
 |
Bilder in Geschichte und Politik
 |
 |

Bilder als historische Quellen |
|
| Michael Sauer |
In populären historischen Büchern und Zeitschriften werden Bilder meistens als Illustrationen verwendet, um Geschichte anschaulich und unterhaltsam zu präsentieren. Dahinter steht oft ein zu einfaches Verständnis vom Charakter historischer Bilder. Sie werden aufgefasst als unmittelbare und wirklichkeitsgetreue Wiedergabe von Realität, gleichsam als ein Fenster zur Vergangenheit. Gewiss zeigen historische Bilder Vergangenheit, aber sie tun dies auf vermittelte und gebrochene Art und Weise. Für die Historiker gehören Bilder – wie Texte oder Sachzeugnisse – zu den so genannten Quellen. Das sind jene Hinterlassenschaften der Vergangenheit, aus denen wir unsere Kenntnisse über sie beziehen.
|
 |
Zur Person |
 |
|
 |
 |
 |
 |
Prof. Dr. Michael Sauer ist Professor für Didaktik der Geschichte an der Georg-August-Universität Göttingen. Er hat Bücher und zahlreiche Aufsätze zur Geschichtsdidaktik, Literaturdidaktik und Bildungsgeschichte veröffentlicht und ist Mitherausgeber der Zeitschriften "Geschichte in Wissenschaft und Unterricht" sowie "Geschichte lernen". |  |
 |
 |
 |  | Die unterschiedlichsten Bildgattungen kommen als historische Quellen in Frage. Sie lassen sich einerseits nach Bildtechniken, Präsentations- und Verbreitungsformen unterscheiden: die Malerei mit Gemälde, Wandbild oder Buchmalerei; der Holzschnitt als Buchillustration oder als Flugblatt; der Kupferstich und die Lithografie, genutzt zum Beispiel für Plakate, Bilderbögen oder Ansichtskarten; die Fotografie und – nimmt man dreidimensionale Bildwerke hinzu – die Plastik. Andererseits lassen sich Gattungen über ihre Themen oder spezifische Wirkungsabsichten definieren: Personenbilder, Landschaftsbilder, Plakate oder Karikaturen. Solche Unterscheidungen sind keine Glasperlenspiele, denn es ist wichtig zu wissen, welche Erkenntnisse man von einer Bildgattung erwarten kann, was ggf. ihre spezifischen Darstellungsmittel oder -konventionen waren und wie es um ihre zeitgenössische Verbreitung und Wirkung stand.
28. Dezember 2005 |
 |
1 / 13 |
 |
|
|

|

|