Die bpbBestellenNewsletterPressePartnerImpressumKontakt

Home
   
FAQ Index


Themen
Geschichte
Weiße Rose
Vorwort
Widerstand der Weißen Rose
Studentischer Widerstand
Mitglieder der Weißen Rose
Sophie Scholl
Hans Scholl
Christoph Probst
Alexander Schmorell
Willi Graf
Kurt Huber
Freunde und Unterstützer
Die Flugblätter im Wortlaut
Zeitzeugin
Die Verhöre
Die Prozesse
Sophie Scholl - Der Film
Zeitleiste
Glossar
Literatur
Filmografie
Links zu Filmkritiken
Publikationen
Veranstaltungen
Wissen
Lernen
ZMI Universität Giessen Arte netzeitung.de Arte ZMI Universität Giessen taz Kulturstiftung des Bundes Berliner Konferenz Universität Duisburg-Essen Köln International School of Design
Suche
Dossier bpb.de

Biografie

Sophie Scholl

 
Geboren am 9. Mai 1921 in Forchtenberg/Württemberg, zum Tode verurteilt und ermordet am 22. Februar 1943 in München.

"Ich kann es nicht begreifen, daß nun dauernd Menschen in Lebensgefahr gebracht werden von anderen Menschen.
Sophie Scholl 1943
Sophie Scholl 1943. Mit Genehmigung der Weiße Rose Stiftung e.V.
Ich kann es nie begreifen und ich finde es entsetzlich. Sag nicht, es ist für’s Vaterland", schreibt Sophie Scholl am 5. September 1939, wenige Tage nach Kriegsbeginn, an ihren Freund Fritz Hartnagel. Als 16-Jährige hat sie ihn beim Tanzen kennen gelernt, jetzt ist er angehender Berufsoffizier. Bei aller Liebe zu Fritz hinterfragt sie wiederholt in ihren Briefen seine Rolle als Soldat. Sie sei "eben politisch erzogen", erklärt sie ihm ihre kritische Haltung.

Wie ihre älteren Geschwister Inge und Hans ist Sophie anfangs noch begeistert vom Gemeinschaftsideal, das die Nationalsozialisten propagieren. Im Januar 1934 tritt sie den Ulmer Jungmädeln bei und übernimmt bald Führungsaufgaben. Doch dann geraten ihre Geschwister und sie selbst wegen "bündischer Umtriebe" mit dem Gesetz in Konflikt. 1937 werden sie von der Gestapo kurzzeitig verhaftet, ein Jahr später verliert Sophie ihren Rang als Gruppenführerin. Zunehmend entdeckt sie Widersprüche zwischen der parteigesteuerten Fremdbestimmung und dem eigenen liberalen Denken.
 

Zitat
"Manchmal graut mir vor dem Krieg, und alle Hoffnung will mir vergehen. Ich mag gar nicht dran denken, aber es gibt ja bald nichts anderes mehr als Politik, und solange sie so verworren ist und böse, ist es feige, sich von ihr abzuwenden."

Sophie Scholl in einem Brief an Fritz Hartnagel, 9. April 1940


Nach dem Abitur im März 1940 beginnt Sophie Scholl eine Ausbildung als Kindergärtnerin. Sie hofft, damit dem Reichsarbeitsdienst zu entgehen. Doch die Ausbildung wird nicht als Ersatz anerkannt. Sie muss zum Arbeitsdienst und darf erst im Mai 1942 zum Biologie- und Philosophiestudium nach München ziehen. Dort wird Sophie schnell in den Freundeskreis ihres Bruders Hans aufgenommen. Die Freude an Musik (Sophie tanzt gerne und spielt Klavier) und Kunst (sie ist eine talentierte Zeichnerin) verbindet sie miteinander.

Die jungen Leute besuchen die Vorlesungen des Philosophieprofessors Kurt Huber und diskutieren philosophische und religiöse Fragen,
Jungmädels beim NSDAP-Kreistag in München
Grossansicht des Bildes
Fahnenträgerinnen der Jungmädel beim NSDAP-Kreistag 1936 in München. © Bildarchiv Preussischer Kulturbesitz
etwa inwiefern Christen als politisch denkende und handelnde Menschen gefordert sind. Die Gruppe, aber besonders Sophie wird von den Arbeiten des katholischen Publizisten Theodor Haecker beeinflusst, der unter den Nationalsozialisten nicht mehr veröffentlichen darf. Und schließlich eint die Freunde, dass sie Hitler und sein Regime ablehnen. Inwieweit Sophie im Sommer 1942 bereits an den Flugblatt-Aktionen ihres Bruders und seines Freundes Alexander Schmorell beteiligt ist, ist heute ungewiss.

Im Januar 1943 engagiert Sophie sich bei der Herstellung und Verbreitung des fünften Flugblatts;
Sophie Scholl 1942
Grossansicht des Bildes
Sophie Scholl 1942. Mit Genehmigung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.
ihr Freund Fritz kämpft derweil in Stalingrad. Das sechste ist bereits gedruckt, als sie von einem Eltern-Besuch nach München zurückkehrt. Am 18. Februar legt sie gemeinsam mit ihrem Bruder Hans Flugblätter in der Uni aus und wirft dabei einen Stoß Blätter von einer Brüstung in den Lichthof hinab. Beide werden entdeckt und verhaftet. In den Verhören kann Sophie den Gestapo-Beamten Robert Mohr zunächst von ihrer Unschuld überzeugen, doch dann ist die Beweislast erdrückend.

Sie gesteht ihre Mitarbeit und versucht, sich und Hans als Hauptakteure darzustellen. Vier Tage nach ihrer Festnahme findet die Verhandlung vor dem Volksgerichtshof statt. Sophie Scholl, ihr Bruder Hans und Christoph Probst werden zum Tode verurteilt und am selben Tag durch das Fallbeil hingerichtet. Sophie Scholl wird 21 Jahre alt.

Kirsten Schulz


20. April 2005


 
Druck-Version
Artikel versenden
Redaktion
Aus Politik und Zeitgeschichte (B 7-8/2000)
Zivilcourage - Politisches Engagement
Zivilcourage - Politisches Engagement
Engagiertes Eingreifen gegen Gewalt in alltäglichen Situationen wird häufig gefordert. Wieviel Mut erfordert es vom Einzelnen, sich gegen den Strom zu stellen?
Zivilcourage - Politisches Engagement

Themen | Wissen | Veranstaltungen |
Publikationen | Lernen |
Die bpb | Bestellen | Newsletter | Presse | Partner |
Impressum | Kontakt | Home