ist bereits im vollen Gange! Kulturell [...] als auch biologisch. [...] Um zu retten, was noch zu retten ist, wäre natürlich ein Bürgerkrieg das Sinnvollste." (16)
Interview Amalek: "Also kurz gesagt, für uns steht Black Metal für die Tilgung aller Parasiten, die Bewahrung des Glaubens der Ahnen, für den Kampf gegen die Knechtschaft, für Schlachten um die Erhaltung unserer Art und um den Endsieg." (17)
Neben der inhaltlichen Radikalität ist es die zweite Besonderheit des rechtsextremen deutschen Black-Metal-Flügels, die Grenzen zwischen Kunst und realen Gewalttaten einzureißen. Image, Provokation, Liedtext und Militanz verschmelzen zu einer Einheit. Beispielhaft hierfür stehen die Aussagen des Solomusikers Markus Hartmann. Der Künstler mit dem Pseudonym "Widar" ist mit seinem Black-Metal-Musikprojekt "Bilskirnir" in der Szene bekannt geworden. Im Interview mit dem rechtsextremen Skinhead-Fanzine "Rock Nord" erklärt der Künstler die Symbiose:
"Black Metal ist eine der extremen Kunstformen unserer Zeit [...] und speziell der ‚moderne‘ Black Metal hat gezeigt, was ihn ausmacht und von anderen Musikformen unterscheidet. Am Beispiel Varg Vikernes sieht man wohl am deutlichsten, was hinter dem Black Metal steht: nicht irgendeine Kunstform, die der reinen Unterhaltung dient, nein, im Black Metal verschmelzen Kunst und Weltanschauung zu einem Ganzen. [...] Die Kirchenbrände etc. haben den unbedingten Willen zur Tat gezeigt. Diese Tatsache stellt(e) das Hauptfaszinosum an dieser Musik und ihrer Bewegung dar." (18)
Deutlicher noch positioniert sich die Thüringer Band Absurd:
"Wir begrüßen jede Aktion, die sich gegen die jüdisch-christliche Fremdherrschaft auf germanischem Boden im Speziellen gegen das erbärmliche Dasein der Herdenmenschen im Allgemeinen richtet. Es gibt im Black Metal keine klare Trennlinie zwischen Fiktion und Realität, beides geht ineinander über und somit ist es aus unserer Sicht völlig legitim, nicht nur über extreme Handlungen zu singen, sondern diese auch zu begehen." (19)
Viele der Musiker sehen sich im Krieg mit der christlich geprägten Gesellschaft und ihre Fans betrachten sie als willige Soldaten, die für derlei Hassbotschaften empfänglich sind. Merkmale vieler Lieder im Bereich des NS Black Metal sind:
  • Gewaltdarstellungen / Splatterszenen
  • Antichristliche Provokationen und Gewalt
  • Pornographische Inhalte
  • Völkisch-extremistische Inhalte
Eine gute Argumentationsgrundlage liefern folgende Textauszüge, die anschaulich das Denken der Subkultur verdeutlichen.

Gewaltdarstellungen/Splatterszenen

Gewalt und Blut wird durch die Liedtexte zum selbstverständlichen Bestandteil der jugendlichen Lebenswelt. Beispiel 1: Der Song "First Winter of Bloodred Snow" vom Album "Facta Lunquuntur"der Band Absurd:
"The knives of revenge
are waiting to kill
at darkest night
the blood to spill
enemies are slaughtered, never to be found
their mutilated bodies buried in the winterly ground.
See fear in their eyes
that’s the reward for your lies
your fuckin’ hearts I pull to pieces
I love your deathscreams sound
I broke your bones and cracked your heads
the Pagan madness heres around
I eat your guts and soak your blood
the first time it colours the snowy ground." (20)
Beispiel 2: Der Titel "Seelenfrieden" aus der CD "Untermensch" von Camulos (21)
"Du spürst die Angst, siehst dem Teufel ins Gesicht.
Spürst das Messer schneiden, in dein weißes Fleisch.
Spür die Nacht die begleitet in die Ewigkeit,
Sieh den Fluss des Blutes, der Dich vernichten wird". (22)
Antichristliche Provokationen und Gewalt

Brutale Ausfälle gegen Christen und Juden sind auch in Deutschland ein Wesenselement des Black Metal. Beispielhaft hierfür steht der Titel "Untermensch – mit Namen Christ", der ebenfalls von Camulos auf der CD "Untermensch" veröffentlicht wurde:
"Kinderficker im Namen des Herrn
erstickt an euerer Perversion
Der Sektentempel von Mord erbaut
Verbrennen sollen sie, heute nacht."
An Radikalität herausstechend sind die Botschaften des Camulos-Musikers "Nazgul" im Gespräch mit dem Black-Metal-Magazin "Ablaze". Hier wird deutlich, dass die Provokation und das Verletzen der Würde von Menschen christlichen Glaubens weit über ein Finstermann-Image hinausgehen.
"Schenke er mir eine Massenvernichtungswaffe und eine Audienz beim Papst, und ich werde näher darauf eingehen, was ich von diesem heuchlerischen Ziegen fickenden, geistig perversen labilen Verblödungsverein halte." [...] "Ich selber halte Menschen, die vernarrt sind in ihre Scheiß- Religion und angeblich ihr Leben nicht ohne göttliche Hilfe meistern können, für erbärmlich und nicht lebenswert. Was dieses dreckige Scheißpack in der Geschichte bereits versprochen hat, ließe so manchen Diktator vor Neid erblassen. [...] Gäbe es eine gerechte Justiz, müsste man den Papst und seine schwanzlutschenden Lakaien wegen milliardenfachem Völkermord offiziell hinrichten. ... Und ich würde mich als Henker bewerben und mit Freuden Überstunden machen." (23)
Beispiel 3: Andere NS Black-Metal-Bands wie die sächsische Gruppe Magog besingen die Brandstiftung gegen christliche Gotteshäuser als "Befreiung". Auszüge dem Titel "Feuer der Dunkelheit":
"Gotteshäuser brennen!
Flammen der Befreiung rein und klar
Über dem Flammenmeer steht ich!
In meinen Augen Ehre und Stolz!
In meinen Augen Ehre und Stolz!
Seid bereit! Fühlt den Sturm, die Kraft in eueren Herzen!
Der Himmel glüht!" (24)
Beispiel 4: Besonders hasserfüllt sind die antichristlichen Inhalte bei der rechtsextremen Band Totenburg aus Thüringen, die ihren Stil selbst als "Thuringian Aryan Black Metal" bezeichnet. Im Jahr 2004 veröffentlicht die Band die CD "Pestogrom", an deren Ende sich ein modifizierter Coversong der Nazi-Band Landser befindet. In dem Lied "Walvater Wotan", das als eine "Standortbestimmung der Band" (25) interpretiert werden kann, heißt es:
"Wir wollen eueren Jesus nicht, das alte Christenschwein
Denn zu Kreuze kriechen, kann nichts für Germanen sein
Die Bibel und das Kruzifix, die soll der Geier holen.
Wir wollen eure Pfaffen nicht und euren Schweine-Papst aus Polen.
Walvater Wotan soll unser Herrgott sein
Walvater Wotan, wird Germanien befrei’n [...]
Odins Raben wachen und sehen euere Taten
Und seine Wölfe kriegen, demnächst manch fetten Braten
Ein Blitz aus Donars Hammer, schlägt in der Kirche ein
Nun fleh zu deinem Judengott. Er hört dich nicht, du Christenschwein.
Walvater Wotan soll unser Herrgott sein
Walvater Wotan, wird Germanien befrei’n." (26)
Beispiel 5: Die Diffamierung des Christentums geht bei der Band Camulos mit einer Glorifizierung des Neosatanismus einher. Im 5. Lied "Armee der Finsternis" wird die "Heimkehr" Luzifers auf die Erde besungen wird.
"Die Nächte werden länger
Der Geruch des Todes naht
Die Christenfrucht nicht aufgegangen
Verkümmert ihre kranke Saat.
Die Mörder werden nun gerichtet
Von des Gottes Oberfeind
Die Gehörnten reiten wieder
Dreimal die sechs erscheint.
Die Armee der Finsternis wird kommen
Blut regnet zur Erde hinab
Die Engel werden ausgeweidet
Und Gott sieht in sein Grab
Gepfählte Engel, blutiger Himmel
Ihre Schreie werden es sein
Die Armee der Finsternis wird kommen
Und Luzifer kehrt wieder heim." (27)
Das Lied knüpft an das letzte Buch des Neuen Testaments an, die Offenbarung des Johannes. Der nicht näher bekannte Autor, der sich selbst schlicht "Knecht Johannes" nennt, wollte mit seiner Schrift "bedeutsame Wahrheiten über das Schicksal der Kirche und der ungläubigen Menschheit verkünden, um in den Christen die Bereitschaft zum Martyrium zu stärken. (28)


19. Dezember 2007

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